Rückbau oder Ausbau? Was plant ExxonMobil bei der Bohrstelle Stapel Z 1?

Stochern im Dunkeln

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Verwirrung um die Versenkbohrstelle Stapel Z1: Noch scheint unklar, ob es eine zweite Bohrung gibt. ·

Sottrum - Von Matthias BergerSTAPEL · In Stapel machen Gerüchte die Runde, dass der Energiekonzern ExxonMobil neben der Versenkbohrstelle Stapel Z 1 einen weiteren Bohrturm plant. Auch der Gemeinderat Horstedt hat sich bereits mit der Problematik beschäftigt. Nun schreibt ExxonMobil auf Anfrage der Kreiszeitung: „Für die Bohrung Stapel Z1 laufen derzeit lediglich Planungen für einen Rückbau der Bohrung sowie die Rekultivierung des bestehenden Platzes.“ Rückbau statt Ausbau?

Horstedts Bürgermeister Heinz Dieter Gebers ist über die neue Entwicklung in Sachen Gasbohrung Stapel verwundert. „Ich habe von Exxon die Information bekommen, dass die alte Bohrstelle aufgegeben wird, weil sie nicht ergiebig ist. Und dass daneben eine neue Bohrstelle geplant ist.“

Auf Nachfrage erklärt Konzernsprecher Klaus Torp: „Im näheren Umkreis sind keine neue Bohrungen geplant.“ Richtig sei, dass Exxon die bereits bestehende Bohrung zurückbauen werde, weil man „nicht fündig“ geworden sei. Auf Nachfrage, ob es üblich sei, erfolglos zu bohren, antwortet Torp: „Nein. Das kommt aber leider in Einzelfällen vor. Daran wird deutlich, wie groß das Kapitalrisiko der Erdgasförderung ist. Bei der Erkundung lassen sich mit Hilfe der durch Seismik gewonnenen Daten dreidimensionale Bilder des Untergrundes erstellen und somit die Bereiche erkennen, in denen gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bohrung bestehen. Um endgültige Sicherheit zu bekommen, ob sich Erdgas im Untergrund befindet, muss jedoch eine Bohrung abgeteuft werden.“

Auch das Landesbergamt weiß nach eigenen Angaben nichts von einer erneuten Bohrung bei Stapel. Auf Anfrage erklärt Pressesprecher Andreas Beuge: „Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie hat keine Kenntnis von einem geplanten neuen Bohrturm zur Förderung von Erdgas in der Ortschaft Stapel in der Samtgemeinde Sottrum.“

Die Bürger wollen ihrem Glück allerdings noch nicht trauen. „Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Mir hat man etwas anderes gesagt“, bringt Gebers das Misstrauen vor Ort auf den Punkt, das sich mit einem Gefühl der Machtlosigkeit mischt. „Wir können uns nicht dagegen wehren“, klagt Gebers. „Was soll so eine kleine Gemeinde schon tun? Wir können nicht klagen, dafür fehlt uns das Geld. Am Ende entscheidet das Landesbergamt.“ Laut Gebers, der im Gemeinderat über die Pläne von ExxonMobil berichtet hatte, habe der Konzern bereits Kontakt zu Landwirten aufgenommen, um die benötigten Flächen zu erwerben. Der Antrag auf eine Erweiterung der Gasförderung in Stapel sei für Mai geplant, so der Bürgermeister weiter.

Bei Klaus Dieter Szczesny, der für die Grünen im Horstedter Gemeinderat sitzt und als Sprecher der Bürgerinitiative Frackloses Gasbohren seit Jahren gegen die Gasförderung Stellung bezieht, ist Resignation zu spüren: „Im Gemeinderat wurde bekanntgegeben, dass Exxon das Gasfeld durch eine zweite Bohrung erweitern will. Das ist nicht zu vermeiden. Die Industrie kann machen was sie will.“

Den Menschen in Stapel und Horstedt bleibt nur die bange Hoffnung, von weiteren Gasbohrungen (vorerst) verschont zu bleiben.

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