Lehrreiches Männerfrühstück

Klimaforscher Professor Peter Lemke referiert in der St.-Georg-Gemeinde

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Klimaforscher Professor Peter Lemke (v.l.) im Gespräch mit Wilfried Wildeboer und Helmut Röhricht.

Sottrum - Von Wieland Bonath. Der Klimawandel ist am Samstag das zentrale Thema des Männerfrühstücks der St.-Georg-Kirchengemeinde aus Sottrum gewesen. Und es gab hochkarätigen Besuch.

Professor Peter Lemke, einer der renommiertesten Klimaforscher, sprach im Gemeindehaus zum Thema „Klimawandel – (k)ein Grund zur Sorge?“ Ein brisantes Thema, das alle angeht und künftige Generationen teilweise vor Überlebensfragen stellt, wenn nicht schnell gehandelt und reagiert wird. Nur die rasche Verringerung des von Menschen verursachten Kohlenstoffdioxids (CO2) kann verhindern, dass das Klima der Erde um die kritischen zwei Grad steigt. Das hätte fatale Folgen.

Erfahrung aus zehn Polarexpeditionen

Vor einem großen Kreis von Interessierten begrüßte Sprecher Helmut Röhricht den Professor für Physik von Atmosphäre und Ozean an der Universität Bremen, der bis zu seiner Pensionierung vor drei Jahren Leiter des Fachbereichs Klimawissenschaften am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, war.

Lemke, so Röhricht, hat an zehn mehrmonatigen Polarexpeditionen mit dem deutschen Forschungseisbrecher Polarstern teilgenommen. Der Wissenschaftler sei seit mehr als 30 Jahren Mitarbeiter internationaler Gremien der Klima- und Polarforschung und habe an fünf Berichten des Weltklimarats (IPCC) mitgeschrieben. Die Arbeit des IPCC sei im Jahre 2007 zusammen mit dem ehemaligen Vizepräsidenten und Umweltschützer Al Gore mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Von 2013 bis 2016 habe Lemke dem wissenschaftlichen Beirat für globale Umweltveränderungen der Bundesregierung angehört.

Lemke kritisiert die Maßlosigkeit der Menschen

Röhricht sagte in seiner Hinleitung zum Thema unter anderem: „Das Klima der Erde hat sich in der Vergangenheit stark geändert und werde sich auch in Zukunft ändern.“ Er fügte hinzu: „Eiszeiten und Warmzeiten haben sich in einem natürlichen Rhythmus im Laufe der Jahrhunderttausende abgewechselt. Anders als in der Vergangenheit wird es aber für Klimaänderungen in der Zukunft neben den natürlichen Ursachen auch bedeutende Einflüsse durch menschliche Aktivitäten geben. Der größte Anteil an der globalen Erwärmung der vergangenen 50 Jahre wird diesen menschlichen Aktivitäten zugeschrieben.“

Durch die wachsenden Emissionen von Treibhausgasen verursache die Menschheit einen starken Temperaturanstieg, der die gesamte Umwelt beeinflusse: Regen und Schneefall, Windsysteme, Ozeanströmungen, Gletscherschmelze, Tauen des Permafrostes, Meeresspiegelanstieg und Wetterextreme.

Lemke hatte seinen zweistündigen Vortrag in diese vier Abschnitte unterteilt: Was ist das Problem? Was wird beobachtet? Was bringt die Zukunft? Was tun wir? – Fragen, bezogen auf ein uraltes Weltgefüge, das solange funktionierte, bis der „moderne“ Mensch vor relativ kurzer Zeit in die Speichen dieses Rades griff und in Maßlosigkeit die Welt und ihre natürlichen Abläufe durcheinanderbrachte. Zu den noch offenen Fragen gehört: Werden die Reparaturarbeiten noch rechtzeitig gelingen?

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