Holger Bahrenburg über seine Kandidatur als Bürgermeister in Sottrum

„Wir werden uns moderner aufstellen“

Holger Bahrenburg
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Holger Bahrenburg will Bürgermeister der Samtgemeinde Sottrum werden.

Sottrum – Holger Bahrenburg möchte der Chef werden im Sottrumer Rathaus. Der jetzige Samtgemeinde-Bürgermeister, Peter Freytag, wird bei der Kommunalwahl im Herbst nicht wieder antreten. Zwei Bewerber gibt es zurzeit: Der Chef des Landkreis-Rechnungsprüfungsamtes Wolf Linne und eben Holger Bahrenburg, der in der Sottrumer Samtgemeinde-Verwaltung die Abteilung Bildung, Soziales und Kultur – das frühere Schul- und Liegenschaftsamt – führt. Dazu ist er Gemeindedirektor der Gemeinde Sottrum. Wir haben ihn zu seiner Kandidatur befragt.

Was treibt Sie an, fürs Bürgermeister-Amt zu kandidieren?

Nachdem es feststand, dass Peter Freytag nicht weitermacht, habe ich mir natürlich auch Gedanken gemacht, wie sich das für mich verändert. Dann hatte mich die CDU angesprochen, und ich habe mich vorgestellt. Das war dann nochmal ein Signal an die Politik, dass ich durchaus gewillt bin und mir das vorstellen kann. Dann haben die sich anderweitig entschieden, was auch in Ordnung war. Aber dann kam kein anderer Kandidat und man konnte nicht absehen, wer nun kommen soll. In Absprache mit der Familie habe ich mir dann gesagt: Bevor man sich in ein paar Jahren ärgert, versuche ich das, weil mir Sottrum schon am Herzen liegt und ich auch gerne als Gemeindedirektor für Sottrum gearbeitet habe. Ich habe einfach Lust, etwas zu bewegen.

Wie gut kennen Sie eigentlich Ihren Kontrahenten Wolf Linne?

Ich kenne ihn über seine Funktion beim Rechnungsprüfungsamt und kannte ihn auch schon vorher. Er hat ja in Unterstedt Fußball gespielt. Aber näher kenne ich ihn nicht.

Haben Sie auch mal gegeneinander gespielt?

Tatsächlich, aber das ist ewig her.

Wer hat gewonnen?

Das weiß ich nicht mehr.

Hat er eine Chance gegen Sie?

Der Bürger entscheidet, es hängt sicher ein bisschen davon ab, wie er seinen Wahlkampf bestreitet. Er ist natürlich nicht so präsent in der Region, wie ich es bin. Von daher ist das für mich schwer einzuschätzen, wie seine Chancen stehen.

Angenommen, Sie gewinnen: Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Meine erste Amtshandlung wäre sicherlich, dass ich mich mit dem Team des Rathauses zusammensetze, um die weiteren Schritte zu besprechen.

Was wäre denn der erste Schritt?

Die ersten Punkte, die im Fluss sind, aufzunehmen, um diese dann in einer vernünftigen Art und Weise, wie die politischen Beschlüsse es ja auch vorgegeben haben, weiterzuentwickeln. Grundsätzlich, den laufenden Betrieb im Rathaus erst mal fortzuführen. Und wenn sich dann der neue Rat konstituiert hat, auch in die Zusammenarbeit mit ihm zu gehen.

Was macht ein Bürgermeister Holger Bahrenburg anders als ein Bürgermeister Peter Freytag?

Wir sind zwei unterschiedliche Menschen, ich habe aber viel von Peter Freytag gelernt. Ich kann sagen, dass ich viele Dinge von ihm übernehmen werde. Ich bin sicherlich jemand, der mehr in der Öffentlichkeit steht über das Ehrenamt. Peter Freytag ist kein Vereinsmensch. Ich bin es, in dieser Richtung unterscheiden wir uns schon.

Ist er eine Art Vorbild für Sie? Immerhin arbeiten Sie schon sehr lange im Rathaus zusammen.

Ich schätze ihn, in dem, was er tut, sehr. Ich bin immer wieder beeindruckt, was er vorausschauend sieht. Das sind Punkte in den Jahren von ihm gelernt habe: Vorausschauend zu denken, vielleicht auch mal zweimal über etwas nachzudenken. Von daher kann ich sagen, dass er viele positive Eigenschaften hat, die ich in meinem Arbeitsleben übernommen habe und auch fortführen werde.

Sie sind seit Ihrer Ausbildung 1992 bei der Sottrumer Verwaltung. Inwieweit steht der Name Holger Bahrenburg da noch für Aufbruch?

Jeder der mich kennt, weiß, dass ich innovativ bin. Mich in dieses Raster zu legen, nur weil ich so lange im Rathaus bin, habe es nicht den Anschein eines Aufbruchs, ist falsch. Ich glaube schon, dass ich in der Vergangenheit und auch bei der Arbeit in der Gemeinde Sottrum gezeigt habe, dass ich schon für Aufbruch stehen kann. Wobei ich betonen muss, dass viele Dinge, die jetzt angeschoben worden sind, schon Aufbruch sind. Da sind aber Peter Freytag und der jetzige Samtgemeinderat federführend.

