Mitteilung online gelöscht

Tierbiss in Steinfeld: Polizeisprecher bedauert Form des eigenen Berichts

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An diesem Friedhof wurde ein Mitarbeiter der Gemeinde Steinfeld von einem Tier gebissen.

Steinfeld/Rotenburg - Die Diskussion um den „Wolfsbiss von Steinfeld“ läuft munter weiter – auch wenn nach Angaben des niedersächsischen Umweltministeriums kein DNA-Nachweis dafür erbracht werden konnte. Nun hat die Polizei des Landkreises ihre Pressemeldung aus dem Netz gelöscht.

Am Dienstag vergangener Woche soll es zu der Attacke auf einem Friedhof in dem Bülstedter Ortsteil gekommen sein. Ein Gemeindemitarbeiter hatte das berichtet, auch der Polizei. Die hatte daraufhin am darauffolgenden Tag eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der es wörtlich hieß: „Am Dienstagvormittag ist ein 55-jähriger Arbeiter der Gemeinde Bülstedt im Landkreis Rotenburg während der Pflege der Grünanlage am Friedhof in Steinfeld von einem Wolf gebissen worden.“ 

Auch die Rotenburger Kreiszeitung hat darüber ausführlich berichtet, die verschiedenen Statements veröffentlicht, Hintergründe erläutert. Bezogen auf die Polizeimeldung lautete die Schlagzeile in den gedruckten Ausgaben der Mediengruppe Kreiszeitung „Wolf beißt Mann“. Online auf kreiszeitung.de lautete der Titel des Artikels „Mann bei Grünarbeiten an Friedhof offenbar von Wolf gebissen“. Für den Biss eines Wolfes gibt es nach den DNA-Untersuchungen allerdings keinen Beleg. Welches Tier genau die Wunde des Mannes verursacht hat, bleibt bislang offen

Diese Entwicklung hat die Polizei als amtliche Quelle der Berichterstattung dazu bewogen, die Meldung von vergangener Woche an diesem Mittwochvormittag aus dem offiziellen Internetportal für Polizeimeldungen „Polizeipresse.de“ zu löschen. Dazu sagte der Sprecher der Rotenburger Polizeiinspektion, Heiner van der Werp, auf Nachfrage dieser Zeitung: „Nach Bekanntgabe des DNA-Ergebnisses sahen wir uns aufgefordert, nicht mehr von einem zweifelsfreien Angriff durch einen Wolf zu sprechen.“

Polizei Rotenburg: Bedauern über Meldung in dieser Form

Bei den Recherchen zu den Ereignissen am vergangenen Dienstag war einem Beamten der Polizeistation Tarmstedt von einem Gemeindemitarbeiter glaubhaft mitgeteilt worden, dass er von einem Wolf gebissen worden sei. „Meinem Kollegen gegenüber sei der Gemeindemitarbeiter mehr als sicher gewesen, es mit insgesamt vier Wölfen zu tun gehabt zu haben.“ Die Meldung in dieser Form als Tatsache veröffentlicht zu haben, bedaure van der Werp.

Dass die Meldung der Polizei ohne Hinweis aus dem Polizei-Portal gelöscht, aber nicht korrigiert wurde, begründet der Polizeisprecher mit der inhaltlichen Richtigkeit der Meldung. „Den Fehler, den ich gemacht habe, war das Fehlen eines Wortes wie ,mutmaßlich‘.“ 

Ein nachträgliches Ändern einer Meldung sei leider nicht möglich. „Den Text als einseitige Quelle online stehen zu lassen, wäre das falsche Signal in dieser Situation.“

Themeseiten zum Wolf 

Der Wolf ist seit 2008 wieder in Niedersachsen heimisch. Auf dieser großen Themenseite mit Interviews, Fakten und Videos beleuchtet kreiszeitung.de die Lebensweise der Wölfe, Probleme mit Wolfsrissen, gibt Verhaltenstipps bei Begegnungen mit dem Wolf und klärt mit Vorurteilen auf.

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