Ganze Familie eingebunden

Serie „Sottrumer Mittelstand“:Was fürs Auge

Cathrin Casselius leitet mittlerweile den Sottrumer Standort, ihr Brunder Michael die Hörgeräte-Sparte des Familienunternehmens.
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Cathrin Casselius leitet mittlerweile den Sottrumer Standort, ihr Brunder Michael die Hörgeräte-Sparte des Familienunternehmens.

Sottrum – Eine Brille ist schon lange keine einfache Sehhilfe mehr, sie ist zu einem Lifestyle-Objekt geworden. Thomas Casselius hat diese Entwicklung mit verfolgt, seitdem er vor rund 30 Jahren seine Optik in Sottrum eröffnet hat. Doch nicht nur die Mode hat sich immer wieder weiterentwickelt: Auch sein eigener Betrieb ist in der Zwischenzeit auf drei Standorte – Sottrum, Scheeßel, Sittensen – angewachsen.

Immer mit dabei: Ehefrau Waldtraut und seine Kinder Kerstin, Cathrin und Michael. Und die neue Generation hat längst das Heft des Handelns in die Hand genommen und trägt ihrerseits zum Wachstum bei.

„Wir waren damals die erste Optik in Sottrum“, erinnert sich Thomas Casselius. Dabei hat ihn wohl eher der Zufall in die Gegend verschlagen. Ursprünglich aus der Region Quakenbrück ging er erst nach Lübeck, eher er sich dann beim Optiker Diekmann in Ottersberg als Meister bewarb – und die Stelle auch bekam.

Die Serie

Der Mittelstand ist das Fundament der Wirtschaft, auch in Sottrum. Insbesondere Familien prägen das Bild der Gewerbelandschaft. In dieser Serie stellen wir einige Firmen vor. Wie sind sie zu dem geworden, was sie sind? Wie hat sich ihre Branche verändert? Welche Herausforderungen meistern sie?

Zwei Jahre später eröffnete er gegenüber des Sottrumer Rathauses seinen Laden, der mittlerweile ein paar hundert Meter weiter an die Ecke Am Eichkamp/Vogteistraße gezogen ist. Doch es ging nicht um das Schließen einer Marktlücke. Laut Tochter Cathrin war es vor allem die Lust, etwas Eigenes aufzubauen, was ihn dazu antrieb.

16 Mitarbeiter zählt der Betrieb mittlerweile. Die Kinder haben schon als Teenager ihr Taschengeld im Laden aufgebessert – Putzen, Karteien sortieren, „die Fleißarbeiten“, wie sie Cathrin Casselius nennt. „Dadurch haben wir das Geschäft kennengelernt.“ Sie selbst hat ihre Ausbildung 2005 abgeschlossen und leitet nun als Meisterin den Standort Sottrum und „kümmert sich auch um Sittensen“.

Schwester Kerstin hat 2005 ihre Ausbildung angefangen und leitet heute den Standort Scheeßel, den die Familie 2009 übernommen hat. 2019 kam Sittensen hinzu, wie in Scheeßel wurde auch hier der Laden von einem Kollegen übernommen, der sich zur Ruhe setzte. Auch wenn es bei der Sottrumer Firma anders ist, um den Nachwuchs sei es in der Branche schlecht gestellt, so Thomas Casselius. Und wer eine Ausbildung macht, wende sich anschließend oft einem anderen Metier zu.

Michael Casselius machte 2015 seinen Meister und leitet heute die Hörgeräte-Sparte in allen drei Filialen. Die gibt es seit 2006, bis dahin habe man Hörgeräte in der Region nur in Rotenburg bekommen, so Thomas Casselius. Dabei liege das nahe. „Die Meisten, die ein Hörgerät brauchen, brauchen auch eine Brille“, sagt Michael Cassselius.

Doch nicht nur der Betrieb hat sich über die Jahre weiterentwickelt, sondern auch das Produkt. „Vor 30 Jahren war eine Brille noch eine Korrigierungshilfe“, sagt Cathrin Casselius. Die Zeiten des sogenannten Kassengestells sind also vorbei, die Ansprüche ebenfalls höher, denn die Augen sind heute anderen Belastungen ausgesetzt als früher – etwa durch die viele Zeit, die man vor Bildschirmen verbringt.

„Das bedarf einer zeitintensiven Beratung.“ Legt man bei Brillen Wert auf Ästhetik, sieht es bei den Hörgeräten ganz anders aus. Hier ist Unauffälligkeit gefragt, wobei klobige Modelle der Vergangenheit angehören. Die Technik ist feiner, und schon längst lässt sich ein Hörgerät auch mit dem Smartphone einstellen.

Bei den Brillen sind die Menschen, wenn man so will, eitler geworden. „Die Leute wollen gut aussehen“, sagt Michael Casselius. Da muss es auch mal was Anderes sein. Modelle aus Holz oder Plastik, das aus den Meeren gefischt wurde, sind keine unüblichen Nachfragen mehr.

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