Um- und Ausbau der Hellweger Kita schreitet voran

Es wird einfacher

Im Hinterhof entsteht ein Anbau für den neuen Bewegungsraum. Fotos: Röhrs

Hellwege – Eigentlich ist es ein Umbau im laufenden Betrieb. Davon kann im Hellweger Kindergarten aktuell natürlich nicht die Rede sein. Das alte Schulgebäude ist, von drei Erzieherinnen einmal abgesehen, aktuell fest in der Hand von Bauarbeitern. Sie sind gerade dabei, eines der Großprojekte der Gemeinde der vergangenen Jahre umzusetzen: den An- und Ausbau des Kindergartens.

Bis August dieses Jahres, so Bürgermeister Wolfgang Harling (SPD), soll die Maßnahme fertig sein. Das lässt sich die Gemeinde einen ganz schönen Batzen Geld kosten. Eine runde Million Euro sind veranschlagt. Für Hellwege eine ganze Menge, doch ist das auch notwendig. Schon jetzt müssten laut Harling einige Kinder in die Kita im benachbarten Ahausen ausweichen. Da die Anmeldezahlen aber auch in Hellwege ansteigen, soll nun vor Ort Abhilfe geschaffen, die Einrichtung um eine Gruppe erweitert werden. Sichtbar wird das aktuell vor allem an zwei Punkten auf dem Gelände. Im Hinterhof haben die Arbeiter schon vor einiger Zeit das Fundament für den ersten Anbauteil geschaffen. Hier entsteht ein neuer Bewegungsraum und der Flur. An der alten Stelle des Bewegungsraumes soll nach dessen Fertigstellung eine neue Küche, ein Speiseraum und ein Geräteraum Platz finden. Architekt Werner Holzer zeigt auf eine Rampe, momentan noch aus rohem Beton. Alt- und Neubau liegen auf unterschiedlichen Höhen. Die würden damit barrierefrei überwunden. Holzer hatte diesen Auftrag einst in einem Wettbewerb ergattern können. Schon 2018 hat er sich gegen mehrere Teilnehmer durchgesetzt – mit dem Entwurf, der nun in der Hellweger Ortsmitte umgesetzt wird.

Ein paar Schritte weiter, in der alten Wohnung, sieht es hingegen ein wenig radikaler aus. Sie wirkt wie ein neuer Rohbau. Nur ansatzweise lässt sich noch erkennen, dass die alte Bausubstanz bereits mehr als 90 Jahre alt ist. Die Wohnung wird gerade ins Obergeschoss verlegt. Dort ist man mit dem Innenausbau beschäftigt. Der Staubanteil unten ist hingegen ungleich höher. Von der Küche, bald ein Schlafraum, ist nichts mehr zu sehen. Nur noch ein kleines Häufchen Baumüll ist zu sehen – sorgfältig zusammengefegt.

Im ehemaligen Wohnzimmer und zukünftigen Gruppenraum liegen die Fassungen der Steckdosen und Lichtschalter frei, ab und zu auch mal ein Kabel. Wenige Stufen hoch geht es in einen mittelgroßen Raum, der durch ein Fenster vom Gruppenraum sichtbar ist. Auch das wird ab Sommer neu sein. Dann bekommt jede Gruppe eigene Sanitärräume, man sich, wie es aktuell noch der Fall ist, mit der anderen teilen muss.

In der ehemaligen Wohnung entsteht das zukünftige Zuhause für die dritte und damit neue Gruppe. Sie ist altersübergreifend, so hat es Harling zumindest beantragt. Das bedeutet, dass in dieser nicht nur Krippen- oder Kindergartenkinder betreut werden können, sondern beide zusammen. Die erste Kindergartengruppe bleibt in ihrem Raum, in dem in diesen Tagen übrigens Schallschutzmaßnahmen eingebaut werden. Die Krippengruppe kommt in einen weiteren Anbau, der den südlichen Trakt ersetzt. Der Neubau dort wird ein wenig größer sein als der jetzige Gebäudeteil. Denn nicht nur Kleinkinder ziehen dort ein, auch Bürgermeister Harling selbst. Ein neues Gemeindebüro im „Hinterzimmer“ des neuen Büchereistandorts ist ebenfalls in diesem Trakt vorgesehen.

Doch auch unterirdisch hat sich einiges getan, erklären Harling und Holzer, während es eine steile Treppe hinunter in den Keller geht. Die Öltanks der Heizung sind verschwunden. Stattdessen ist die alte Schule nun ans Fernwärmenetz angeschlossen. Allerdings ist der gewonnene Platz schon verplant. In dem tiefen, aber niedrigen Raum zieht das Gemeindearchiv, das einst im Obergeschoss lag und nun in der Garage eine zwischenzeitliche Unterkunft bekommen hat. Die Wasserrohre sind komplett modernisiert worden in dem Haus. Für Holzer ist damit der schwierigste Teil des Umbaus abgeschlossen.

Ab jetzt werde es einfacher, sagt er. Wenn erst einmal alles im Inneren des Gebäudes fertig ist (auch bei einem später wieder aufgenommenen laufenden Betrieb), dann sowieso. Dann stehen nur noch Außenarbeiten an. Der Spielplatz wird ein wenig umgestaltet, am sichtbarsten wird es vor dem Kindergarten, wo mehr Parkmöglichkeiten geschaffen und die An- beziehungsweise Abholung erleichtert werden.

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