Tarmstedter Ausstellung

Landwirte bleiben optimistisch

Veranstalter und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Verbänden stoßen gemeinsam auf die Eröffnung der Messe an. - Foto: Goldstein

Tarmstedt - Von Matthias Röhrs. Der Blick geht nach vorne. Die Zukunft der Landwirtschaft ist das prägende Thema der diesjährigen Tarmstedter Ausstellung. Doch, wie bei der feierlichen Eröffnung am Freitag deutlich wurde, braucht es dafür nicht nur Mut, sondern vor allem Respekt – ganz gemäß dem Motto der größten Landwirtschaftsmesse Norddeutschlands.

Niedrige Milchpreise, Streit mit Umweltschützern: Die Landwirte haben in diesen Zeiten an einigen Fronten zu kämpfen. Dirk Gieschen, Geschäftsführer der Ausstellung, hat gerade im Internet in dieser Sache eine mangelnde Diskussionskultur ausgemacht. Es fehle häufig an Respekt. Die Landwirtschaft solle diesen von den Kritikern einfordern, ihnen aber auch damit begegnen.

Auch der Schirmherr der Tarmstedter Ausstellung, Landrat Hermann Luttmann (CDU), wünscht sich eine ausgewogenere Auseinandersetzung mit dem Thema. Wer Bauern und Landvolk nur kritisiere, ohne ihre Seite zu kennen, der solle „den Mund halten“, sagte er und warnte die mehr als 800 geladenen Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden sowie den dreifachen Rodel-Olympiasieger und Biogas-Lobbyisten Georg Hackl davor, die Verantwortung bei einer Gruppe festzumachen. Doch dazu sei die Tarmstedter Ausstellung laut Gieschen da: Um miteinander zu reden, und zwar in der realen Welt, nicht in der virtuellen.

„Die Ausrichtung in der Landwirtschaft wird eine andere sein. Während bisher Arbeitserleichterung, Effizienz und Tiergesundheit im Mittelpunkt standen, werden die Prioritäten künftig Klimaschutz und Tierwohl heißen müssen“, sagte Festredner Ralf Stephan, Chefredakteur der Zeitschrift „Land & Forst“.

Es sei wichtig zu bedenken, dass die Landwirtschaft nicht nur Nahrungsmittel erzeuge, sondern auch als Wirtschaftsfaktor den ländlichen Raum stärke und Kulturlandschaften erhalte. „Wenn es uns nur um möglichst billiges Essen geht, werden die Bauernhöfe in der Nachbarschaft noch schneller als bisher verschwinden. Und das kann am Ende sehr teuer werden“, ist Stephan überzeugt.

Über die derzeit angespannte Lage in der Landwirtschaft sowie mögliche Lösungen und Wege aus der Krise diskutierten auf der Bühne der Präsident des Landesbauernverbandes Niedersachsen, Werner Hilse, der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Heinrich Ehlen, die Grünen-Landtagsabgeordnete Elke Twesten und der Landvolkvorsitzende Rudolf Heins ebenso wie die beiden Junglandwirte Alena Knoop und Thore Carstens.

Einhelliger Tenor: Trotz schwieriger Zeiten sollte der Blick optimistisch in die Zukunft gerichtet werden – jedoch nicht ohne die Wirtschaft. „Die Milchviehalter müssen gemeinsam mit den Molkereien neue Wege finden, um dauerhaft rentabel produzieren zu können“, so beispielsweise Luttmann.

Eröffnung der Tarmstedter Ausstellung 

Bis einschließlich Montag läuft die Tarmstedter Ausstellung mit mehr als 750 Ausstellern aus den Bereichen Landwirtschaft, Gartenbau, Erneuerbare Energien und Freizeit sowie mit Fachveranstaltungen und Vorträgen. In dieser Zeit werden bis zu 100.000 Besucher erwartet.

Mehr zum Thema:

Auto in Menschengruppe: 73-Jähriger stirbt in Heidelberg

Auto in Menschengruppe: 73-Jähriger stirbt in Heidelberg

Bayern deklassiert HSV mit 8:0 - Auch Leipzig und BVB siegen

Bayern deklassiert HSV mit 8:0 - Auch Leipzig und BVB siegen

Wellinger und Eisenbichler jubeln bei Skisprung-WM

Wellinger und Eisenbichler jubeln bei Skisprung-WM

Premiere von "O sole mio" in Weseloh

Premiere von "O sole mio" in Weseloh

Meistgelesene Artikel

Zurück zum alten System: Eingangsstufe hat ausgedient

Zurück zum alten System: Eingangsstufe hat ausgedient

Feuerengel feiert Geburtstag in Scheeßel

Feuerengel feiert Geburtstag in Scheeßel

Der „Quantensprung“

Der „Quantensprung“

Mit 2,2 Promille unterwegs

Mit 2,2 Promille unterwegs

Kommentare