Wiederaufforstung des Gemeindewaldes

150 neue Bäume für Stuckenborstel

Der Gemeindewald in Stuckenborstel. Oder das, was davon übrig ist.
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Der Gemeindewald in Stuckenborstel. Oder das, was davon übrig ist.

Sottrum/Stuckenborstel – Am Ende wirkte der Antrag ein wenig aus der Zeit gefallen. Doch als die Grünen-Fraktion Mitte Dezember die Wiederaufforstung des Gemeindewaldes in Stuckenborstel forderte, war noch nicht abzusehen, dass einen Monat später schon alles mehr oder weniger in trockenen Tüchern sein wird. Und so brauchte der Gemeinderat am Montag nur noch zustimmen.

Schon bald soll ein Fachunternehmen neue Bäume im Wald in der Nähe der Wassermühle pflanzen. Die Rede ist von etwa 150 Laubbäumen.

Mitte Dezember schienen die Vorzeichen dafür noch denkbar schlecht. „Wir mussten den Antrag stellen“, stellte Grünen-Fraktionsvorsitzende Marlis Musfeldt am Montag fest. Damals sei noch Stand der Dinge gewesen, dass der Wald nach dem Kahlschlag Anfang Dezember sozusagen von sich aus wieder wachsen solle. Der Aufschrei in Stuckenborstel war nach dem Kahlschlag entsprechend groß.

Die Gemeindeführung musste einiges an Kritik einstecken. Die Einigkeit darüber, dass die Gemeinde den Wald wieder aufforsten lassen soll, war entsprechend schnell gefunden. Übrigens kostet dies aufgerundet 10 000 Euro, erste Angebote liegen laut Gemeindedirektor Holger Bahrenburg bereits vor. Finanziert werden soll das Vorhaben aus „Haushaltsresten“ aus dem Vorjahr. Geplant sind verschiedene Baumarten, die auch unterschiedlich hochwachsen. Eingezäunt werden soll die Fläche nicht. Auch ein Baumlehrpfad soll hier entstehen und der Barfußpfad wird, so hieß es vergangene Woche, wieder hergestellt.

Der Fokus lag am Montag daher eher auf einer Aufarbeitung der Geschehnisse aus Sicht des Rates und welche Lehren man daraus ziehen kann. Gemeindedirektor Bahrenburg verteidigte die Maßnahme nochmals, sie diente der Eindämmung des Borkenkäfers. „Ich vertraue auf das Wort des Försters“, so Bahrenburg. Es sei eine Maßnahme zum Erhalt des Waldes gewesen, keine Willkür. Hätte man noch ein halbes Jahr gewartet, hätte es zu spät sein können.

Dennoch, so auch die scheinbar einhellige Meinung im Rat, hätte man diese Maßnahme transparenter gestalten müssen. Das Gremium selbst war über die Fällungen informiert, so Gerd Helms (SPD), die Bürger jedoch nicht. Für Letztere ist es vermutlich nur ein schwacher Trost, dass man bei der Wiederaufforstung vor hat, diesen Fehler nicht zu wiederholen.

Der Antrag der SPD-Fraktion, bei der Aufforstung auch die Stuckenborsteler zu beteiligen, fand indes wenig Beachtung. Die Beteiligung wäre angesichts der Corona-Situation schwierig gewesen, zudem wolle man nicht noch mehr Zeit verlieren, hieß es. Friederike Paar (CDU) sah in einer Bürgerversammlung ohnehin keinen tieferen Sinn.

SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Brandt, wohnhaft in Stuckenborsteler monierte zudem, dass bei der Entscheidung über die Aufforstung offenbar keine Stuckenborsteler beteiligt gewesen seien. Er bezog sich dabei auf einen Pressetermin vor einer Woche, bei dem „nur Sottrumer Koryphäen“ anwesend gewesen seien. Gerd Helms, ebenfalls aus Stuckenborstel: „Wir dürfen jetzt nicht wieder stillstehen, es muss öffentlich gemacht werden. Jeder soll die Möglichkeit haben, die Maßnahmen nachzuvollziehen.“

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