Corinna Ader-Schumann und Jörg Küsel führen jetzt die Gemeinde

Zwei für Ahausen

Jörg Küsel als Verwaltungsvertreter und Corinna Ader-Schumann als Bürgermeisterin führen jetzt die Geschäfte der Gemeinde Ahausen. Im August wollen sie die Ämter tauschen – die Zustimmung des Rates vorausgesetzt.
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Jörg Küsel als Verwaltungsvertreter und Corinna Ader-Schumann als Bürgermeisterin führen jetzt die Geschäfte der Gemeinde Ahausen. Im August wollen sie die Ämter tauschen – die Zustimmung des Rates vorausgesetzt.
  • Matthias Röhrs
    vonMatthias Röhrs
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Ahausen – So langsam haben sie sich eingefunden in die Arbeit. Das sagen Corinna Ader-Schumann (SPD) und Jörg Küsel (CDU), die seit Anfang Juli als Bürgermeisterin und Allgemeiner Verwaltungsvertreter in Ahausen schalten und walten. Sie haben das Amt von Claus Kock (CDU) übernommen, der Ende Juni kurzfristig seinen Rücktritt öffentlich gemacht hat und nur noch reguläres Ratsmitglied in der zweitgrößten Sottrumer Mitgliedsgemeinde ist.

Ein wenig historisch ist das schon. Ader-Schumann, die als stellvertretende Bürgermeisterin aktuell kommissarisch die Geschäfte innehat, ist die erste Gemeindechefin in der Samtgemeinde, wenn auch nur für einige Wochen. „Mir ist auch erst vor zwei Wochen so richtig klar geworden: Ich bin jetzt Bürgermeisterin“, sagt sie. Vorübergehend, denn der Plan ist, dass Küsel – die Wahl durch den Gemeinderat in der zweiten Augusthälfte vorausgesetzt – der neue Bürgermeister Ahausens wird. Im Herbst 2021, wenn mit der nächsten Kommunalwahl die laufende Wahlperiode zu Ende geht, sind dann die Wähler wieder dran.

Ader-Schumann möchte bis dahin Küsels Aufgaben als Allgemeine Verwaltungsvertreterin übernehmen und als stellvertretende Bürgermeisterin wieder ins zweite Glied rücken. Wobei im Gespräch deutlich wird, dass sie sich schon auf Augenhöhe sehen. „Wir verstehen uns sehr gut“, sagt Küsel. „Wir stimmen uns bei jeder Entscheidung ab.“ Ein paar Wochen, nachdem Kock intern seinen Rücktritt ankündigte, haben sich beide mit der Entscheidung beschäftigt, so Ader-Schumann. Für sie war klar, dass sie das nicht ohne Küsel machen werde. Lust haben beide auf ihre neuen Aufgaben. „Es ist ein total interessantes Ehrenamt, worauf wir uns freuen“, sagt Küsel.

Beide wollen die Arbeit des Bürgermeisters auf mehrere Schultern verteilen. Denn für sie ist klar: Das Ehrenamt ist für Berufstätige aktuell kaum zu stemmen, die Arbeitsleistung eines Claus Kock, der im Ruhestand die Zeit für diese Aufgaben hatte, ist nicht zu wiederholen. „Das ist zeitlich nicht zu schaffen“, sagt Ader-Schumann. Sie arbeitet bei der IGS in Rotenburg, Küsel ist als Landwirt immerhin zeitlich flexibler. Der Rat soll mehr in die Arbeit mit einbezogen werden und die Mitglieder können, sofern sie es denn wollen, der neuen Doppelspitze in ihren Fachgebieten sozusagen zuarbeiten. Man müsse die Gemeinde so aufstellen, das Ehrenamt und Beruf vereinbar sind, sagen die beiden.

Ader-Schumann ist überzeugt: „Wir haben viele Spezialisten im Rat.“ Es sei doch super, wenn jemand Ahnung von einem bestimmten Gebiet habe und man dieses Wissen nutzen könne. „Die Verantwortung liegt dann trotzdem weiter bei uns“, sagt Küsel. Unterm Strich streben beide eine offene Ratsarbeit über die Parteigrenzen hinaus an. Nicht nur ihre eigenen Fraktionen von CDU und SPD können sich einbringen, sondern auch die drei Ratsmitglieder von POP und Grüne. „Arbeit gibt es genug“, stellt Küsel fest. Der Kindergarten ist zu klein, ein neues Baugebiet ist in Planung, dazu steht noch der Haushaltbeschluss aus. Man steht nicht alleine da. Es gebe viel Zuspruch und Hilfe von der Samtgemeinde und ihren Mitgliedern, und auch Claus Kock unterstütze seine beiden Nachfolger so gut er kann.

„Wir sind jetzt dabei, Kontakte so aufzubauen, dass wir nach der Wahl gleich loslegen können“, sagt Küsel – sofern der Rat ihre Pläne bestätigt, stellt er gleich nochmal klar.

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