Klimaschutzbeauftrate stellt Energiebericht vor

Was Sottrum verbraucht

Nur das Schwimmbad schert aus. Vom Freibad abgesehen spart die Samtgemeinde Energie ein. 
Foto: Röhrs
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Nur das Schwimmbad schert aus. Vom Freibad abgesehen spart die Samtgemeinde Energie ein. Foto: Röhrs
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Sottrum – Wenn man Kirstin Taberski zuletzt gefragt hat, was sie eigentlich so macht, fiel bei der Klimaschutzbeauftragten der Samtgemeinde häufig der Begriff „Energiemanagement“. Was verbrauchen die 30 Liegenschaften der Samtgemeinde an Energie, und was kostet das überhaupt? Das hat sie sich genauer angeschaut und nun dem Samtgemeinderat in einem Energiebericht vorgestellt. Eine Art Arbeitsnachweis sozusagen, denn mit dieser Bestandsaufnahme hat sie auch erste Stellschrauben gedreht und – das schien bei den Ratsmitgliedern auf höheres Interesse zu stoßen – Kosten eingespart. Aber auch so konnte man einige Erkenntnisse aus dem Bericht ableiten. Ein Überblick:

Kläranlage ist größter Energieschlucker

Rund 370 000 Kilowattstunden hat das Klärwerk 2019 verbraucht, damit ist es mit Abstand der größte Energieschlucker in der Samtgemeinde. Rechnet man die Pumpwerke mit hinzu, machen Wasserver- und -entsorgung gemeinsam nahezu die Hälfte des Stromverbrauchs aus. „Im Juni 2018 wurde die Belüftung der Klärbecken mit effizienterer Technik ausgerüstet, die zu einer Reduktion des Stromverbrauchs geführt hat“, berichtet Taberski. Ihren Angaben zufolge lag der Verbrauch der Anlage 2017 noch bei rund 565 000 Kilowattstunden – rund 17 Prozent mehr. In Euro sind das rund 26 500 weniger, 2019 also 78 800 Euro. Den zweitgrößten Energieverbrauch haben übrigens Oberschule und Gymnasium gemeinsam. Zusammen kommen sie auf rund 289 700 Kilowattstunden, vorher 293 700. Fast drei Viertel des Energieverbrauchs sind der Wärmebereitstellung geschuldet.

Taberski finanziert sich selbst

Insgesamt hat die Samtgemeinde laut Taberski von 2017 auf 2019 etwa 24 900 Euro an Energiekosten eingespart – ein Rückgang von sechs Prozent seien das. Damit dürfte sich die Klimaschutzmanagerin selbst finanzieren, schließlich ist ihre Stelle lediglich eine halbe. Für die Personalkosten kommt zu 65 Prozent der Bund auf, für 35 Prozent steht die Samtgemeinde gerade. Insgesamt beträgt die jährlich Strom- und Wärmerechnung der Samtgemeinde 418 000 Euro.

Schulen mögen es warm

Eine Kläranlage verbraucht viel Strom, benötigen aber so gut wie keine Wärme. Logischerweise spielen diese Rolle eher die Schulen. Mit 2,83 Millionen Kilowattstunden Wärmeverbrauch schlagen die Grundschulen und weiterführenden Schulen 2019 zu Buche. Immerhin gibt’s auch hier eine Verbesserung, denn 2017 waren es noch 2,93 Millionen Kilowattstunden. Und es gibt noch Potenzial: Denn an einigen Einrichtungen scheinen die Heizungen auch im Sommer zu laufen, wie Taberski irritiert festgestellt hat.

Das Freibad schwimmt gegen den Strom

Eigentlich sparen alle Liegenschaften im Vergleich zu 2017 Energie – nur das Freibad nicht. 149 600 Kilowattstunden (2017: 113 105) hat es 2019 verbraucht. Der Wärmeverbrauch liegt bei 920 500 Kilowattstunden und damit 30 Prozent über dem Vorjahr. Über die Gründe äußert sich Taberski nicht. Die Berechnungen sind witterungsbereinigt, also durch einen Quotienten wettertechnisch auf einen gemeinsamen Nenner gebracht.

Sottrum verbraucht mehr CO2

Insgesamt 1 242 Tonnen CO2 sind in den Liegenschaften der Samtgemeinde Sottrum im Jahr 2019 angefallen. Seit 2017 gibt es im Wärmesektor leichte Verbesserungen, Strom wird erst seit 2019 angegeben. Warum? Seit dem vergangenen Jahr scheint die Samtgemeinde keinen Strom aus regenerativer Energie zu nutzen. Rechnerisch haben sich Taberski zufolge die CO2-Emissionen um 91 Prozent erhöht. Bei der Wärme wird der CO2-Ausstoß fast zu gleichen Teilen von Fernwärme und Erdgas erzeugt. Marginal ist dagegen der Anteil vom Flüssiggas (1,48 Tonnen).

Angesichts der Zahlen also kein Wunder, dass Taberski eine Rückkehr zum Ökostrom in ihrem Ausblick für erstrebenswert hält. Auch solle bei Neu- beziehungsweise Umbauten darauf geachtet werden, dass man nur erneuerbare Energie bezieht. Potenziale zur CO2-Einsparung gibt es auch in den Mitgliedsgemeinden, für die sie allerdings nicht zuständig ist. Ein Anreiz könnte mal wieder das Geld bieten: 2021 werde die Bepreisung von 25 Euro pro Tonne CO2 kommen. Für die Samtgemeinde seien das etwa 15 600 Euro.

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