Der Vorsitzende des Rudolf-Schäfer Vereins, Ernst-Ulrich Pfeifer, redet Tacheles

„Sträflich unter Wert gehandelt“

Ernst-Ulrich Pfeifer mit einer Skizze zur Umgestaltung des ältesten Rotenburger Hauses.

Rotenburg - ROTENBURG (bn) · Ernst-Ulrich Pfeifer (61), ehemaliger Rotenburger Stadtdirektor, jetzt als Rechtsanwalt tätig und mit Herzblut Vorsitzender des Anfang vergangenen Jahres gegründeten und inzwischen 58 Mitglieder zählenden Rudolf-Schäfer-Vereins, wird ungeduldig: Endlich müsse dieses älteste, eines der ganz wenigen Fachwerkhäuser der Kreisstadt, in dem der berühmte Sohn der Stadt, der Kirchenmaler und Illustrator Rudolf Schäfer über 50 Jahre gelebt habe, die ihm angemessene Bedeutung wiedererhalten. Stadt, Bürger und Verein seien aufgerufen, gemeinsam tätig zu werden.

„Wir reden über ein Schmuckstück und Alleinstellungsmerkmal für die Kreisstadt Rotenburg. Es ist einmal das älteste erhaltene Haus der Stadt, gebaut Ende des 17. Jahrhunderts und war 50 Jahre der Lebensmittelpunkt des deutschlandweit geschätzten evangelischen Kirchenmalers und Illustrators der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Rudolf Schäfer“, fasst Pfeifer zusammen.

Rotenburg habe dieses außergewöhnliche Haus in der Vergangenheit „sträflich unter Wert“ gehandelt. Investiert sei bisher immer nur das Notwendigste, „weil man sich nicht traute, es abzureißen“. Als weitere Gründe für ein bisher weitgehendes Missachten nannte der Vorsitzende: Nichtwissen, eine „gewisse Überheblichkeit der Moderne gegenüber dem Werk von Rudolf Schäfer“.

Der Verein, dessen Mitglieder sich durch Engagement auszeichneten und zu dem unter anderem auch der ehemalige Stadtdirektor Dr. Klaus Rosenzweig gehöre, habe, so Ernst-Ulrich Pfeifer, ein Konzept erarbeitet, um das Haus wieder in den Zustand zu versetzen, den ihm Rudolf Schäfer einmal gegeben habe. Eine Aufgabe, die Bürger, Stadt und Verein gemeinsam fordere.

Ziel müsse es unter anderem sein, die Person und das Werk Rudolf Schäfers stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung hineinzutragen. Darum werde sich der Verein auf vielfältige Weise bemühen. – Dieses Haus müsse weiterhin ein städtisches und ein Rudolf-Schäfer-Museum zum Nutzen der Stadt sein. „Das, was Luther durch Schreiben versucht hat, hat Schäfer als christliche Botschaft durch Illustration unternommen“, sagt Pfeifer. Nach den Vorstellungen des Rudolf-Schäfer-Vereins sollen die Gästeführer in dem umgestalteten Haus einen Raum als „Stützpunkt“ zur Verfügung gestellt bekommen. Eine Reaktion darauf, dass der Städtetourismus älterer Personen ständig zunimmt.

Jetzt gehe es darum, bemerkt der Vorsitzende, die Stadt als neue Eigentümerin des Rudolf-Schäfer-Hauses von dem Konzept zu überzeugen. Die Kosten der Baumaßnahmen, die nach den Vorstellungen von Ernst-Ulrich Pfeifer im nächsten Jahr beginnen können, werden sich auf 200 000 bis 300 000 Euro belaufen. Zum großen Kreis der infrage kommenden Geldgeber zählt er auch die Bürgerschaft. Im Jahre 2012/13 könne dann die Einweihung des Umbaus sein.

Der ehemalige Rotenburger Verwaltungschef: „Dies ist eine Investition in die Zukunft durch Pflege der Geschichte.“ Aus dem „Nichtwahrnehmen von Rudolf Schäfer“ müsse Begeisterung gemacht werden. Was man mit der Cohnschen-Scheune geschafft habe, so Pfeifer, müsse auch beim Rudolf-Schäfer-Haus möglich sein.

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