Corona-Absage: Kein Mühlentag an der Stuckenborsteler Wassermühle

Das Wasserrad bleibt stehen

Die Stuckenborsteler Wassermühle wird in diesem Jahr keinen Besucherandrang an Pfingsten erleben. Fotos: Beims

Stuckenborstel – Die Stuckenborsteler Wassermühle ist zur Pfingstzeit ein beliebtes Ausflugsziel. Viele Radfahrer und Familien statten dem alten Gebäude am zweiten Pfingsttag gerne einen Besuch ab. Denn dann steht seit mehr als 20 Jahren der Deutsche Mühlentag im Kalender – und von Beginn an ist auch die Wassermühle dabei, erzählt Förderkreis-Mitglied Hans-Richard Buthmann, der federführend mit dem Vorsitzenden Jürgen Schlüter an der Organisation beteiligt ist. Er ist an diesem Nachmittag allerdings ein wenig betrübt, denn mit guten Nachrichten kann er heute nicht aufwarten: Die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) hat ein Rundschreiben verschickt, der Deutsche Mühlentag muss in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Dort, wo sonst insgesamt um die 900 Wind-, Wasser-, Dampf- und Motormühlen bundesweit ihre Pforten öffnen, wird es also dieses Jahr still sein. Ebenso in Stuckenborstel. Während das Wasser neben der Mühle weiterfließt, bleiben die Räder stehen. Geplant ist der Tag schon längst von den ehrenamtlichen Helfern, der Ablauf ist jedes Jahr gleich. Der Oytener Akkordeongruppe „Thüner“, die seit mehr als 20 Jahren ebenfalls mit von der Partie ist, hat Buthmann bereits abgesagt. Den Lieferanten wegen der Getränke ebenfalls. „Da viele den Tag langfristig planen, kam die Absage so früh“, erklärt Buthmann. Nachholen will der Förderkreis den Tag nicht.

Auch der Kinderflohmarkt vom Dorfverein, der sonst zeitgleich stattfindet, fällt damit aus. „Wir bedauern das“, meint Buthmann. Denn am Mühlentag herrscht in der Regel großer Betrieb auf dem Gelände: Zwischen 500 und 800 Besucher sind jedes Jahr dabei. „Sie kommen mit dem Fahrrad, sitzen zusammen, schnacken, essen Kuchen oder Erbsensuppe“, berichtet Buthmann. Dafür haben beispielsweise die Stuckenborsteler Frauen im vergangenen Jahr allein 44 Torten gebacken.

Aktuell ist die Mühle ohnehin für Besucher geschlossen, lediglich von außen kann man sie betrachten. Führungen, die der 82-Jährige nach wie vor selbst übernimmt, gibt es vorerst nicht. Nichtsdestotrotz wird die Mühle natürlich weiter wie bisher in Schuss gehalten. Unter anderem von Uwe Kohl, der für die Pflege der Wassermühle sorgt und sie funktionsfähig hält. Mit Erfolg, sagt Buthmann: Beide Mahlgänge funktionieren nach wie vor einwandfrei, obwohl die Mühle bereits 1950 ihren Betrieb eingestellt hat. Und eins ist sicher: Sobald Corona überstanden ist, will Buthmann auch wieder Interessierte durch die Räume der alten Mühle aus dem Jahr 1790 führen. Denn „im vergangenen Jahr war viel los an der Mühle – Kindergärten und Schulklassen waren da und viele Fahrradfahrer“, erzählt Buthmann. Wer ebenfalls mal eine Führung möchte, kann sich entweder bei ihm (04264 / 1786) oder Schlüter (04264 / 2171) melden.  acb

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