Klänge, Bilder, Dichtung: Poetische Betrachtungen zum Kreislauf des Lebens in der Horstedter Kirche

Ein tiefes inneres Erleben

Marie Luise Schrage brachte ihre Klanginstrumente zum Schwingen.

Sottrum - HORSTEDT (woe) · Poesie verbunden mit der Welt der Klänge, das erlebten die Gäste am Freitagabend in der Horstedter Kirche. Unter dem Titel „Höre, so wird deine Seele leben – poetische Betrachtungen zum Kreislauf des Lebens“ hatte die Kirchengemeinde zu einer musikalischen Lesung eingeladen. Allerdings fiel der Besuch eher mäßig aus.

Im Kirchenschiff mit seiner wunderbaren Akustik erlebte das Publikum einen wahren Genuss für die Sinne. Gesprochen und vorgetragen wurden Texte und Klänge zum Leben, zur Begegnung mit dem Tod, zu Trauer und Trost und zum ewigen Kreislauf. Die breite Fächerung an poetischen Gedanken sollte dazu anregen, sich dem Thema von verschiedenen Seiten zu nähern.

Der Autor und Lyriker Hartmut Global aus Jeerhof hatte für diese Klang-Dichtung die Musikerin und Kantorin Marie Luise Schrage aus Minden gewinnen können. Nach dem Studium der Kirchenmusik und Sonderpädagogik arbeitete Schrage lange Jahre als Musik- und Klassenlehrerin an der Waldorfschule in Minden. Seit 2007 ist sie als Klangtherapeutin in ganz Deutschland gefragt. Der Umgang mit Klängen ist zu ihrem Schwerpunkt geworden. In Resonanz zu gehen, habe die Quelle in der Musik, sei aber auch auf viele Bereiche des Lebens bezogen. „Jeder Ton birgt ein klangliches Potential. Jeder Raum geht anders in Resonanz. So kann sich in jedem Zuhörer ein Seelenraum öffnen, in dem sich Klänge entfalten können“, unterstreicht Schrage. Ihr Motto lautet gemäß dem Buch Jesaja: „Höre, so wird deine Seele leben“.

Die Musikerin brachte an dem Abend eine Auswahl unterschiedlicher Klanginstrumente zum Schwingen, darunter ein Mono-Chord, ein Kupferplatten-, ein Kupferröhren- und ein Glasröhren-Spiel, eine Lichtharfe, Klangschalen, klingende Steine, Trommeln sowie einen chinesischen Gong.

Dazu las Hartmut Global unter anderem Texte und Gedichte von Hilde Domin, Rose Ausländer, Robert Gernhardt, Johann Wolfgang von Goethe, Hermann Hesse, Khalil Gibran, Rainer Maria Rilke, Herbert Grönemeyer, Robert Dahlke sowie eigene Werke.

Als dritte künstlerische Säule waren überdies Bilder der Malerin Ute Rose Horn aus Jeerhof in der Kirche ausgestellt. Die Künstlerin hat sich durch viele Ausstellungen bereits einen Namen in der Region gemacht. Ihr thematischer Schwerpunkt stand unter der Überschrift „Rhythmen, Wege und Wandlung“.

Der Verbund von Klang, Bild und Wort, den die drei Künstler in der Kirche präsentierten, führte zu einem tiefen inneren Erleben des Dargebotenen.

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