Hinweise auf Katzen und Hund

Nach Biss in Steinfeld: Keine DNA-Belege für Wolfsattacke gefunden

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In einer Pressekonferenz erklärte Olaf Lies am Dienstag die DNA-Analysen nach dem Tierbiss in Steinfeld.

Hat ein Wolf im Landkreis Rotenburg einen Menschen angegriffen? Nun liegen die Ergebnisse des DNA-Tests vor - ohne allerdings Klarheit zu bringen.

Für den angeblichen Angriff eines Wolfes in Steinfeld im Landkreis Rotenburg haben Wissenschaftler keine Belege gefunden. Die DNA-Analyse im Auftrag des niedersächsischen Umweltministeriums habe keinen entsprechenden Nachweis erbracht, teilte eine Sprecherin am Dienstag mit. Am Nachmittag erklärte Umweltminister Olaf Lies (SPD) Details in einer Pressekonferenz.

Demnach untersuchten Experten des Senckenberg-Instituts insgesamt sieben Proben. An keiner ergab sich ein Nachweis für einen Wolf, eine Probe weist auf einen Hund hin, eine weitere auf Katzen. Bei den sichergestellten Haaren handele es sich um Rehhaare. „Ich hätte mir ein klares Ergebnis gewünscht, um dann auch klare Handlungsanweisungen geben zu können“, sagte Lies. Untersucht wurden der Pullover des Mannes und der Hammer, mit dem er nach dem beißenden Tier geschlagen hatte.

Suche auch nach möglichen Hunden

Aktuell werde geklärt, ob sich in dem Bereich des Angriffs Hunde aufgehalten haben könnten. Dies geschehe auf Basis von Hinweisen, die das Ministerium erhalten habe. Dabei arbeite man auch mit Tarmstedts Samtgemeindebürgermeister Frank Holle zusammen. Dafür, dass der Mann die Tiere angefüttert hatte oder sonstwie ihr Vertrauen herbeigeführt hätte und diese nur mit ihm spielen wollten, gebe es keine Hinweise, erklärte Lies.

Der Umweltminister bedauerte die lange Zeit, die zwischen dem Biss und der Entnahme der DNA-Probe vergangen sein - am Ergebnis der Probe habe dies aber keinen entscheidenden Einfluss gehabt. Auf Nachfrage bestätigte Lies die Glaubwürdigkeit des Gebissenen, wies aber auch darauf hin, dass die Aussagen gegenüber der Polizei nicht eindeutig waren. Vielmehr habe der Mann von einem „großen Wildtier“ gesprochen.

Biss bei Zaunarbeiten

Ein Gemeindearbeiter war am Dienstag vergangener Woche in dem kleinen Ort rund 30 Kilometer nordöstlich von Bremen gebissen worden, wie er der Polizei später berichtete. Der Mann arbeitete demnach kniend am Zaun einer Grünanlage des Friedhofs. Als er nach hinten griff, sei seine Hand plötzlich festgehalten worden. Er blickte sich um und war überzeugt, einen Wolf zu sehen, der zugeschnappt hatte. Drei weitere Wölfe hätten die Aktion mit etwas Abstand beobachtet, so der Mann weiter. Dann habe er sich aber befreien und die Tiere vertreiben können. Einen Tag später ließ der 55-Jährige seine Hand verarzten.

Umgehend wurden daraufhin laut Umweltministerium zwei Mitarbeiterinnen des Wolfsbüros nach Steinfeld geschickt. Neben den Proben vom Pullover des Mannes und vom Hammer wurden auch tierische Haarproben sichergestellt. Die Proben gingen dann per Kurier ans Senckenberg-Institut im hessischen Gelnhausen. Im Falle einer Bestätigung wäre es der erste nachgewiesene Angriff eines Wolfes auf einen Menschen in Deutschland seit Rückkehr der Tiere nach der Wiedervereinigung gewesen.

dpa/kom

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