Kleine Kästen am Mähwerk warnen mit Piepton Tiere auf den Feldern

Wildretter zum Schutz des Nachwuchses

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Der kleine unscheinbare Kasten in der schwarzen Haltetasche soll dafür sorgen, dass nicht mehr so viele Tiere beim Mähen zu Tode kommen. Der sogenannte Wildretter sendet einen Piepton aus, der die Tiere vertreiben soll.

Ahausen - Diese Tage geht es nicht nur mit den Geburten der Wildtiere los, beispielsweise dem Rehwild. Gleichzeitig beginnt die Mahdsaison für das Grünland der Landwirte. Eine ungünstige Konstellation. So sehr sich die Landwirte auch bemühen, immer wieder einmal kommt doch ein Wildtier dabei zu Tode.

In Ahausen erklärten sich auf Anhieb ein paar der ansässigen Landwirte bereit, Wildretter an ihren Mähwerken zu installieren und beim diesjährigen ersten Schnitt für Silage und Heu auszuprobieren. Damit unterstützen sie das Engagement von Landwirt Ulrich Voß (Jürshof), Vorsitzender der Jägerschaft Rotenburg.

Landwirt versucht andere zu begeistern

Er versucht, möglichst viele Landwirte für das kleine Gerät zu begeistern. Die Idee und Geräte trug Bettina Diercks dann kürzlich nach Ahausen und nahm Kontakt vor allem zu den Landwirten auf, die ihre Grünland noch selbst mähen. Die ersten Wildretter hat die Ahauserin auch finanziert.

Die Wildretter sind kleine Kästen, die in schwarze Haltetaschen gesteckt und per Klettverschluss an den Mähwerken montiert werden. Die Töne, die der per Batterie betriebenen Kasten von sich gibt, erinnert an die sogenannten „Pieper“ der Feuerwehrleute oder an das Piepgeräusch, das für einige große Fahrzeuge vorgeschrieben ist, wenn sie rückwärts fahren. „Ich als Reh würde weglaufen“, sagte Heinz-Hermann Vajen, der als erster in Ahausen die Wildretter ausprobierte.

Laut Hersteller scheucht der Wildretter nicht nur Kitze auf, er soll auch bei Wiesenbrütern wie Fasan und Rebhuhn sowie Hasen helfen. Die Reichweite des Schalles soll gut 200 Meter betragen, heißt es weiter.

Gegen alle Befürchtung: In der geschlossenen Kabine des Traktors ist das Geräusch für die Landwirte kaum zu hören und sobald die Mähwerke an sind, auch nicht für eventuell vorbeikommende Spaziergänger.

Für die Landwirte ist es besonders wichtig, dass keine Tierkadaver ins Futter für ihre Wiederkäuer gelangen. Die durch die Verwesung entstehenden Toxine können bei Rindern den sogenannten Botulimus auslösen, hervorgerufen durch das hochpotente Nervengift des Bakteriums Clostridium botulinum. Der Prozess einer betroffenden Herde ist schleichend.

Achtsames Fahren reicht nicht aus

Laut Tierärztlicher Hochschule Hannover reicht schon „ein toter Vogel oder Igel im Futter“ um einige Tiere erkranken und verenden zu lassen. Der Verlauf beim klassischen Botulismus sei immer tödlich.

Je nach Fläche und Geräten, fahren die Landwirte mit bis zu 20 Stundenkilometern über die zu mähenden Grünländereien. Aber selbst noch so achtsames und gegebenenfalls langsameres Fahren gewährleistet nicht, rechtzeitig Wildtiere im hohen Gras zu entdecken.

In Ahausen stehen den Landwirten für dieses Jahr vorerst vier Wildretter zur Verfügung, die sie untereinander tauschen und Erfahrungen sammeln sollen. Beim heute üblichen Einsatz von Front- und Seitenmähwerk wird je ein Wildretter pro Mähwerk montiert.

Wer Interesse an der Aktion hat und sich ebenfalls Wildretter zulegen möchte, kann sich an Ulrich Voß unter der Telefonnummer 04262 /4821 wenden.  

bd

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