Ausstellung zum 150. Geburtstag von Ernst Müller-Scheeßel im Kunstgewerbehaus ist eröffnet

Auf den Spuren der verlorenen Zeit

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Gaben den Startschuss zu den Feierlichkeiten rund um den 150. Geburtstag von Ernst Müller-Scheeßel (v.l.): Dustin Drosdziok, Christine Behrens, Peter Paulitsch und Astrid Schneider-Kaschke.

Scheessel - Von Ursula Ujen. Welche Strahlkraft der Name Ernst Müller-Scheeßel besitzt, zeigte sich schon vor Eröffnung der Jubiläumsausstellung zum 150. Geburtstag des Scheeßeler Künstlers am vergangenen Sonnabend: Die zuletzt erschienenen Gäste hatten Mühe, noch einen Sitzplatz in der Diele des Meyerhofs zu ergattern.

 

Christine Behrens, Vorsitzende des Heimatvereins, empfing zahlreiche Kunstliebhaber aus nah und fern und hob in ihren Begrüßungsworten hervor, dass es ihr besonders wichtig sei, bei der Niederlegung ihres Amtes in zwei Jahren eine gut aufgestellte Sammlung in bestens restauriertem Zustand an ihren Nachfolger übergeben zu können.

Die Würdigung und Wahrung des Werkes von Müller-Scheeßel sei für sie stets ein ganz besonderes Anliegen gewesen – über Jahrzehnte hinweg habe sie sich dieser Herausforderung gestellt und sich durch Rückschläge nie beirren lassen, lobten auch Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele und die stellvertretende Landrätin Elke Twesten.

Welches Vertrauen und welche Wertschätzung sich der Heimatverein erworben hat, zeigen die vielen Leihgaben aus Privatbesitz, die in der Ausstellung in Scheeßel gezeigt werden können sowie ganz im Besonderen die Schenkung eines Ölgemäldes vom „Scheeßeler Jahrmarkt“ von einer Bremer Bürgerin. Da dieses Bild zunächst restauriert werden muss, kann es allerdings in der aktuellen Ausstellung noch nicht gezeigt werden.

Für die Einführung wurde die ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin des Heimatvereins, Astrid Schneider-Kaschke, gewonnen, die sich während ihrer Tätigkeit in Scheeßel über sechs Jahre mit den Werken des Künstlers beschäftigt hatte.

In ihrem Vortrag „Auf den Spuren der verlorenen Zeit“ beleuchtete sie die verschiedenen Facetten der Persönlichkeit und des künstlerischen Schaffens von Ernst Müller-Scheeßel und ließ so vor den inneren Augen der Anwesenden nach und nach ein komplexes Bild des begabten Malers und Möbeldesigners entstehen: „In der Ausstellung können Sie noch einmal in die verlorene, vergangene Zeit eintauchen. Motive aus dem alten Scheeßel und Bremen aus den 1890er bis 1930er Jahren zeigen das, wofür er den Blick schärfen wollte – die norddeutsche Landschaft mit ihren Mooren und Heiden, die alten ländlichen und städtischen Bauweisen, das dörfliche Leben mit seiner Gemeinschaft sowie mit seinen Trachten und Gebräuchen.“

Schneider-Kaschke beendete ihre Einführung mit einem Zitat seines Mäzens Ludwig Roselius: „Es ist ein heller, freundlicher Geist, der dort wohnt, wo Bilder Müller-Scheeßels hängen. Weben der Heimat ist in ihnen; Luft und Licht scheinen von ihnen auszugehen. Eine heitere Ruhe liegt darüber. Mit solchen Bildern mag man gerne leben.“

Der musikalische Part der Ausstellungseröffnung wurde von Peter Paulitsch am Klavier und dem jungen Tenor Dustin Drosdziok übernommen, die mit ihrer schwungvollen, zum Frühlingsabend passenden Musik-Auswahl das Publikum begeisterten.

Die Ausstellung im Kunstgewerbehaus auf dem Meyerhof läuft noch bis zum 11. August und ist jeweils am Sonnabend von 15 bis 18 Uhr, am Sonntag von 11 bis 13 sowie von 15 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung geöffnet.

Weitere Ausstellungen zum 150. Geburtstag von Ernst Müller-Scheeßel sind in der Sparkasse Scheeßel geplant (13. Mai bis 17. Juni) sowie im Kunstgewerbehaus auf dem Meyerhof (17. August bis 22. September).

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