„Heute leiser, aber nicht minder schön“

Konzert des Hassendorfer Singkreises: Weihnacht mit vielen Gesichtern

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Wenn der musikalische Nachwuchs an der Reihe war, lauschten nicht nur die Chormitglieder andächtig.

Hassendorf - Von Matthias Daus. Wer wissen möchte, warum es sich lohnt, in einem Chor mitzusingen, der sollte vielleicht einmal eines der Konzerte des Hassendorfer Singkreises besuchen. So wie beispielsweise das alljährliche Weihnachtskonzert, das am vergangenen Freitag wieder im örtlichen Dorfgemeinschaftshaus stattfand.

Auch wenn der Chor in diesem Jahr in einer dezimierten Besetzung auftrat, was unter anderem urlaubs- oder krankheitsbedingt war, konnten die Sänger wieder diese erhabene Stimmung erzeugen, die für diesen Chor so typisch ist. Oder um es mit den Worten von Chorleiter Johannes Kaußler zu sagen: „Wir singen heute vielleicht etwas leiser, aber dafür nicht minder schön.“

Und er sollte recht behalten. Das Programm war wieder einmal außergewöhnlich und das ist auch das Besondere an den Hassendorfer Gesangstalenten. Viele der Lieder sind den meisten Zuhörern nicht im Entferntesten bekannt und vor jedem Weihnachtskonzert fragt man sich, welche Schätze Johannes Kaußler ausgegraben hat. Wie beispielsweise das Lied „Der Christbaum ist der schönste Baum“, das der Chorleiter selbst vorher nicht kannte. Gemischt mit einigen Klassikern der weihnachtlichen Gesänge ergibt sich ein ebenso ungewöhnliches wie auch harmonisches Gesamtbild, das allerdings erst komplett wird, durch die Mitwirkung des musikalischen Nachwuchses der Gemeinde, der auch dieses Mal mit von der Partie war. Manche waren noch Anfänger, andere hingegen schon fortgeschritten, aber alle hatten die Courage, sich an Instrumenten wie Klavier, Geige, Blockflöte oder Akkordeon und als Sänger dem Publikum zu präsentieren. Dass dabei nicht zwingend jeder Ton getroffen wurde, lag in der Natur der Sache und tat dem Ganzen keinen Abbruch. Doch was wäre ein weihnachtliches Konzert ohne Weihnachtsgeschichte, vorgetragen von Siever-Johanna Breitschuh, die von Johannes Kaußler wieder als der eigentliche Höhepunkt des Abends angekündigt wurde. 

Die Geschichte, eine Erzählung von Weihnacht in den unteren sozialen Schichten New Yorks, trug die Hassendorferin derart intensiv vor, dass man geneigt war, am Ende an den Weihnachtsmann zu glauben. Zum Abschluss des Abends wurde gemeinsam mit dem Publikum „Oh Du Fröhliche“ und „Stille Nacht“ gesungen, bevor Klaus Dieter Jantos das Wort ergriff und sich für den Applaus bedankte. „Das ist für uns wie die Hefe fürs Brot“, sagte er und wies darauf hin, dass man immer auf der Suche nach neuen Sängern sei. Und wer weiß, vielleicht schafft es der Singkreis mit Konzerten wie diesem, das Interesse am Chorgesang zu wecken.

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