Rund 140 Interessierte besichtigen Putenmaststall in Everinghausen-Dodenberg

„Transparenz schafft Akzeptanz“

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Puten so weit das Auge reicht.

Everinghausen - Der Hochsicherheitstrakt begann gleich am Eingang. Wer beim Tag der offenen Tür des Putenmaststalles das Gebäude betreten wollte, der musste erst einmal in einen blauen Ganzkörper-Vollschutzanzug mit Haarnetz und Plastikstiefel schlüpfen. Die Familie Bösche hatte die Aktion in Zusammenarbeit mit der Uni Vechta organisiert.

Ein bisschen mutete die Szenerie wie der Eintritt in einen Operationssaal an. In Gruppen von bis zu 15 Personen hielten sich die Besucher zunächst in der Wartezone auf. Von dort aus ging es dann in den Stall. In einem Vorraum musste sich jeder ihnen zuvor allerdings noch gründlich die Hände waschen und danach mit Desinfektionsmittel einreiben, um den Puten gegenüber treten zu dürfen. Eine weitere Tür öffnete sich und schon standen die Gäste rund 5 900 Puten gegenüber, die ihre menschlichen Besucher aufmerksam beäugten.

Juniorchef Christoph Böschen stand den Besuchern im Stall Rede und Antwort.

Jürgen Böschen und sein Sohn Christoph informierten an diesem Nachmittag über ihre Arbeit: „Wir wollten zeigen wie so ein Putenstall von innen aussieht.“ Das landesweite Projekt „Transparenz in der Geflügelwirtschaft“, organisiert von der Uni Vechta und dem Verband der niedersächsischen Geflügelwirtschaft, wird von der Hochschule auch wissenschaftlich begleitet. Projektleiterin Dr. Aline Veauthier sagte: „Insgesamt haben 140 Gäste heute die Anlage besichtigt. Damit sind wir zufrieden. Der Vollschutzanzug ist aus hygienischen und Tierschutzgründen vorgeschriebener Standard, damit es den Tieren gut geht und der Bestand geschützt ist. Der Landwirt geht mehrmals täglich in den Stall und schaut sich dabei seine Tiere an.“

Auch die beiden Kreislandwirte Gerhard Eimer und Jörn Ehlers kamen zum Tag der offenen Tür nach Everinghausen-Dodenberg. Eimer fand: „Die Bereitschaft von Landwirten, ihre Höfe zu zeigen, ist immer lobenswert. Im Altkreis Rotenburg gibt es drei Putenmastställe. Die Transparenz der Arbeit schafft mehr Akzeptanz in der Bevölkerung.“

Hubertus Krieger, der Kükenlieferant des Hofes, stand im Vorraum des Stalles und beantwortete jede Frage der Besucher. „Das Publikum war skeptisch. Aber nach dem Stallbesuch waren die Leute positiv gestimmt und sind mit einem realen Bild der Masthaltung nach Hause gegangen. Der Bestand wird ständig von Tierärzten betreut. Sollen die Tiere nach der Aufzucht geschlachtet werden, muss der Amtstierarzt erst den Bestand prüfen, die Unterlagen sichten und gibt dann die Puten zur Schlachtung. Daher muss man schon sauber arbeiten.“

Jürgen Böschen gab einen Einblick in die Geschichte seines Betriebes: „Seit 1987 mästen wir Puten. Nach meiner Ausbildung entschied ich dafür, weil mir das Fleisch besser schmeckt und die Verweildauer der Tiere bei der Hähnchenmast zu kurz ist.“ Außerdem machte er deutlich: „Wir bekommen die Tiere als Eintagsküken. Die Hähne mästen wir 20, die Hühner 16 Wochen. Dann geht es zur Schlachtung nach Wildeshausen. Im Schnitt ist der Stall mit 2,7 Durchläufen pro Jahr belegt. · woe

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