Was meinen Sie?

Ich sag mal beispielsweise Schnittstellenoptimierung und Verwaltungsumstrukturierung. All das sind Punkte, die für einen, ich sag mal, Neuanfang stehen. Und die gilt es jetzt fortzuführen. Ich bin durchaus gewillt, das fortzuführen, weil ich sehe, dass es positiv ist. Und auf Gemeindeebene hat man auch gesehen, dass ich viele Dinge wie das Entwicklungskonzept „Sottrum 2030“ mit angeschoben habe, wobei das natürlich ein Antrag der Grünen war. In den Kindergärten haben wir die Stelle einer Koordinatorin eingeführt. Das bedeutet, dass wir uns moderner aufstellen wollen, dass wir uns digitalisieren wollen. Es gibt schon viele Dinge, wo auch ein Holger Bahrenburg für Aufbruch steht, auch wenn er schon so lange im Rathaus ist.

Sie haben angekündigt, ein Praktikum in einer anderen Verwaltung machen zu wollen. Was soll das bringen?

Ich spüre ja auch, dass man seine Sichtweisen mal ändern muss. Durch meinen zweiten Angestelltenlehrgang in Hannover habe ich gute Kontakte zu anderen Verwaltungen in Niedersachsen. Wir treffen und regelmäßig und tauschen uns aus. Und ich sehe, wie andere Verwaltungen gewisse Dinge anders machen. Um da ins Detail zu gehen, weil es mich auch interessiert, möchte ich mir solche Dinge konkret vor Ort anschauen und gucken, wie es dort verwaltungsseitig organisiert wurde.

Reicht da ein Praktikum aus?

Natürlich nicht. Aber es geht ja auch nicht darum, etwas zu lernen, sondern um neue Blickweisen zu bekommen. Das ist das Entscheidende. Ich will ja kein Praktikum machen, um mir neue Fähigkeiten anzueignen. Meine Fähigkeiten, die ich habe, sind wie ich glaube gut und richtig für Sottrum. Das ist das Entscheidende, und ich will meinen Blick nicht nur auf eine Richtung beschränken, sondern ich will auch nach links und rechts gucken und sehen, was andere gut machen. Wir machen auch schon vieles gut, aber wir können sicherlich vieles noch besser machen. Und wo andere was besser machen, da gucke ich gerne hin.

Was für eine Rolle spielt ein Samtgemeinde-Bürgermeister für die Bürger?

Ich glaube eine große. Ich höre und spüre immer wieder, dass die Bürger sich Verlässlichkeit wünschen, eine verlässliche Person an der Spitze. Dass sie ansprechbar ist, für die Leute, dass Sorgen und Probleme auch wahrgenommen werden. Manchmal geht es einfach nur darum, sich im Gespräch dem auch anzunehmen. Den Leuten hilft das ganz oft, und ich habe das in meiner Funktion als Gemeindedirektor so auch oft erfahren, dass alleine durch Gespräche Dinge schon gelöst werden. Und wenn man dann eine vertrauensvolle Person ist, die die Leute kennen, wo keine Berührungsängste gibt, ist das schon ein entscheidender Faktor für die Bürger hier in Sottrum.

Die Berührungspunkte eines Bürgermeisters in der Samtgemeinde sind aber weitaus geringer als in einer Gemeinde. Ihre Gespräche als Gemeindedirektor gehen ja nur um Sottrumer Probleme.

Ich bin in meiner Funktion als Gemeindedirektor ja auch für Sottrum verantwortlich. Wenn ich Samtgemeinde-Bürgermeister werden sollte, dann bin ich auch für die Ängste und Sorgen der Eltern an Schulstandorten verantwortlich, ich bin für die Feuerwehren verantwortlich. Und dann geht es auch um banale Themen wie das Freibad mit Öffnungszeiten oder sonstige Probleme, mit denen die Samtgemeinde-Bürger auf mich zukommen werden. Im Moment bin ich da ja nur als Abteilungsleiter tätig und bekomme das nur ansatzweise mit. Aber grundsätzlich: Wenn man in der Verantwortung steht für eine Samtgemeinde, muss man sich mit solchen Problemen dann auch auseinandersetzen. Und wenn man dann in der Öffentlichkeit steht und auch angesprochen wird, dann hilft es den Leuten oft schon, ihr Problem dem Verantwortlichen mitzuteilen.

Angenommen, Sie gewinnen die Wahl. Sie sind jetzt Mitte 40. Welche beruflichen Ziele gibt es dann noch für Sie? 20 Jahre Bürgermeister in der Samtgemeinde Sottrum sein?

Mein Ziel ist, dass es tatsächlich meine letzte berufliche Stufe wird. Mein Ziel ist es, langfristig für Sottrum arbeiten zu dürfen – solange wie ich darf.

Zum Schluss die ganz wichtige Frage: Schafft der HSV in diesem Jahr noch den Aufstieg?

Selbstverständlich.

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