Weihnachten soll es fertig sein: Dietmar Meyer aus Sottrum stellt Bier her

Der brauende Pastor

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Die Schrotmühle muss viel Arbeit leisten.

Sottrum/Waffensen - Von Bettina Diercks. Die Mischung macht’s: Das galt am Wochenende nicht nur für die Biersorten, die hergestellt werden sollten. Zum passenden Kurs hatte zum wiederholten Male Sottrums Pastor Dietmar Meyer eingeladen. Dieses Mal wurde auf dem Hof des Mehrgenerationenhauses in Waffensen gebraut.

Obwohl das Gebräu noch gar nicht in Reichweite war und erst zu Weihnachten fertig sein wird, herrschte eine äußerst ausgelassene Stimmung mit einem speziellen Eventcharakter.

Trotz des vielen Platzes wurde es eng: „Wir sind am Rande unserer Kapazitäten“, sagte Meyer. Das bezog sich sowohl auf die hohe Teilnehmerzahl als auch auf den Stellplatz für die Einkochtöpfe, in denen das künftig kühle Blonde angesetzt wurde, und diverses Equipment. Doch wie das auf dem Dorf so ist: Kein Problem, kurzerhand wurde spontan alles Mögliche nachorganisiert.

Grundbedingung für das Bierbrauen: Alle Behälter, vom Kochtopf bis zum Maischebehälter, mussten tipp-top sauber sein. Nachdem jeder sich am Freitag seine Biersorte ausgesucht hatte, wurde für jeden Brautrupp Malz abgewogen. Nächster Engpass: die Schrotmühle, von der nur eine vorhanden war. Dort muss zwingend das Malz durch, um das Getreide zu zerkleinern und den Spelz (Schale) vom Korn zu trennen. Die erste kleine Bohrmaschine rauchte im wahrsten Sinne des Wortes ab. Größerer Ersatz glich gleich wieder alles aus.

Sonnabendmorgen wurde es ernst: Zwar gab es genug Steckdosen, dennoch mussten die Verantwortlichen durchdacht vorgehen, damit die sechs stromzehrenden Einkochtöpfe den Betrieb nicht lahmlegten.

Ein Hellweger Teilnehmer entpuppte sich als Experte und verkabelte alles. Währenddessen isolierten seine Mitstreiter die Töpfe, um Energie zu sparen und das Wasser besser auf Temperatur zu bringen. Dennoch knallten irgendwann die Sicherungen durch. Die Störung wurde behoben und alle konnten die ersten Durchgänge des Brauprozesses beenden.

Der Antrieb, am Kurs teilzunehmen, war unterschiedlich: Eine Teilnehmerin beschäftigt sich derzeit gerade insgesamt mit Einkochen; da passte Brauen dazu. Bei den Männern reichte es von „nur mal so zum Spaß“ über die eigene kleine Hobbybraueinrichtung im heimischen Keller bis hin zur Vorreiterrolle, um mit den Kumpels dann mal gemeinsam Bier zu brauen. Interessant beim maskulinen Part: „Männer versuchen immer zu optimieren“, sagte Meyer, das habe er in den vergangenen Kursen festgestellt. Er selbst kommt nur noch selten zum zeitaufwendigen Brauen. Familie geht vor. Aber, dann und wann, würde er es noch mal machen.

Neben dem Brauen waren noch andere nützliche Dinge zu erfahren: Zum Beispiel, dass aus der Maische, das ist der verbleibende Getreiderest, Brot gebacken werden kann.

In dieser Woche wird das Bier abgefüllt und noch einmal mit einer Art „Rohfassung“ des Getränkes angereichert, damit die Hefe wieder etwas zu tun hat. Pünktlich zu Weihnachten soll das kühle Blonde dann fertig sein.

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