Schulausschuss votiert vorerst dagegen

Tauziehen um eine IGS in Sottrum

Sottrum - Unter verhaltenen Beifall votierten am Donnerstagabend die Mitglieder des Schulausschusses der Samtgemeinde Sottrum mit sechs Nein-Stimmen gegen einen Antrag der SPD, beim Landkreis ebenfalls Interesse an einer Integrierten Gesamtschule (IGS) anzumelden.

Wie sich gestern Mittag allerdings andeutete, hat die rot-grüne Mehrheit im Samtgemeindeausschuss das Votum offenbar wieder gekippt. Eine endgültige Entscheidung fällt am nächsten Donnerstag in der Sitzung des Samtgemeinderates.

Vor einigen Wochen empfahl der Schulausschuss des Kreistages, im gesamten Südkreis eine IGS-Elternbefragung durchführen zu lassen. Neben der Samtgemeinde Bothel hatte auch die Stadt Rotenburg Interesse angemeldet.

„Für mich kommt diese Diskussion zur Unzeit. Das Thema ist uns vom Landkreis aufgezwungen worden“, betonte der Ausschussvorsitzende und Kreistagsabgeordnete Wolfgang Harling (SPD).

Dennoch stellte die SPD/Grüne-Gruppe den Antrag, Interesse an einer solchen IGS anzumelden. Zur Begründung erklärte Thorsten Lohmann (SPD): „Wir wollen, dass das Schulangebot in Sottrum dem tatsächlichen Bedarf der Familien entspricht. Sollte in Sottrum die Nachfrage nach einer IGS bestehen, ziehen wir es vor, dass die Eltern ihre Kinder hier auf eine solche Schule schicken.“

Diese Argumentation traf auf den reichlich gefüllten Publikumsplätzen allerdings auf keine Gegenliebe. So erklärte Schülersprecherin Marie-Thérèse Kaiser: „Wir sind gegen eine IGS. Sollte sie hier eingerichtet werden, bangen wir um die Existenz unseres Gymnasiums.“ Dem schloss sich auch Esther Engel, Sprecherin des Schulelternrats, an. „Wir müssen den Fortbestand des Gymnasiums gewährleisten.“ Rektor Franz Wenzl stimmte ebenfalls in den Tenor ein und sah den Bestand seiner Einrichtung bereits durch die Diskussion gefährdet.

„Die Stellungnahmen der Schüler und Eltern waren eindeutig, wir sollten diesen Willen respektieren. Ich verstehe aber die Rotenburger Politiker nicht, dass sie das auch noch wollen“, äußerte sich Jan-Christoph Oetjen (FDP). Außerdem bedauerte er es, dass der jahrelange Konsens in Sachen Schulpolitik leichtfertig aufs Spiel gesetzt werde. Dem hielt Torsten Lohmann entgegen: „Der vorherige Beschluss, Oberschule und Gymnasium zu schützen, ist mit dieser Befragung hinfällig.“ Dennoch waren die Leiter der zukünftigen Oberschule und des Gymnasiums, Christdemokraten und Liberale sowie das Publikum nicht von dieser Argumentation überzeugt. · ban

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