Bauhof der Gemeinde hat mit der Beseitigung von Abfällen alle Hände voll zu tun

Tatort Müllcontainer

Bauhof-Chef Nils Franzen stößt täglich auf unachtsam weggeworfenen Abfall. ·
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Bauhof-Chef Nils Franzen stößt täglich auf unachtsam weggeworfenen Abfall. ·

Scheessel - Von Lars WarneckeWenn es um Müll geht, haben viele Leute ihre eigene Ansicht. Sie haben meist ein gesundes Verhältnis zur Umwelt entwickelt, werfen von Kindesbeinen an den Abfall in das dafür vorgesehen Behältnis. Andere Zeitgenossen sind offenbar ohne Problembewusstsein was Abfall angeht, wie Beispiele in Scheeßel zeigen.

Aber hallo, wo sind wir denn hier? Nils Franzen glaubte nicht recht zu sehen. Da hatte im Industriegebiet doch tatsächlich jemand sein ausrangiertes Aquarium neben den Altglascontainer gestellt. Von illegalen Müllablagerungen kann der Bauhofleiter ein Lied singen – schließlich stoßen er und seine Kollegen bei ihren Arbeitsfahrten durchs Gemeindegebiet tagtäglich auf Unrat, der dort nichts verloren hat. „Oft sind es gerade die Sammelstellen, an denen der Müll einfach vor die Container gekippt wird“, weiß er aus Erfahrung zu berichten.

Erst neulich hätten die Bauhofmitarbeiter in einer groß angelegten Aktion den Kernort von herumliegenden Abfällen befreit. Am Ende, berichtet Franzen, habe man mehrere Säcke mit insgesamt 80 Litern Fassungsvermögen zusammengetragen.

Dabei sind es nicht nur kleinere Abfälle wie das achtlos weggeworfene Bonschenpapier oder der eben mal schnell weggeschnippte Zigarettenstummel, welche die Einsatzkräfte in Atem halten. „Was wir da finden, ist schon manchmal erschreckend“, meint Franzen. Von Katzenstreu über Dieselkanister bis hin zu Elektroteilen sowie Lacke und Farben reiche seiner Auskunft nach die Auslese. „Einige Bürger wählen da wohl den bequemeren Weg der Entsorgung, als ihren Sondermüll fachgerecht beseitigen zu lassen“, mutmaßt er.

Einige Orte, an denen ein höheres Personenaufkommen herrscht, würden zeitweise sogar regelrechten Deponien gleichen. Beispiel: Bahnhof. „Gerade am Wochenende, wenn die Fußballfans vom Werder-Spiel aus Bremen zurückkommen, liegt der Müll danach kreuz und quer auf der Straße verteilt“, erzählt der Bauhof-Chef. Hinzu kämen gelegentliche Graffitischmierereien an den Wänden, die von der Euphorie oder vom Frust der Fans zeugen.

Weitere Brennpunkte, die Franzen aufzählt, seien die Skateranlage sowie öffentliche Spielplätze. „Was die Sache für uns oft erschwert ist, dass der Wind den Abfall in alle Himmelsrichtungen verteilt“, erzählt er. Daher halte sein Team in Straßengräben und abgelegenen Winkeln ebenfalls nach Verunreinigungen Ausschau. „Leider müssen durch diesen zusätzlichen Aufwand andere wichtige Arbeiten unsererseits nicht selten hintenanstehen.“

Dass die Hemmschwelle, seinen Müll einfach irgendwo zu entsorgen, offenbar gesunken ist, weiß auch Yvonne Neumann vom Scheeßeler Bau- und Planungsamt. „Es ist unheimlich schwer, das Ganze in den Griff zu bekommen“, sagt sie. Ihr eindringlicher Appell an die Scheeßeler Bürger: „Den Abfall bitte dort entsorgen, wo er auch hingehört.“

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