Zweifel am Bedarf

Reeßumer Rat kann sich nicht zu einer Spielkreis-Umwandlung durchringen

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Sollte der Spielkreis an der Taakener Schulstraße zum Kindergarten umgewandelt werden, wären Umbaumaßnahmen erforderlich – insbesondere beim Brandschutz.

Taaken - Von Matthias Röhrs. Manchmal ist es nicht so einfach, wie es scheint. Für die Taakener Eltern junger Kinder ist diese Phrase wohl präsenter denn je. Zwar hat der Reeßumer Gemeinderat während seiner Sitzung am Montagabend zugestimmt, ihren Wunsch, den hiesigen Spielkreis „Waldmäuse“ in einen Kindergarten umzuwandeln zu prüfen. Allerdings hält er sich weitere Optionen offen. Die Skeptiker dieses Vorstoßes – darunter Bürgermeister Marco Körner – zweifeln am langfristigen Bedarf an einem Taakener Kindergartens.

Denn laut Körner seien die Zahlen am Gemeindekindergarten „Wurzelzwerge“ in Reeßum in den kommenden Jahren „eindeutig rückläufig“. 45 Kinder würden diesen zurzeit besuchen. Sieben von ihnen gehen ab Sommer 2018 zur Schule, 2019 werden es sogar 19 sein. Für das kommende Jahr lägen dagegen bis jetzt fünf Anmeldungen vor, für 2019 noch keine. Im Spielkreis Taaken würden momentan zwölf Kinder betreut.

Die Vergangenheit habe gezeigt, dass die Zahlen in Taaken stets schwanken. Während der Diskussion war herauszuhören, dass einige im Rat dazu bereit sind, den Spielkreis zugunsten des Kindergartens in Reeßum zu schließen, sollte irgendwann einmal nicht mehr genug Bedarf bestehen. „Den Spielkreis leisten wir uns, der Kindergarten ist eine Notwendigkeit“, sagte beispielsweise Ratsfrau Katrin Martens.

Hintergrund der Debatte ist der Wunsch von Eltern der Kinder im Spielkreis, dass dieser ausgedehntere, ihrer Arbeit angepasste Betreuungszeiten anbietet. Der Spielkreis darf am Tag allerdings maximal fünf Stunden geöffnet sein, müsste also deswegen in einen Kindergarten umgewandelt werden – Umbaumaßnahmen wären notwendig, die einer ersten Kostenschätzung mit 65000 Euro zu Buche schlagen würde. Im Rat wurden daher Zweifel deutlich, ob sich eine solche Investition überhaupt lohne.

Angst vor Ausbootung

In Taaken will man indes „weg von der Notlösung“. Der Spielkreis in Taaken ist laut Ratsherr Dietrich Precht der letzte seiner Art im Landkreis Rotenburg. Im Dorf ist man der Ansicht, dass die Gemeinde zukünftig eher eine dritte Kindergartengruppe – zusätzlich zu den beiden bestehenden in Reeßum – brauche. Bei einer Umwandlung gebe es die Möglichkeit, den Spielkreis so umzubauen, dass auch Krippenkinder betreut werden könnten. Hierfür hat die Gemeinde zurzeit fünf Plätze in Horstedt angemietet. Precht äußerte die Befürchtung vieler Taakener Eltern, dass der Spielkreis „ausgebootet wird“. Viele würden den die Kindergärten in Reeßum und Horstedt wegen der Betreuungszeiten bevorzugen.

Man müsse ohnehin in den Spielkreis investieren, hieß es von Precht, denn der Brandschutz ist seinen Worten nach lediglich mangelhaft. Der Wille, diesen Fehler zu beheben, war im Rat jedoch da. So floss in den Beschluss ebenfalls ein, eine Kostenschätzung für die Brandschutzmaßnahmen erstellen zu lassen.

Nun soll eine gemeindeweite Umfrage Klarheit schaffen. Ein Fragebogen werden an alle Haushalte mit Frauen „mit eingegrenzten Alter“, so Körner, verteilt – also in alle Haushalte, in denen in den kommenden Jahren Kinder geboren werden könnten. Körner selbst ging auch nach der Ratssitzung nicht davon aus, dass die Umfrage einen Bedarf an einen Taakener Kindergarten aufzeigt. Er macht das an fehlenden Neubaugebieten fest.

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