Hans-Jürgen Krahn (CDU) über die Perspektiven Sottrums

„Wir sind an weiteren Investoren interessiert“

Hans-Jürgen Krahn (CDU) ist als Sottrumer Bürgermeister mittlerweile in seiner zweiten Amtszeit.

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Im Jahr 2017 hat die Gemeinde Sottrum ordentlich an ihrer Zukunft gefeilt. Sichtbar sind dabei vor allem neue Baugebiete und solche, die noch auf den Weg gebracht werden.

Auch im Kernort sind einige Veränderungen beschlossen und teilweise bereits umgesetzt worden. Kein schlechtes Jahr für die Kommune, auch für Bürgermeister Hans-Jürgen Krahn (CDU). Im Interview schaut er kurz zurück, um sich dann zu den Perspektiven der Gemeinde zu äußern.

Herr Krahn, vor knapp über einem Jahr hat sich der neue Gemeinderat konstituiert. Wie beurteilen Sie den Start?

Hans-Jürgen Krahn: In der Gemeinde Sottrum wurden ja keine Gruppen gebildet. Ich glaube, das war gut so und führte dazu, dass keine Fronten aufgebaut werden. Insgesamt finde ich, dass der Start funktioniert hat.

Was hätte er in dieser Zeit ruhig schneller angehen können?

Im vergangenen Jahr wurden viele Dinge auf dem Weg gebracht. Im Gewerbegebiet an der Autobahn 1 wurden weitere Grundstücke verkauft. Es besteht die berechtigte Hoffnung, dass weitere Betriebe sich ansiedeln. Das Baugebiet am Dannert ist abverkauft. Es wird ein zweiter Abschnitt geplant, der im nächsten Jahr verkauft werden soll, um die Nachfrage zu decken. Die Straßenbeleuchtung im Ortskern wurde auf LED umgestellt. Die Liste ließe sich weiterführen. Ich glaube mit, den verfügbaren Ressourcen der Gemeinde Sottrum wurde viel bewegt.

Blicken wir mal voraus: Im Kernort stehen gerade mit einer geplanten Erweiterung des Edeka-Marktes und der Rossmann-Ansiedelung weitreichende Veränderungen an. Ein gutes Zeichen für die Entwicklung des Ortes. Dennoch bleiben bestehende Gewerbeflächen wie der alte Schlecker-Markt oder auf dem ehemaligen Lidl-Grundstück leer. Setzt man da nicht falsche Prioritäten?

Nein, auf keinen Fall. Der ehemalige Lidl-Markt wurde dem Drogeriemarkt angeboten. Allerdings gab es von ihm eine klare Antwort, dass er zu weit weg ist von den anderen Geschäften. Kein Interesse. Ein Drogeriemarkt benötigt mindestens 700 Quadratmeter, eher mehr, so die Aussage. Im ehemaligen Schlecker steht diese Fläche nicht zur Verfügung. Die Fläche neben dem Schlecker ebenso. Viele Bürger und Bürgerinnen wünschen sich einen Drogeriemarkt, deshalb der Standort beim Aldi. Sicherlich werden und wollen wir uns mit den anderen Bereichen im Ortskern beschäftigen.

Sollte man die Immobilien nicht abreißen, um Platz für neue Ideen oder Wohnraum zu schaffen?

Das ist nicht so einfach. Es spielen immer Grundstückseigentümer mit. Die Gemeinde Sottrum wird sich allerdings kurzfristig mit dem Bebauungsplan im Ortskern beschäftigen. Wir hoffen, dann eine Lösung zu finden. Grundsätzlich ist die Gemeinde an weiteren Investoren interessiert. Auch das Wohnen im Ortskern ist ein Ziel.

Sottrum befindet sich im Wachstum. Wenn man sieht, wie die Gemeinde versucht, im Schnellverfahren Projekte wie die Krippe am Dannert umzusetzen, scheint sie unvorbereitet. Warum ist dem nicht so?

Vor diesem Problem steht nicht nur die Gemeinde Sottrum. Es war uns klar, dass wir eine weitere Krippe brauchen. Es ist wichtig, dass eine intensive Diskussion sowohl mit den Eltern, den Kindergartenleitungen als auch in der Politik geführt wurde. Ich persönlich war von Anfang an dafür, einen Standort im Süden zu schaffen.

Wenn man in Sottrum über Wachstum spricht, klingt im Unterton immer die Nähe zu Bremen und der Begriff „Pendlervorort“ mit. Müssen Zugezogene mehr in das gesellschaftliche Leben der Alteingesessenen integriert werden? Immerhin hängt davon auch die langfristige Existenz der Vereine ab.

Man kann das so sagen. Das sehe ich allerdings nicht so. Wenn ich mir das Vereinsleben in Sottrum anschaue, ist dieses gefestigt. Ich sehe viele auch gerade Neubürger, die sich in den Vereinen einbringen und die mitgestallten wollen. Die Vereine Sottrums waren und sind immer offen für neue Mitglieder.

Sehen Sie Sottrum als „Pendlervorort“ an?

Ganz klares Nein.

Zum Schluss: Was ist Ihr politischer Vorsatz für das kommende Jahr?

Die angefangen Projekte weiterführen. Eine sachliche Diskussion im Gemeinderat. Den Bürgerinnen und Bürgern einen lebenswerten Ort zu bieten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Clemens Fritz im Interview: „Ich möchte von Frank lernen“

Clemens Fritz im Interview: „Ich möchte von Frank lernen“

Kerry: USA können Klimaziele einhalten - auch ohne Trump

Kerry: USA können Klimaziele einhalten - auch ohne Trump

Explosion in Österreich behindert Südeuropas Gasversorgung

Explosion in Österreich behindert Südeuropas Gasversorgung

Das sind die Luxusautos der Fußball-Stars

Das sind die Luxusautos der Fußball-Stars

Meistgelesene Artikel

Brockeler wollen Pläne verhindern: Kampf gegen den Funkturm

Brockeler wollen Pläne verhindern: Kampf gegen den Funkturm

DRK-Sottrum: Ein Vollblut-Ehrenamtler tritt kürzer

DRK-Sottrum: Ein Vollblut-Ehrenamtler tritt kürzer

Tiertransporter kippt in Graben

Tiertransporter kippt in Graben

Kirchenvorstandsteam in Ahausen sucht Kandidaten für neue Amtszeit

Kirchenvorstandsteam in Ahausen sucht Kandidaten für neue Amtszeit

Kommentare