Welthits mit dem Wischer

„Voice over Piano“ liefert in Sottrum trotz Nieselregen ab

Sarah Dähn
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Beim Michael-Bublé-Cover geizt Sarah Dähn nicht mit ihren Reizen.

Nicht von Regen und Kälte abhalten ließen sich Sarah Dähn und ihre elfköpfige Band beim Konzert am Samstag unter freiem Himmel. Der Sottrumer Heimatverein zelebrierte vor der St.-Georg-Kirche sein 40-jähriges Bestehen mit Liedern aus Musicals, Chansons, viel Rock und Pop und noch mehr Regenschirmen und -capes.

Sottrum – Professionell waren sie immer schon, die Auftritte von „Voice over Piano“ alias Sarah Dähn und Thomas Blaeschke in Sottrum. Der achte Besuch in neun Jahren nahm sich am Samstagabend unter freiem Himmel vor der St.-Georg-Kirche mit fünfköpfiger Band und gleich fünf Backgroundsängerinnen größer denn je aus. Allerdings gab es auch einen würdigen Anlass, feierte der Heimatverein doch sein 40-jähriges Bestehen.

Das Abwischen des Pianos avanciert im Nieselregen-Konzert zum Running Gag. Das miese Wetter vermiest aber nicht den Spaß vor der Kirche.

Gern hätte man weitere Gelegenheiten zur geselligen Zusammenkunft geschaffen, die das Wirken des Traditionsvereins dargestellt hätten – „aber das verbietet sich momentan ja leider“, so Vorsitzender Hans-Jürgen Krahn. Gleichzeitig freute er sich nicht nur, die Kultur im Ort wieder anzukurbeln („Das ist wichtig, sonst kommt das Ehrenamt irgendwann zum Erliegen“), sondern auch, den Künstlern nach langer Zeit eine vom Bund und anderen Institutionen geförderte Auftrittsmöglichkeit zu geben. Mit rund 180 verkauften Tickets (das Disney-Familienprogramm am Sonntag wurde mangels Interesse gestrichen) zeigte er sich zufrieden. Den Rekord von 250 im Vorjahr zu toppen, sei in den Ferien und wegen des Wetters nicht gelungen. Letzteres hatte die angekündigte Vorband „Wildes Blech“ wegen fehlender Überdachung für die 30 Musiker auf drei Vertreter schrumpfen lassen, die mit Gitarre, Saxofon und zweistimmigem Gesang ungleich zahmer, doch ebenfalls hörenswert auf den Hauptact einstimmten.

Viele !Wiederholungstäter“ im Publikum

Der kam bunt, bonbonfarben und bombastisch daher. Das Motto „Musical meets Rock & Pop Musical“ erlaubte einen genreübergreifenden Griff in die Ohrwurmkiste – vom Chanson über Balladen bis zu Evergreens wie „Mondlicht“ aus Cats. Eine professionelle Lichtshow samt Nebelschwaden, Anmoderationen mit flotten Sprüchen und technisch wie stimmlich einwandfreie Songs – die beiden Profis bedienten die Erwartungen der vielen „Wiederholungstäter“ im Publikum. Gleichwohl hätte sich so mancher im ersten Teil etwas mehr Authentizität und eigenes Profil angesichts allzu glatter Arrangements gewünscht. Dass die Dähn das durchaus kann, bewies sie zweiten rockigeren Teil bei Songs wie „Purple Rain“ (in dem auch die grandiose Band ihr Können zeigen durfte) oder einem beeindruckenden Queen-Set. Jenseits aller musikalischen Meriten gebührt dem Duo Respekt: den Bindfadenregen einfach vom E-Piano zu wischen und die Show vor dem Meer von Regenschirmen durchzuziehen: Chapeau!

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