Berufsgenossenschaft und Maschinenringe luden Landwirte zur Fortbildung ein / Mit Ministerin

Tödliche Gefahr in der Güllegrube

Einstieg in eine Güllegrube von Hansfried Tietjen mit Gasmaske. Und die Teilnehmer schauen zu.

SÜDERWALSEDE (woe) · Güllegase können in Güllegruben zur tödlichen Gefahr werden. Um dem zu entgehen, hat gestern die Landwirtschaftliche Berufgenossenschaft Niedersachsen-Bremen in Kooperation mit den Maschinenringen Rotenburg-Verden und Zeven eine Unterweisung für Landwirte auf dem Gelände des Schweinemaststalles von Enno Schumacher unter dem Titel „Tödliche Gefahr – Güllegase und toter Winkel bei Gerätetransport“ veranstaltet.

Die Fortbildung stand unter der Schirmherrschaft der niedersächsischen Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann, die die Anwesenden herzlich begrüßte – im Beisein des Vorstandsvorsitzenden der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Niedersachsen-Bremen, Eckhard Stoermer, und dem Vorsitzenden des Maschinenringes Rotenburg-Verden, Rüdiger Goebbert. Anschließend referierte Uwe Hotes zum Thema und präsentierte – unterstützt von Hansfried Tietjen – praktische Vorführungen, wie den Einsatz eines Frischluftgerätes beim Einstieg in eine Güllegrube. Er zeigte den Anwesenden, wie es zum „toten Winkel“ beim Betrieb eines Flüssigmistwagens kommt und demonstrierte eine Rückfahrkamera. Die Gefahren durch Güllegase sind seit vielen Jahren bekannt und spielen in den Schulungsmaßnahmen der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Niedersachsen-Bremen eine tragende Rolle. Trotzdem werden diese Gefahren von einigen Landwirten immer wieder unterschätzt.

Uwe Hotes (li.) im Dialog mit der niedersächsischen Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann.

So wurde im vergangenen Frühjahr die landwirtschaftliche Bevölkerung in Niedersachsen erneut durch einen tragischen Unfall beim Umgang mit der Gülle aufgeschreckt. Zwei Personen, ein 40-jähriger Unternehmer und sein 33-jähriger Mitarbeiter, stiegen in einen Gülleschacht ein, um Probleme an der Güllepumpe zu beseitigen. Nach einer halben Stunde seien beide tödlich verletzt von einem Elektriker aufgefunden worden, so die Berufsgenossenschaft. Dieser Fall ähnelt besonders einem sehr tragischen Unfall, bei dem vier Personen in einer Güllevorgrube durch Güllegase im Jahr 2003 zu Tode kamen. Dabei sollten ebenfalls Störungen in der Grube beseitigt werden. Laut der Unfalluntersuchung verstarben hier gleich vier Personen beim nacheinander ablaufenden Rettungsversuch durch den Abstieg in die Grube. Laut Berufsgenossenschaft haben Gasmessungen des Technischen Aufsichtsdienstes ergeben, dass in Güllegruben und -schächten mit einem latenten Vorhandensein von Güllegasen gerechnet werden muss. Besonders der Schwefelwasserstoff stellt dabei eine tückische Gefahr dar. Er ist schwerer als Luft und lähmt in geringen Konzentrationen den Geruchsnerv, so dass der typische „Faule Eier-Geruch“ nicht zu riechen ist. Schon kleinste Bewegungen der Gülle, wie durch Rühren mit dem Stiefel, reichen aus, um erhebliche Mengen an Güllegasen freizusetzen. Das kann dann lebensgefährlich für Mensch und Tier sein.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Wie fahrradfreundlich ist Deutschland?

Wie fahrradfreundlich ist Deutschland?

Sido-Konzert im ausverkauften Pier 2

Sido-Konzert im ausverkauften Pier 2

Was Hunde im Alter brauchen

Was Hunde im Alter brauchen

Geld aus Rom: Notstand für Venedig beschlossen

Geld aus Rom: Notstand für Venedig beschlossen

Meistgelesene Artikel

Radfahrerin gleich zweimal in kurzer Zeit an Unfällen beteiligt

Radfahrerin gleich zweimal in kurzer Zeit an Unfällen beteiligt

Bundeswehr vereidigt zum Gründungstag Rekruten

Bundeswehr vereidigt zum Gründungstag Rekruten

Auf dem Weg zum neuen Zentrum

Auf dem Weg zum neuen Zentrum

Für ein besseres Busnetz

Für ein besseres Busnetz

Kommentare