Die Tore sind bis Montag geöffnet

Hubertus Paetow hält Festrede bei Tarmstedter Ausstellung: Der Weg zur Nachhaltigkeit

+
Neuerungen in der landwirtschaftlichen Technik machen einen großen Teil der Ausstellung aus.

Die 71. Tarmstedter Ausstellung hat am Freitag ihre Tore geöffnet. Einmal jährlich kommt die Landwirtschaftsbranche dort zusammen.

Tarmstedt - Während die 71. Tarmstedter Ausstellung am Freitag ihre Tore geöffnet hat und die ersten Besucher über das Gelände flaniert sind, war der Himmel über ihnen wolkenverhangen. Geregnet hatte es auch schon in der Nacht zuvor. Normalerweise kein Grund zur Freude für Veranstalter einer solchen Messe, doch in Tarmstedt, wo die Landwirtschaftsbranche einmal im Jahr zusammenkommt, lässt man sich davon nicht stören. „Die meisten hier sind wohl glücklich über den Regen“, meinte Dirk Gieschen, Geschäftsführer der Tarmstedter Ausstellung, und verwies auf das Dürrejahr 2018 und die vergangenen Wochen, die ebenfalls sehr trocken waren.

Tarmstedter Ausstellung: An den Grenzen der Nachhaltigkeit

Das Klima und seine Folgen für die Landwirtschaft hat Hubertus Paetow, Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, in seiner Festrede in den Mittelpunkt gerückt. „Wir stoßen an die Grenzen der Nachhaltigkeit“, sagte er über die Branche und griff das in der Region aktuelle Thema des Grundwasserschutzes auf. Es bedürfe einer zukunftsfähigen Strategie, die eine ganzheitliche Entwicklung berücksichtigt. Einen „Königsweg“ sieht er dabei allerdings nicht. „Es wird immer die Wahl des geringeren Übels sein“, meinte Paetow. Lebensmittelproduktion funktioniere nicht gänzlich ohne Auswirkungen auf die Natur. Auch die Tierhaltung stehe vor Herausforderungen. Hier müssten die Betriebe selbst dafür sorgen, das Vertrauen zurückzugewinnen.

Gäste aus der Politik: Landtagsabgeordneter Eike Holsten (l.), die beiden Geschäftsführer Dirk Gieschen (2.v.l.) und Frank Holle (2.v.r.), Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast, Tarmstedts Bürgermeister Wolf Vogel und der Landtagsabgeordnete Marco Moormann.

Das ist auch Ziel vonBarbara Otte-Kinast (CDU), Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, wie sie auf der Bühne während der Eröffnung erklärte. „Ich möchte die Landwirtschaft in die Mitte der Gesellschaft rücken.“ Dafür rede sie nicht nur mit Landwirten, sondern suche auch den Austausch mit den Verbrauchern. Sie wolle durch ihre Arbeit als Ministerin erreichen, dass „Kinder von Landwirten im Bus nicht mehr gehänselt werden.“

Tarmstedter Ausstellung: Nachhaltigkeit und Image der Branche

Die Tarmstedter Ausstellung, da sind sich die Ehrengäste einig, ist der richtige Treffpunkt, um genau diese Themen, Nachhaltigkeit und das Image der Branche zu diskutieren. So stehen die Herausforderungen durch den Wandel im Mittelpunkt der Veranstaltung, erklärt Dirk Gieschen. In Tarmstedt wolle man Brücken bauen, etwas, das seiner Ansicht nach immer wichtiger wird. „Der Ton wird rauer gegenüber der Landwirtschaft.“ Die Ausstellung bringe Erzeuger und Verbraucher, Land- und Stadtbevölkerung zusammen. Die Wirkung nach außen hebt auch Hubertus Paetow hervor, schließlich gehe es nicht nur darum, sich über den technischen Fortschritt auszutauschen. Es sei auch eine gute Gelegenheit zu zeigen, wie Landwirtschaft funktioniert.

Hubertus Paetow, Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, hat über nachhaltige Entwicklung gesprochen.

Höhepunkt der Veranstaltung, die noch bis Montag andauert, werden die Tierschauen sein, die zum 40. Mal Bestandteil des Programms sind. Für Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast gehören sie dazu, wie sie sagt. Zwar gebe es auch Gegner, doch die Organisation sei bei der Ausstellung lobenswert. „Die Tiere, die hier gezeigt werden, denen geht es gut.“ Besucher, die normalerweise wenig Bezug zu Tieren hätten, könnten diese so erleben. Gerade dieses Brückenbauen werde damit in Tarmstedt gelebt: „Stadt und Land kommen zusammen.“

Tarmstedter Ausstellung: Zahlen, Daten, Fakten

Dieses Jahr werden mehr als 1000 Tiere auf der 71. Tarmstedter Ausstellung ausgestellt. Im Mittelpunkt der Schauen und Auftritte stehen Pferde, aber auch Kühe, Rinder, Schafe, Alpakas und Hunde werden präsentiert.

Das Ausstellungsgelände erstreckt sich über 18 Hektar Ausstellungsfläche mit 13 Hallen. Hinzu kommen 25 Hektar Parkplatzfläche.

Rund 750 Aussteller werden noch bis zum Montag ihre Produkte und Dienstleistungen rund um die Themen Haus, Garten und Landwirtschaft anbieten.

Für einen reibungslosen Ablauf sorgen 200 Mitarbeiter der Tarmstedter Ausstellung, 100 Mitarbeiter im Bereich der Gastronomie, 60 Feuerwehrleute und 30 Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind täglich von 9 bis 18 Uhr, und der Marktplatz ist von 9 bis 22 Uhr geöffnet.

Tageskarten für Erwachsene kosten zehn, Dauerkarten 20 Euro. Schüler ab 17, Studenten und Menschen mit Behinderung zahlen mit Ausweis für eine Tageskarte acht Euro, und für Kinder bis 16 werden sechs Euro fällig. Kinder bis fünf Jahre kommen kostenlos auf das Gelände.  gd

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Mbappé-Show bei PSG-Torfestival bei Dynamo Dresden

Mbappé-Show bei PSG-Torfestival bei Dynamo Dresden

Von der Leyen wird EU-Kommissionspräsidentin

Von der Leyen wird EU-Kommissionspräsidentin

Fotostrecke: Füllkrug mit neuer Frise - Eggestein trainiert zum Start individuell

Fotostrecke: Füllkrug mit neuer Frise - Eggestein trainiert zum Start individuell

Mehrere Rechtsverstöße am Rande von Merkel-Besuch in Dresden

Mehrere Rechtsverstöße am Rande von Merkel-Besuch in Dresden

Meistgelesene Artikel

Rekord: 117.000 Besucher bei der Tarmstedter Ausstellung

Rekord: 117.000 Besucher bei der Tarmstedter Ausstellung

83-Jährige bei Unfall schwer verletzt - Polizei lobt Ersthelfer

83-Jährige bei Unfall schwer verletzt - Polizei lobt Ersthelfer

Mit gemischten Gefühlen auf nach Norwegen

Mit gemischten Gefühlen auf nach Norwegen

Zu viele Fundkatzen

Zu viele Fundkatzen

Kommentare