Theaterprojekt der Rotenburger Werke inszeniert Mark-Twain-Kurzgeschichte

Der Traum von der Million

Barbara Brockmann (v.l.), Hans-Joachim Reich und Christiane Reich-Ludwig freuen sich auf den Start der neuen Spielzeit der Projektgruppe. ·
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Barbara Brockmann (v.l.), Hans-Joachim Reich und Christiane Reich-Ludwig freuen sich auf den Start der neuen Spielzeit der Projektgruppe. ·

Rotenburg - Von heute auf morgen Millionär sein – dank Quizshows, Lotterien oder unverhofften Erbschaften kein völliges Fantasieerlebnis. Aber was dann? Wie verändert sich der Mensch, wenn er auf einmal alle Möglichkeiten hat? Dieser Frage spürt das Theaterprojekt der Rotenburger Werke in seiner nächsten Spielzeit nach.

„Wir gehen dieses Jahr den umgekehrten Weg“, erklärt Hans-Joachim Reich, Leiter der Projektgruppe. Zum vierten Mal infolge inszenieren er und seine Frau Christiane Reich-Ludwig mit der Projektgruppe ein Theaterstück. „Sonst haben wir uns immer an umfangreiche Romanvorlagen gewagt, die wir radikal zusammenkürzen mussten, dieses Mal ist es eine Kurzgeschichte, die wir selber noch ausbauen können“, so Reich. Es dreht sich um „The Million Pound Bank Note“ von Mark Twain.

Vor vier Jahren war Reich, der als Dozent an der Hochschule für Künste im Sozialen (HKS) Ottersberg am Fachbereich Theater im Sozialen arbeitet, an die Rotenburger Werke geraten. „Hier ist einfach das Potential, solche Projekte auf die Beine zu stellen.“ Die gegenseitige Bereicherung war für Reich-Ludwig entscheidend. „Wir sind hier auf fruchtbaren Boden gestoßen“, erklärt sie. Auch für Barbara Brockmann, zuständig für Freizeit und Bildung bei den Rotenburger Werken, stimmte von Anfang an die Chemie. „Das passte einfach zusammen“, erklärt sie die bislang erfolgreiche Zusammenarbeit.

Das ist auch heute noch der Fall, obwohl sich die Projektgruppe selbst jedes Jahr neu zusammenfindet: eine bunte Mischung aus „alten Hasen“ und neuen Mitspielern, aus Bewohnern der Rotenburger Werke, Laienschauspielern aus der Umgebung und Studenten der HKS. Eine Mischung, die auch die Regiearbeit von Hans-Joachim Reich und Christiane Reich-Ludwig immer wieder zu einem Abenteuer werden lässt. „Einige brauchen ein wenig mehr Hilfestellung“, erklärt Reich. „Aber jeder Mensch hat seine Qualitäten und eigentlich unterstützt hier jeder jeden auf seine Art.“ So hatte vor allem in der vergangenen Spielzeit die Hauptdarstellerin im Stück „Zeit für Momo“ sich mit etlichen Textvorschlägen eingebracht. „Auf der Theaterbühne wachsen dann immer alle über sich hinaus. Für die Mitspieler ist das ein absolut positives Erlebnis“, freut sich Brockmann. So präsentierte die Projektgruppe ihr Momo-Stück auf dem Klatschmohn-Theaterfestival im vergangenen Sommer in Hannover.

Das hat Wellen geschlagen, denn dieses Jahr freuen sich Barbara Brockmann und ihr Team über eine Förderung des Projektes von Seiten des Landessozialministeriums. Auch studentische Praktikanten von der Hochschule werden bei der Inszenierung hinter der Bühne mitwirken.

Was sie auf die Bühne bringen wollen, ist dann ein Interpretation von Twains Kurzgeschichte mit Schau- und Maskenspiel, Tanz, Gesang und eigens komponierte Live-Musik. „Die Masken baue zum Teil ich, andere entwerfen wir hier gemeinsam mit den Darstellern“, bemerkt Reich. Die Börsentiere Bulle und Bär, der Pleitegeier, der Goldesel, das Geld und der Cash Flow – sie alle werden in dem Stück ihre Rolle spielen.

Insgesamt stehen rund 20 Darsteller auf der Bühne. Wer noch mit dabei sein will: Die Projektgruppe sucht noch Darsteller jeden Alters. Probenstart ist nach den Herbstferien, dann jeweils donnerstags von 17.30 bis 19.30 Uhr am Kalandshof. Die Premiere ist für etwa Mai/Juni geplant, danach folgen weitere Vorstellungen in der Region. Mehr Informationen erteilt Barbara Brockmann telefonisch unter 04261/ 92 05 85. · nin

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