Musiker aus der Region zeigen in Hellwege die Bandbreite ihres Könnens

Mit „Wow“-Momenten

Mit vielschichtiger Intonation: Tatjana Schuba. Fotos: Diercks
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Mit vielschichtiger Intonation: Tatjana Schuba.

Hellwege - Von Bettina Diercks. Eine Menge Künstler, ob Laien oder Professionelle, jeder eine Persönlichkeit für sich, mit unterschiedlicher Ausdruckskraft und Erfahrung sind jährlich bei der Hellweger Hausmusik zu sehen. Am Sonntag fand die achte Auflage im Heimat- und Kulturhaus an der Bremer Straße statt.

Die großen, anrührenden „Wow“-Momente lieferten Tatjana Schuba und Bennett Knecht. Bewegender ging es nicht. Die in Ahausen lebende Sängerin war schon häufiger Gast bei der Hausmusik, sang im Vokalensemble oder trat als lyrisch-dramatische Sopranistin mit klassischen Werken auf. Am Sonntag debütierte sie mit einem Blues und haute damit das Publikum vom Hocker. An sich hätte das von ihr dargebotene Stück „Miss Celie’s Blues“ aus dem Film „Die Farbe Lila“ (1985) nicht nur großen Applaus, sondern gleich Standing Ovations verdient gehabt.

Das gesummte Intro bezeugte gleich zwei Dinge: Lebenserfahrung mit durchlebten Höhen und Tiefen und gleichzeitig Lebenspower. Schuba verkörperte in Perfektion den Blues mit vielschichtiger Intonation, einer großen Stimme und unterschiedlichen Tonlagen sowie einer ausdrucksstarken Persönlichkeit – ohne dabei die traurige Grundlage des Songs wegzusingen. Endorphine dürften in diesem Moment nicht nur in ihrem Körper ausgeschüttet worden sein. Einfach atemberaubend gut, wie sie das Werk in Hellwege offerierte.

Mit Ursula Kraemer sang sie darüber hinaus ein selten zu hörendes Werk: „El Desdichado“ (Der Unglückliche) von Camille Saint-Saëns, eine Rarität französischer Liedkunst, die von den Zwerchfellen der beiden Sängerinnen Höchstleistung erforderte. Eine brillante Leistung.

Tänzelten im Cancan-Rock: Edwin Bohlmann und Michael Bildhauer.

Der 16-jährige Bennett Knecht fesselte mit „Nights“ und „Nuovole Bianche“ (Weiße Wolken) von Ludovico Einaudi, einem begnadeten italienischen Pianisten und Komponisten. Jeder Ton, ausgerichtet auf Klarheit, überzeugt mit Hingabe und Poesie, irgendwie still und gleichzeitig explodierend, melancholisch schwankend zwischen minimalistisch und gleichzeitig, berauschend, vor Farbe schillernd und Fülle berstend. Werke, die einem aus dem Hier und Jetzt in ein zurücksinkendes Irgendwo katapultieren und vor Schönheit Tränen in die Augen treiben. Das schaffte Bennett Knecht, der souverän aus kleinen Patzern Kunstpausen formte.

Einen riesigen Sprung nach vorne gemacht hat die junge, angehende Sopranistin Pauline Pellmann. Sie stürmte sehr selbst- und tonsicher sowie äußerst charmant als Postbotin mit einer Eilzustellung auf die Bühne und lieferte bravourös „Ich bin die Christel von der Post“ (1956) ab. Im Duett mit Erik Ahlenstorf berührten beide in Perfektion mit „Angels“ (Robbie Williams).

„Hallo Hotel Sacher, Portier!“ lautete der zweite Teil des Konzertnachmittages, der vom „Hellweger Vokalensemble“ gestaltet wurde. Die Reise ging durch die Rezeptionen der namhaftesten Hotels in der ganzen Welt. Am Ende landeten dann alle Darsteller des Tages mit einer Flasche Champagner im Varieté-Theater „Moulin Rouge“ im Pariser Stadtviertel Montmartre am Place Blanch. Und, was darf bei so einer Abschluss-Party in so einem Etablissement nicht fehlen? Richtig! Der Cancan, nach wie vor die Attraktion im „Moulin Rouge“. Da die Damen von dort mit 750 Euro die Stunde zu teuer waren, griffen die Hellweger zu Eigenmitteln: Im Cancan-Rock tänzelten dafür Edwin Bohlmann und Michael Bildhauer über die Bühne.

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