Größte Landwirtschaftsausstellung Norddeutschlands

Der Bauer als Unternehmer

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Größte Landwirtschaftsausstellung Norddeutschlands in Tarmstedt

Tarmstedt - Von Heinz Goldstein. Die Tarmstedter Ausstellung hatte mit rund 15.000 Besuchern am Freitag einen erfolgreichen Start. Und auch der Samstag und Sonntag waren gut besucht. Geschäftsführer Dirk Gieschen ist mit dem Verlauf der Messe, die heute Abend endet, sehr zufrieden.

Der Sonnabend habe die Rekordbesucherzahl von nahezu 29 000 Interessierte eingestellt. „Wir sind gefühlt gut im Plan und hoffen, die uns gesteckten Ziele zu erreichen“, erklärte Gieschen im Gespräch mit der Kreiszeitung.

Das erste Feedback von den Ausstellern nicht nur aus der Landwirtschaft, sondern auch aus den Bereichen Haushalt, Freizeit sowie Bauen und Wohnen sei positiv gewesen. Zudem seien die Ränge bei den Tierschauen gut gefüllt. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, müssten sich die Landwirte über den aktuellen Stand der Technik informieren. „Nach meinem ersten Eindruck sind gerade im Bereich Schlepper und Großgerät einige Innovationen auf dieser Ausstellung zu sehen, die wegen ihrer Effizienz sehr interessant sind“, so Gieschen. Informativ sei die Gülle-Technik im Bereich der verlustfreien und emissionsarmen Düngung. Ob Kleinbauer oder der Unternehmer Landwirt, für beide werde einiges geboten.

Während der Ausstellung ist auch die Firma Fricke, mit Hauptsitz in Heeslingen vertreten. Seit 50 Jahren ist die Firma in Tarmstedt dabei.

„Die Landmaschinentechnik hat sich auf die Anforderungen der Agrarwirtschaft auch gerade im Bezug auf den Umweltschutz eingestellt“, erklärt der Geschäftsführer Hans-Peter Fricke im Gespräch mit unserer Zeitung. Der heutige Landwirt habe es nicht leicht.

„Realistisch gesehen werden wir nicht mehr auf den Stand der Bauern der 50er Jahre zurückkommen, als die Manchesterhosen trugen und einige Milchkühe, Rinder und Schweine hielten, “, so Fricke. Der moderne Landwirt sei gezwungen, einen Wirtschaftsbetrieb aufzuziehen. „Wir als Unternehmen der Landmaschinentechnik stellen uns dieser Herausforderung. Die Maschinen werden größer, effizienter und noch intelligenter“, so der Geschäftsführer.

Fachkompetenz auch im Bereich der Ausbildung sei dabei höchstes Gebot. Der Stand in Deutschland in diesem Bereich sei global gesehen einmalig. Der heutige Landwirt müsse ökonomisch arbeiten, um in der Zukunft weiter wettbewerbsfähig zu sein. Dazu gehöre auch die Effizienz beim Ausbringen von Dünger und Pflanzenschutzmitteln. Das Ende der Fahnenstange in den technischen Entwicklungen sei zwar noch nicht erreicht, aber die örtlichen Infrastrukturen, würden gigantische Maschinen wegen ihrer Dimensionen in Höhe und Breite in Deutschland Grenzen setzen. „Unsere Landwirte achten auf Bodendruck, Qualität des Ackers und Rücklockerung, um bessere Erträge zu erzielen“, weiß Fricke.

67.Tarmstedter Ausstellung

Der erste Tag der Ausstellung habe gezeigt, wie wichtig für den Landwirt der effektive Einsatz von Maschinen sei. „Wir haben viele Gespräche mit dem Fachpublikum geführt und konnten einige Geschäfte für einen Abschluss vorbereiten. Wir bewegen uns bei den großen Maschinen im finanziellen Bereich von mehreren hunderttausend Euro. Da wird ein Vertrag nicht mal so eben zwischen Bratwurst und Eis gemacht“, erklärt Fricke.

Die Tarmstedter Ausstellung habe sich zu einem bedeutenden Schaufenster rund um die Land- und Viehwirtschaft sowie Haus und Garten entwickelt. Die ganz fetten Jahre aber seien vorbei und der Markt sei schwieriger geworden.

67. Tarmstedter Ausstellung eröffnet

„Da darf man nicht locker lassen und da bietet sich die Tarmstedter Ausstellung ganz besonders an. Hier präsentiert sich unsere Branche dem breiten Fachpublikum“, so Fricke. Er sieht diese Messe auf Jahre hinaus als wichtiges Forum für Käufer und Verkäufer gesichert.

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