Sottrumer Gemeinderat beschließt trotz immenser Kritik Bebauungsplan

Streit ums Baugebiet

Sottrum - Ein letztes Mal vor den Kommunalwahlen am 11. September kam der Gemeinderat Sottrum am Montagabend zur Sitzung zusammen – und hatte dabei etliche Themen auf der Tagesordnung.

Bürgermeister Hans-Jürgen Krahn hatte in der vergangenen Verwaltungsausschusssitzung angeregt, die Aufwandsentschädigung für die Wegemeister in Sottrum und Everinghausen zu erhöhen. Dieser Vorschlag ging mit einer Petition von Hans Schröder, Wegemeister in Sottrum, einher. Dieser bekommt momentan 140 Euro im Monat, bei einer Arbeitszeit von 30 Stunden. Dies entspräche einer Entlohnung von 4,66 Euro die Stunde, teilte Schröder dem Rat in einem Schreiben mit.

Die Verwaltung, die von Jürgen Schlusnus vertreten wurde, äußerte Verständnis für den Wunsch nach einer höheren Entlohnung, empfahl aber, die Tarife zu belassen. „Dann müssen die Wegemeister ihre monatliche Stundenzahl verringern, um angemessenen Lohn zu bekommen“, sagte Schlusnus, der für den morgens erkrankten Gemeindedirektor Peter Freytag eingesprungen war. Diesem Vorschlag folgte auch der Rat und stimmte bei drei Enthaltungen zu.

Nächster Programmpunkt war eine Änderung des Bebauungsplans am Gymnasium in Sottrum. Auf Hinweis des Landkreis muss der genannte zweireihige Gehölzstreifen in einen dreireihigen Streifen umgeändert werden. Diesen kleinen Antrag nutzten einige Mitglieder des Rates, um noch einmal den Bebauungsplan und dabei besonders die geplante Traufhöhe von 3,80 Metern mit dem verbundenen Verbot von Toskana-häusern zu kritisieren.

„Ich bin gegen den Plan, mit dem wir zum ersten Mal die Traufhöhe festsetzen“, erklärte Siegfried Schad (SPD). Der Rat dürfe den Bauherren nicht vorschreiben, wie sie zu bauen hätten. Auch seien die Grundstücke mit 1 000 Quadratmetern viel zu groß. Hans-Jürgen Brandt stimmte seinem Parteikollegen zu und stellte fest: „Hier wird ein Klientelbaugebiet für gut Betuchte gebaut“. Dem widersprachen die Vertreter der CDU und FDP vehement und verwiesen darauf, dass große Grundstücke mit mehr Wohnqualität verbunden seien.

„Mehr Grün rund um die Häuser ist doch keine Flächenvergeudung“, betonte Carsten Fricke (CDU). Nach Ansicht von Lühr Klee (Grünen) zeige die Diskussion sehr deutlich, dass die Siedlungspolitik nicht im Konsens verlaufe. Trotz der geäußerten Bedenken gab es bei der Abstimmung nur eine Gegenstimme aus der SPD.

Die Sozialdemokraten hatten außerdem den Antrag gestellt, die Miete für die Nutzung des Heimathauses von 211 Euro auf 150 zu verringern. Die Partei brachte die geringere Nutzung mit der hohen Miete in Verbindung. Jürgen Schlusnus konnte hier allerdings keinen Zusammenhang ausmachen. „Es ist kein Trend zu erkennen, die Zahl der Nutzer schwankt stetig.“ Deshalb empfahl er, keine Änderung an der Miete vorzunehmen.

Jan-Christoph Oetjen witterte in dem Antrag ein Wahlkampfmanöver der SPD und warnte vor einem Schnellschuss. Die Ratsmehrheit aus CDU und FDP schloss sich der Einschätzung der Verwaltung an und lehnte mit ihrer Mehrheit den Antrag ab. · ban

Wegemeister ohne

Lohnerhöhung

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

Visselhöveder Familie bangt um das Leben ihres Hundes

Visselhöveder Familie bangt um das Leben ihres Hundes

Visselhöveder Familie bangt um das Leben ihres Hundes
Weg frei für Kalandshof-Quartier

Weg frei für Kalandshof-Quartier

Weg frei für Kalandshof-Quartier
Kindergartenausbau kommt der Gemeinde Hassendorf teuer zu stehen

Kindergartenausbau kommt der Gemeinde Hassendorf teuer zu stehen

Kindergartenausbau kommt der Gemeinde Hassendorf teuer zu stehen
Für Ralf Goebel ist es eine Ehre

Für Ralf Goebel ist es eine Ehre

Für Ralf Goebel ist es eine Ehre

Kommentare