Eltern und Lehrer machen es vor / Sottrums Grundschüler proben für Aufführung

Zirkus statt Unterricht

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Wenn kein Apfel zur Hand ist, zielt die Enkelin von Wilhelm Tell auch kurzerhand auf eine Banane – nur einen neuen Partner braucht sie. Beim Alten hat sie das Ziel leicht verfehlt. -

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Dinge fliegen durch die Luft, Clowns laufen durch die Manege und machen Blödsinn, und der Schulleiter spuckt Feuer. So kann er aussehen, ein Vormittag in der Grundschule am Eichkamp. Aber keine Sorge, es geht dort nicht jeden Tag so zu. In dieser Woche steht nur ein besonderes Projekt für die Schüler der beiden Sottrumer Grundschulen an: Zirkus. Zum Auftakt haben Lehrer und Eltern gezeigt, was dabei so möglich ist.

Da müssen die Clown aber noch ein bisschen an ihrem Auftritt feilen – einer tanzt nämlich immer aus der Reihe.

Die Freie Pädagogische Initiative (FPI) aus Unna macht in diesen Tagen an der Grundschule am Eichkamp Halt. Schon von weitem ist das blau-rote Zirkuszelt im Eichpark zu sehen, Musik dröhnt über den Schulhof. Im Inneren wartet eine große Manege, hinter dem roten Samtvorhang stehen die Künstler – an diesem Tag Lehrer und Eltern der Grundschüler. Sie hatten sich bereits am Samstag getroffen, um ein kleines Programm einzustudieren. Schon vor vier Jahren, zur 100-Jahrfeier der Grundschule am Eichkamp, hatte die FPI in Sottrum vorbeigeschaut. Das Zirkuszelt und auch die meisten Requisiten stellt das Team, berichtet Schulleiter Tim Weidenfeld. „Nach dem großen Erfolg vor vier Jahren haben wir überlegt, ob es nicht eine schöne Idee wäre, wenn alle Schüler einmal während ihrer Grundschulzeit die Möglichkeit hätten, an einem solchen Projekt teilzunehmen. Aus diesem Grund habe ich mich für das Jahr 2016 wieder für eine Zusammenarbeit mit der FPI-Unna bemüht“, erklärt er.

„Die gut durchdachte Vorstellung und der Programmablauf sind ein Garant für ein schönes, erfolgreiches Erlebnis“, macht Weidenfeld Werbung für die noch anstehenden Aufführungen. Am Freitag und Samstag sind dann nämlich die Schüler gefragt. Sie haben die Woche über Zeit, sich für eine Disziplin zu entscheiden und einen Auftritt einzustudieren. Ob Seiltanzen, Zaubern oder Akrobatik, das entscheiden die Kinder ganz allein.

Die Fördervereine der beiden Grundschulstandorte übernehmen die Verpflegung der Besucher während der Aufführungen. Das Projekt ist übrigens die erste gemeinsame „Großveranstaltung“ der beiden Sottrumer Grundschulen seit der Zusammenlegung der beiden Standorte Anfang 2016, so Weidenfeld. Karten für die Vorstellungen am Freitag um 14 und 17 Uhr sowie am Samstag um 11 und 14 Uhr gibt es in der Grundschule am Eichkamp. Erwachsene zahlen sechs, Kinder drei Euro für die knapp 90 minütigen Vorführungen, die die Schüler vorbereiten.

Während die Kinder also in diesen Tagen fleißig die Aufführungen vorbereiten, können sich Lehrer und Eltern nach ihrem Auftritt ein wenig zurücklehnen. Sie haben den Schülern gezeigt, was möglich ist – nun sind die Jungen und Mädchen gefragt, die bei der Vorführung der Erwachsenen laut nach einer Zugabe gerufen haben. Die könnte es auch in vier Jahren wieder geben – dann nämlich könnte die FPI erneut in der Sottrumer Grundschule vorbeischauen. Der Schulleiter ist zumindest nicht abgeneigt, stellt aber klar: „Da ist noch nichts fest vereinbart.“

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