Festakt in der St.-Georg-Kirche

Willkommen für eine neue Orgel

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Johannes Kaußler zeigt, was die neue Orgel in der St.-Georg-Kirche in Sottrum alles kann.

Sottrum - Der Kirchenmusiker Johannes Kaußler hat mit drei Konzerten von Georg Friedrich Händel das neue Orgelpositiv in der St.-Georg-Kirche in Sottrum vorgestellt. Gemeinsam mit dem Sottrumer Kammerorchester und den Flötistinnen Anja Kaußler, Imke Kunze und Marie-Luise Siebels ließ er zum ersten Mal das mit Hilfe der St.-Georg-Stiftung erworbene Instrument in der Sottrumer Kirche erklingen.

Ein Orgelpositiv ist eine kleine, mobile Orgel mit relativ wenigen Registern und angehängtem Pedal, das auch in kleinen Kirchen zum Einsatz kommen kann. Stolz und mit viel Empathie erklärte Kaußler die Geschichte und die Besonderheiten dieses Instrumentes, nachdem er mit dem „Konzert für Orgel und Orchester d-Moll, op. 7, Nr. 4“ von Händel den vielen erwartungsvollen Zuhörern den Klang der kleinen Orgel zu Gehör gebracht hatte. Das Führer-Positiv, wie diese Orgel heißt, wurde 1965 eigentlich erst einmal für die Bremische evangelische Kirche von der Orgelbaufirma Führer gebaut und geriet dann in Vergessenheit. Die Besonderheit dieses Positivs sind die fünf Register, was in dieser Vielfalt und Anzahl bei solch kleinen Orgeln relativ selten ist.

Kaußler, mit seiner Liebe zu alten Instrumenten, die er schon 2015 mit der Restaurierung des mehr als achtzig Jahre alten D4-Cembalos bewies, das auch an diesem Abend unter den Händen von Agnes de Vries zum Einsatz kam, entdeckte sie vor einiger Zeit. Er ließ sie in Wiesmoor überholen und umbauen.

Das Orgel-Positiv kann leicht im Altarraum der Kirche bewegt werden, weil es auf Rollen steht und so verschiedentlich mitten im Orchester oder vor Chören eingesetzt werden kann. Das demonstrierte Kaußler auch bei dem zweiten Konzert dieses Abends, Händels „B-Dur Konzert op. 4 Nr. 6“ für Orgel, Flöte und Orchester, indem er die Orgel umdrehte, um mit Blickkontakt Orchester und Solisten dirigieren zu können. Die weichen Töne des Andante Allegro des ersten Satzes dieses Händel-Konzertes, die wie Holzblasinstrumente klangen und die der enthusiastische Kirchenmusiker den schwarzen Tasten der neuen Orgel entlockte, vereinten sich harmonisch mit den Klängen der Flöten.

Aber auch mächtig und aufbrausend kann diese kleine Orgel klingen und den ganzen Kirchenraum füllen, wie das dritte Händel-Konzert in „F-Dur op.4, Nr. 4“ an diesem Abend bewies. Die vielfältigen Möglichkeiten dieses Instruments, dessen Klang auch durch das Schließen der Türen vor den Pfeifen sehr zurückgenommen werden kann, lassen hoffen, dass Kaußler die St.-Georg-Gemeinde in Zukunft mit weiteren Konzerten erfreut. Das Interesse und der langanhaltende Beifall der vielen Zuhörer an diesem Abend haben ihn darin sicher bestärken können.

hs

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