Telekom mustert auch in Scheeßel unrentable Stationen aus

Vom Suchen und Finden der Telefonzelle

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Telefonzellen sind rar geworden im Scheeßeler Ortsbild. ·

Scheessel - Von Lars Warnecke. Was sind das für kleine Häuschen, in denen Telefone hängen? Im Zeitalter der Smartphones ist das Konzept eines fest installierten Telefons am Straßenrand gerade der Jugend schwer zu vermitteln.

Und doch – es gibt sie noch in Scheeßel: die Telefonzelle. Allerdings verschwinden die Fernsprechhäuschen nach und nach aus dem Ortsbild. Zuletzt wurden am Kohlhofweg/Ecke Harburger Straße sowie am Vareler Weg in Höhe der Beeke-Schule öffentliche Telefonstationen, so die offizielle Bezeichnung der Telekom, ausgemustert und abtransportiert.

Wie viele dieser Fernsprecher in der Gemeinde Scheeßel noch aufgestellt sind, darüber hüllt sich die Telekom in Schweigen. Nur so viel war gestern von Unternehmenssprecherin Stefanie Halle telefonisch in Erfahrung zu bringen: „Ob ausgemustert wird oder nicht, darüber entscheiden wir nach rein wirtschaftlichen Aspekten.“ Werde ein öffentliches Telefon nicht mehr benutzt, wird es abgebaut. Das könne man bei jedem Standort auf den Cent genau sehen.

Schließlich verursachen die Stationen einen erheblichen Unterhaltungsaufwand. Und dieser Aufwand erhöht sich durch die traurige Tatsache, dass die Stationen immer wieder ins Visier von Randalierern geraten, die dort unbehelligt ihre Zerstörungswut ausleben. Ein erheblicher Kostenfaktor für den Konzern.

Bei der Entscheidung über den Abbau von Telefonzellen stimmt sich die Telekom mit den Kommunen ab. Im Fall der Gemeinde Scheeßel mit Fachbereichsleiter Stefan Behrens. „Die Telekom informiert uns immer sehr frühzeitig von ihren Absichten“, sagt der Verwaltungsmitarbeiter. „Wir können dann dazu Stellung nehmen, ob wir dem geplanten Abbau zustimmen oder nicht.“

Fest steht jedenfalls, dass die Geräte, die es noch gibt, benutzt werden. Auch für Notrufe. Thomas Hinze, Chef der Einsatzleitstelle für Rettungsdienst und Feuerwehr in Zeven, bestätigt das: „Immer wieder erreichen uns Anrufe, die aus einer Telefonzelle kommen.“ Das sei aber nicht der Regelfall. „Hauptsächlich greifen die Leute zum Handy.“

Etwa 50 000 Telefonzellen gibt es bundesweit noch. Den zumeist Kartentelefonen stehen aber mehr als 60 Millionen Mobiltelefone gegenüber, was schon die große Diskrepanz verdeutlicht. Ein Auslaufmodell sei die öffentliche Telefonstation jedoch nicht, sagt Stefanie Halle . „Eine Grundversorgung wird auf jeden Fall sichergestellt.“ Im Ortskern würden die verbliebenen Stationen immer noch häufig genutzt. Und das gelte auch dort, wo viele ältere Menschen leben. Darüber hinaus werden vor allem in größeren Städten inzwischen Multimedia-Stationen vorgehalten, die einen Zugang zum Internet bieten. Bis nach Scheeßel ist diese Technik bisher aber noch nicht vorgedrungen.

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