Gegen die weißen Flecken

Zwei Mobilfunktürme für die Gemeinde Hellwege im Gespräch

Der Mobilfunkturm bei Eversen an der B 215.
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Der Mobilfunkturm bei Eversen an der B 215: Der Bereich der Gemeinde Hellwege soll mit zwei solchen Anlagen abgedeckt werden.

Derzeit laufen die Planungen, mit Mobilfunktürmen auch die Gemeinde Hellwege mit ausreichend Handy-Empfang zu versorgen. Zwei Standorte sind im Gespräch.

Hellwege – Es gibt sie noch auf der Karte des Landkreises Rotenburg: Weiße Flecken, in denen die Verbindung zum Mobilfunknetz alles andere als rosig ist. Stück für Stück sollen sie noch getilgt werden, unter anderem in Hellwege. „Denn die Versorgung hier in der Gemeinde ist bekanntlich miserabel“, hat Bürgermeister Wolfgang Harling (SPD) bei der Ratssitzung am Mittwoch deutlich gemacht.

„Man kann oft das Handy kaum nutzen, nicht alle Telefonate kommen hier an.“ Frühere Anfragen an Mobilfunkanbieter seien nicht beantwortet worden, auch vom Landkreis selbst habe es keine erhellenden Auskünfte gegeben. Ende 2022 soll das anders sein.

Hilfe bei der Standortsuche

Denn jetzt kommt für die Gemeinde Bewegung in die Sache, denn gemäß des 2019 vom Bundeskabinett gefassten Beschlusses, flächendeckende 4G-Versorgung anzustreben und Voraussetzungen für den 5G-Ausbau zu schaffen, soll nun der weiße Fleck in Hellwege beseitigt werden – vorerst allerdings mit 4G, „wie oft üblich im ländlichen Raum“, so Harling. Perspektivisch sollte allerdings irgendwann 5G „dabei rumkommen“. „Aufgabe der Kommune soll es dabei sein, die Firma Acon, die mit der Standortsuche beauftragt ist, dabei zu unterstützen“, so Harling. „Für uns ist dabei auch ein wichtiger Punkt, das Landschaftsbild nicht zu sehr zu verändern.“

Ursprünglich habe er noch gehofft, von dem Mobilfunkturm „Ahausen 2“ zu profitieren, sodass für Hellwege nur ein weiterer Turm notwendig sei, „aber der ist leider nicht auf uns ausgerichtet“.

Grundsätzlich wäre der Bau der Türme ein Fortschritt für uns alle.

Wolfgang Harling

Denn durch die eher lang gestreckte Siedlungsstruktur der Gemeinde sind zwei maximal 53 Meter hohe Türme notwendig, um alle Bereiche ausreichend abzudecken. Nach bisherigen Überlegungen könnte der Turm „Hellwege West“ seinen Standort Stück südlich der Sandgrube haben, „Hellwege Ost“ hinter den Glascontainern nahe der Ahauser Straße. Allerdings: Während die potenzielle Lage von „Hellwege West“ unproblematisch ist, tut sich die Gemeinde mit dem Standort für „Hellwege Ost“ noch etwas schwer, da dieser aus ihrer Sicht noch zu dicht am Ort und damit noch problematisch ist. „Dazu kommt, dass die Position der Gemeinde an diesem Punkt noch nicht besonders stark ist“, erklärte Harling. „Erst, wenn ein Bauantrag gestellt ist, können wir Stellung nehmen. Das halte ich allerdings für wenig zielführend.“ Daher habe das Unternehmen Acon bereits zugestimmt, im Rahmen einer nichtöffentlichen Sitzung den Rat zu informieren und die Standorte und technische Details zu diskutieren. „Grundsätzlich wäre der Bau der Türme ein Fortschritt für uns alle“, zeigte sich Harling überzeugt. „Daher müssen wir mit der Sache vorankommen und sollten sie auch nicht behindern.“

Frage nach Stromversorgung

Das sah auch Ratsmitglied Heiner Lange (CDU) so: „Wir sollten auf keinen Fall ,Nein, wir wollen nicht!‘ sagen“, bemerkte er und plädierte ebenfalls dafür, sich die Vorstellungen des Unternehmens erst einmal anzuhören. Timo Pantel (SPD) schlug vor, bereits im Vorfeld konkrete Anliegen zu sammeln.

Eine Frage wird dann auch sein, wie die Stromversorgung der beiden Masten gesichert werden soll. Gut 500 Meter sind in den Kosten für den Turmbau eingeschlossen, die der Betreiber trägt. Für jeden weiteren Meter müsste die Gemeinde 100 Euro zahlen – Kosten, die Harling vermeiden will und daher der Standort in gut erreichbarer Entfernung zum bestehenden Stromnetz sein soll. Bis Ende kommenden Jahres sollen die Türme in Betrieb sein.

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