Projekt von Gemeindearchivar und Verwaltung im Fachausschuss vorgestellt / Auch Plaketten finden Zustimmung

Straßenschilder erhalten Erläuterungen

Im Scheeßeler Pfarrhaus waren 1813 zahlreiche französische Generäle einquartiert. Eine Plakette mit zeitgenössischem Motiv wird vor Ort an dieses historische Datum erinnern.
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Im Scheeßeler Pfarrhaus waren 1813 zahlreiche französische Generäle einquartiert. Eine Plakette mit zeitgenössischem Motiv wird vor Ort an dieses historische Datum erinnern.

Scheessel - Von Lars Warnecke. Wenn Bürger auf Straßenschildern Namen sehen und nicht wissen, an wen da erinnert werden soll, ist das schade, findet Karsten Müller-Scheeßel. Mit seiner Anregung erreichte der Gemeindearchivar am Mittwochabend im Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus, Kultur- und Heimatpflege mehr als im vorschwebte.

Wer weiß schon jederzeit ohne Griff zum Smartphone, wer Alma Rogge, August Dönitz oder Hinrich Meyer waren? Zahlreiche Straßen im Kernortgebiet sind nach historischen, teils in Scheeßel wirkenden Persönlichkeiten benannt und geben Besuchern wie Einheimischen Rätsel auf.

Die Vorstellung, das grundsätzlich ändern zu müssen, fand im Gemeinderat Ende vergangenen Jahres bereits Zustimmung, und so lag es am Gemeindearchivar, in Abstimmung mit der Verwaltung, erklärende Ergänzungen zu Personen, aber auch zu geschichtsträchtigen Orten wie die Ostlandsiedlung, die Anfang der 1950er Jahre für Kriegsflüchtlinge errichtet worden war, auszuarbeiten. „Wir haben dann noch einige Anregungen aus der Öffentlichkeit in die Planungen mit einfließen lassen“, erklärte Verwaltungsmitarbeiter Stefan Behrens.

Dabei habe man auch technische Aspekte berücksichtigen müssen, da die Straßenschilder entsprechend ihrer Aufstellung in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten kein einheitliches Fabrikat aufweisen. „Viele Hersteller haben inzwischen ihr System umgestellt oder es gibt sie gar nicht mehr“, so Behrens. Somit sei der Bauhof mit der Aufgabe betraut worden zu prüfen, um welche Schilder es sich vor Ort jeweils handelt.

„Auch die Beschaffenheit der Straße, also ob es sich um eine beidseitig zu befahrene Straße oder eine Einbahnstraße handelt, wurde erfasst, um so die Beschilderung jeweils an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen.“

Zwei Dutzend Straßennamen, so stand am Ende der Sitzung fest, sollen künftig mit Erläuterungstafeln inklusive zwei- bis dreizeiligen Angaben zu Rogge, Dönitz und Co. durchleuchtet werden. Mehr als zu Anfang noch vorgesehen, denn kurzum hatte sich der Fachausschuss darauf verständigt, auch den Teterower und den Tukumser Weg (beides Namen in Anlehnung an die Scheeßeler Partnergemeinden) im Baugebiet „Vor dem Varel“ sowie die Vogteistraße zu berücksichtigen. „Neue Ideen können in Zukunft natürlich noch hinzukommen“, betonte Behrens.

Zudem sollen an das Geburtshaus von Heinz Fehling sowie am Zaun zum Pfarrhaus jeweils eine Plakette angebracht werden, die darüber informiert, dass dort Scheeßeler Geschichte geschrieben wurde.

Und der Ideengeber? Der zeigte sich zufrieden mit dem, was da angeschoben wurde – wenngleich ihm die eine oder andere Erläuterung eigenen Angaben zufolge doch arg verkürzt erscheint. „Zwar werden wir mit dem Projekt nicht tausende Touristen in den Ort holen, aber es ist ein kleiner Schritt nach vorn“, sagte Karsten Müller-Scheeßel.

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