Die Arbeitsagentur stellt sich neu auf / Altkreis Rotenburg zum Bezirk Stade

Standorte nicht gefährdet

Sie kommentierten die Arbeitsmarktentwicklung im Juli und nannten Details zur möglichen neuen Agentur-Struktur: Markus Pragal (v.l.), Nina Wöstenkuhler (Jobcenter), Oliver Lemke und Joachim Duensing. ·

Kreis Rotenburg - Die gute Nachricht vorweg: „In der Fläche werden die Standorte der Arbeitsagenturen bleiben.“ Joachim Duensing, Vorstandsvorsitzender der Arbeitsagentur im Bezirk Verden, beantwortete beim monatlichen Arbeitsmarktgespräch gestern Fragen der RK/VN-Redaktion zu den neuen Strukturen der Bundesagentur für Arbeit. Geplant, aber offenbar noch nicht endgültig entschieden, ist es, die Bezirke neu zuzuschneiden. Sicher ist, dass der gesamte Landkreis Rotenburg in Zukunft von der Bezirksagentur in Stade betreut wird.

Bundestagsabgeordneter Reinhard Grindel (CDU) hatte bei einem Besuch der Agentur in Walsrode von den neuen Strukturen erfahren und nannte seine Bedenken gestern Morgen am Telefon. Er befürchte, dass die „Supenagentur Stade“, die die Landkreise Stade, Harburg, Osterholz, Cuxhaven und Rotenburg bearbeiten solle, zu einem Verlust von Bürgernähe in der Fläche führe. Von den 178 Agenturbezirken bundesweit sollen laut Grindel 20 aufgelöst werden – „fünf davon allein in Niedersachsen“. Grindel meint, dass Verden von der Schließung bedroht sei, wenn der geplante Zusammenschluss mit Nienburg beschlossen werde.

Joachim Duensing bestätigte die Pläne, machte aber deutlich, dass der Standort nicht gefährdet sei. Die Entscheidung, ob der Hauptsitz nun nach Verden oder Nienburg vergeben werde, sei „top secret“ Er halte die Chancen der Domstadt für gut, zumal die Agentur mit mehr Personal besetzt sei. Grundsätzlich, so Duensing, sei es das erklärte Ziel der Strukturreform, dass für den arbeitsuchenden Kunden die Wege nicht länger oder schwieriger werden. Dass die Bearbeitung von Kurzarbeiter- oder Insolvenzgeld zentralisiert werden solle, sei nicht zu beanstanden. Wichtig wäre, dass die Menschen ihr Geld bekämen.

Zurzeit gehört der Altkreis Rotenburg zum Agenturbezirk Verden, dem auch die Geschäftsstellen in Syke (Landkreis Diepholz) und Hoya (Landkreis Nienburg) sowie die Dependance in der Domstadt (Landkreis Verden) angehören. Der Rotenburger Kreisnorden wurde dem Agenturbezirk Stade zugeschlagen. Beim traditionellen Arbeitsmarktgespräch kamen darum immer unterschiedliche Quoten auf den Tisch. Dass sich die Bezirke an den politischen Grenzen orientieren sollen, ist für Duensing nachvollziehbar und richtig. Die Abstimmung im Bezirk Verden, der in gleich vier Landkreisen Kunden zu betreuen hat, sei nicht immer einfach.

Für den Landkreis Rotenburg sieht Sozialdezernent Markus Pragal keine gravierenden Verschlechterungen, zumal man in der Vergangenheit mit den Agenturleitungen in Stade und Verden gut zusammengearbeitet habe. Gelassen sieht auch der Rotenburger Geschäftsstellenleiter Oliver Lemke seiner beruflichen Zukunft entgegen. Geschäftsstellenverbünde unter dann nur noch einer Leitung seien „modern“, 30 Stellen als Richtschnur genannt. In Rotenburg habe er, so Lemke, zurzeit zwölf Mitarbeiter. · sf

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