Bauernpräsident Joachim Rukwied eröffnet Tarmstedter Ausstellung

Mehr Präzision und Tierwohl

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Das Riesenrad ist das Wahrzeichen der Tarmstedter Ausstellung. Die Veranstalter erwarten etwa 100000 Besucher.

Tarmstedt - Von Matthias Röhrs. Mehr als 700 Betriebe sind bis Montag auf dem Messegelände am Ortsrand zu Gast: Am Freitag haben Landrat Hermann Luttmann (CDU) und der Präsident des Deutschen Bauerverbandes, Joachim Ruckwied, die 67. Tarmstedter Ausstellung eröffnet. Die Veranstalter rechnen bei der größten Landwirtschaftsausstellung in Norddeutschland an vier Tagen mit etwa 100000 Besuchern.

Insgesamt 180000 Arbeisstunden würden alle Beteiligten pro Jahr für die Messe aufbringen, so der Geschäftsführer der Ausstellung, Dirk Gieschen. Damit sei die Tarmstedter Ausstellung ein Wirtschaftsfaktor für den ländlichen Raum, der nicht mehr wegzudenken ist. In diesem Jahr stünde die Ausstellung ganz unter der Überschrift „mehr Präzision, mehr Tierwohl und mehr Kostenbewusstsein“, so Gieschen.

Auch Tarmstedts Samtgemeindebürgermeister Frank Holle (CDU) sah indes keine Veranlassung, die Messe irgendwann einmal nicht mehr zu veranstalten. Neben den 700 Ausstellern gebe es eine Warteliste – damit ließen sich kurzfristige Absagen ausgleichen.

Bauernpräsident Joachim Rukwied brachte in seiner Rede die Themen Tierwohl, Milchquote, Naturschutz und Mindestlohn zur Sprache. Zuvor nutze er noch die Gelegenheit für einen Rundgang über das Gelände. „Das, was ich gesehen habe, lässt das Herz eines Landwirts höher schlagen“, sagte er zu Beginn. Das breite Ausstellungsspektrum zeige die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft und der ganzen Branche. Diese habe sich gewandelt und weiterentwickelt, sagte Rukwied den 800 Gästen während der Eröffnungszeremonie.

Ordentlich was los hier. Kurz vor der offiziellen Eröffnung der Tarmstedter Ausstellung durch den Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes Joachim Ruckwied.

Posted by Rotenburger Kreiszeitung on Freitag, 10. Juli 2015

Der Berufsstand würde die derzeitige Diskussion rund um die landwirtschaftlichen Themen annehmen. „Wir hören zu und sind bereit, Dinge gemeinsam mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft weiterzuentwickeln. Aber in diese Diskussionen gehen wir nicht mit einer demütigen Haltung, sondern offen und selbstbewusst, gepaart mit unserem Sachverstand“, so Rukwied weiter.

Ländliche Räume hätten nur dann eine Zukunft, wenn die Landwirtschaft floriere und Bauernfamilien mit ihrer täglichen Arbeit ein angemessenes Einkommen erwirtschaften können. „Ohne eine funktionierende, stabile Landwirtschaft hat der ländliche Raum keine Zukunft“, betonte der Bauernpräsident.

67. Tarmstedter Ausstellung eröffnet

„Einmal mehr präsentiert sich die Traditionsausstellung als größte regionale Schau des Nordens für die Bereiche Landwirtschaft, Tierzucht, erneuerbare Energien, Bauen, Haus und Garten“, sagte Landrat Hermann Luttmann. Er kritisierte das schlechte Bild der Landwirte in der Öffentlichkeit. Diese würden sich zunehmend stigmatisiert fühlen, die Branche stünde unter Dauerkritik. „Sie würden grundsätzlich dafür verantwortlich gemacht für alles, was schief laufe. Im Natur und Umweltschutz oder im Umgang mit Tieren“, bezog sich der CDU-Politiker auf einen entsprechenden Pressebericht.

Er merkte an, dass auch die Bevölkerung auf dem Land immer weniger direkten Kontakt zum Agrarwesen hätte. Weniger als 5000 der etwa 162000 Bürger des Landkreises Rotenburg arbeiteten dem Landrat zufolge derzeit noch auf einem der etwa 1600 landwirtschaftlichen Betriebe. Zum Vergleich: Im ersten Jahr der Tarmstedter Ausstellung – das war 1949 – seien es in den damaligen Landkreisen Rotenburg und Bremervörde noch 35000 Mitarbeiter in 11000 Betrieben gewesen, bei 140000 Einwohnern.

„Öffentlichkeitsarbeit ist wichtig“, sagte Luttmann den Landwirten, denn sie könnten nicht wollen, dass hauptsächlich Naturschutzorganisationen die Verbraucher über schwarze Schafe informierten und Einzelne dann stellvertretend für die Landwirtschaft am Pranger stünden.

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