Bötersen Z1: Bürgerinitiative „Gegen Gasbohren im Landkreis Rotenburg“ informiert

Sottrumer Bauherren sind besorgt

+
Unruhe und Verärgerung unter den Bewohnern des Neubaugebiets „Am Gymnasium“ in Sottrum: Warum hat die Gemeinde nichts gesagt? ·

Sottrum - Von Wieland BonathDieses Mal hatte Jochen Richert, Kopf der Bürgerinitiative „Gegen Gasbohren im Landkreis Rotenburg“, zum großen Teil junge Familienväter zu einem Infoabend eingeladen, die offenbar in der Mehrzahl mit dem Gedanken spielen, in Sottrum im Baugebiet „Am Gymnasium“ zu bauen oder dort schon ein Häuschen stehen haben.

Aber ist das denn ohne Risiko möglich, wenn giftiges Lagerstättenwasser aus der Versenkbohrstelle Bötersen Z1 ihr Grundstück irgendwann erreichen würde? Müsste man die Verantwortlichen, die Grund und Boden als einwandfrei verkauft hatten, nicht rechtzeitig ansprechen und möglicherweise zur Kasse bitten?

Richert, wie immer mit viel „Herzblut“ bei der Sache, machte seine Besucher während einer Informationsveranstaltung darauf aufmerksam, dass das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in den vergangenen Jahrzehnten im Landkreis mehr als 14 000 Bohrungen registriert habe. Jochen Richert sagte dazu: „Bei 14 000 Löchern gibt es genug Möglichkeiten, dass beim Verpressen etwas wieder hochkommt.“

Aus den Informationen von Richert ging hervor, dass für ihn eine gefährliche Verunreinigung des Bodens durch Schadstoffe im versenkten Lagerstättenwasser sehr wahrscheinlich ist, dass das Trinkwasser und damit auch das Wasser der nahen Rotenburger Rinne gefährdet sind. Irgendwann, so Richert, erreiche, bei welcher Fließgeschwindigkeit auch immer, dass mit Gift beladene Lagerstättenwasser unterirdische Bereiche, die dann für die Gesundheit des Menschen gefährlich werden können.

Nach dem Wasserhaushaltsgesetz, bemerkte ein Besucher in der Diskussion, sei es verboten, kontaminiertes Wasser unaufbereitet in den Boden zu verpressen. Eine weitere Forderung: Um aussagekräftige Grundwassermessstellen zu haben, müssten diese in unterschiedlichen Tiefen installiert werden. Eine entscheidende Gefahr sah dieser Besucher in einem Durchbohren der Rotenburger Rinne, wie es bereits geschehen ist.

Eine weitere dringende Bedrohung sei das, nicht tief unter der Erdoberfläche verlegte, viele Kilometer lange Leitungssystem. Die Schäden könnten nachhaltig sein, wenn der „Giftcocktail aus schadhaften Leitungen gerät“.

Zu denen, die von der Richert-Information Gebrauch machten, gehörte Kathrin Lünsmann (25), die dabei ist, sich mit ihrem Partner aus Rotenburg ein Eigenheim in Sottrum zu bauen. 21 Grundstücke bietet die Gemeinde an. Die Steuerfachangestellte bedauert, dass die Kommune beim Verkauf nicht mit einem Wort auf mögliche Probleme im Zusammenhang mit dem Lagerstättenwasser hingewiesen hat. Die junge Frau: „Sonst hätten wir uns möglicherweise anders entschieden und uns in Rotenburg einen Bauplatz gesucht.“ Kathrin Lünsmann und ihr Partner überlegen sich nun, ob sie mit anderen Bewohnern des Neubaugebietes eine Sammelklage vorbereiten.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Von Franco bis Putin: Das waren und sind die reichsten Staatsführer aller Zeiten

Von Franco bis Putin: Das waren und sind die reichsten Staatsführer aller Zeiten

Wie werde ich Technische/r Systemplaner/in?

Wie werde ich Technische/r Systemplaner/in?

Aufgedeckt: Das sind die zehn größten Abnehm-Irrtümer

Aufgedeckt: Das sind die zehn größten Abnehm-Irrtümer

Werkstuner entdecken die Elektrifizierung

Werkstuner entdecken die Elektrifizierung

Meistgelesene Artikel

Pflegeeltern warnen: Nicht „blauäugig“ in Verantwortung begeben

Pflegeeltern warnen: Nicht „blauäugig“ in Verantwortung begeben

Chaotische Zustände in Kita: Landesjugendamt schreitet in Brockel ein

Chaotische Zustände in Kita: Landesjugendamt schreitet in Brockel ein

Strengere Düngeregeln: Bauern fürchten um Existenz

Strengere Düngeregeln: Bauern fürchten um Existenz

Tempo 70 auf der Straße zwischen Wohlsdorf und Bartelsdorf?

Tempo 70 auf der Straße zwischen Wohlsdorf und Bartelsdorf?

Kommentare