Warten auf das nächste Paar

Sottrumer Jugendwehr plant dritten Horst für Störche in Everinghausen

Gemeinsam schauten sich Horst-Albert Röhrs (v. l.), Ines Fischbach, Ingo Fischbach, Marvin Röhrs, Tjark und Luca die Storchen-Fotos an, die Cord Tewes (2. v. r.) mitgebracht hatte. J Foto: Holsten-Körner

Sottrum - Von Antje Holsten-Körner. Schon viele Jahrzehnte ist es her, dass Störche in Sottrum Junge aufzogen. „Es muss im Jahr 1952 oder 1953 gewesen sein, da waren sie oben auf dem Dach unseres Hauses“, erinnert sich Cord Tewes, damals noch ein kleiner Junge. Heute, mit 76 Jahren, freut er sich über die Fotos, die er von damals noch hat. Jetzt zeigte er die Bilder den Mitgliedern der Sottrumer Jugendfeuerwehr, die eine besondere Verbindung zu Meister Adebar haben. „Seit sechs Jahren versuchen wir in Sottrum Störche anzusiedeln“, erzählt Jugendwart Ingo Fischbach.

Für ihn ist ein Storchennest die Erfüllung eines eigenen Traums. „Als wir noch in Clüversborstel wohnten, habe ich oft die faszinierenden Tiere beobachten können“, so der 45-jährige Familienvater. Als er vom Concordia-Preis hörte, wo Projekte von Jugendwehren mit Mensch, Natur und Gemeinschaft gefördert werden, war ihm klar, dass sich die sehr aktive Sottrumer Jugendfeuerwehr nicht mit der sonst oft üblichen Müllsammelaktion bewerben wird, sondern mit dem Bau eines Nestes. Auf der Suche nach einem geeigneten Platz sprach er damals Horst-Albert Röhrs an, der sofort begeistert war. Gemeinsam mit den Jugendbetreuern wurde auf dem Privatgrundstück der Familie Röhrs in der Nähe der Brücke an der Straße „An der Wieste“ ein Horst gebaut.

Den überwiegenden Teil des Materials bekam die Feuerwehr geschenkt. Aber leider schaute nur ab und zu ein Storch oder ein Paar vorbei. „Die blieben nur wenige Tage, meist sogar auf dem Rückweg in ihr Winterquartier“, bedauert Röhrs. Viel Hoffnung auf Jungtiere machte ihnen der Storchenbeauftragte des Landkreises nicht. Trotzdem wollte die Jugendfeuerwehr die Hoffnung nicht aufgeben und baute im Jahr 2014 sogar einen zweiten Horst auf. Während sie die ersten Nester noch mit Stroh und Heu vorbereitet hatten, entschieden sie sich dann für Hackschnitzel. „Wir durften uns den Teleskoplader von der Biogasanlage ausleihen und konnten so im Frühjahr nochmals Hackschnitzel nachlegen“, berichtet Ingo Fischbach.

Ein Storchenpaar begutachtete das Nest bereits

Im vergangenen Jahr schaute sich tatsächlich ein Storchenpaar etwas länger das vorbereitete Nest an, bevor es weiterzog. Vielleicht war es genau dieses Paar, das sich in diesem Mai dort niederließ. „Am 7. Mai habe ich sie dort das erste Mal gesehen“, erinnert sich Ingo Fischbach. Schon eine Woche später blieb immer ein Vogel auf dem Nest sitzen. Daraufhin rief Fischbach bei Wilfried Glauch, Storchenbeauftragter für den Südkreis an, der sich gleich auf den Weg machte. „Er sagte, dass es sehr gut aussehe und gratulierte uns“, erzählt Jugendwart Ingo Fischbach. Einen Monat später sollte sich dies endgültig bestätigen, denn dann waren die Jungtiere geschlüpft.

Da in Hellwege Störche beringt werden sollten, schickte Glauch den Steiger gleich weiter nach Sottrum. „Es waren drei Vögel im Nest“, berichtet Ingo Fischbach, der noch heute ganz bewegt davon ist. Doch die Freude darüber währte nur kurz, denn bei einem heftigen Gewitter am 22. Juni fielen drei bis vier Zentimeter große Hagelbrocken vom Himmel, die die ungeschützten Vögel erschlugen.

„So gut wie bei uns bekommen es die Störche nirgends“

„Jetzt ist der Horst verlassen“, bedauert Jugendbetreuerin Ines Fischbach. Daher wurde die Bewerbung für den Concordia-Preis vorläufig zurückgestellt. Sie hofft, dass sich im kommenden Jahr erneut ein Storchenpaar dort wohlfühlen wird. Um die Chancen zu vergrößern ist bereits ein dritter Horst in Planung, der in Everinghausen aufgebaut werden soll. „So gut wie bei uns bekommen es die Störche nirgends“, macht Horst-Albert Röhrs Werbung für die Wiestegemeinde.

Wer sich für die weiteren Aktivitäten der Sottrumer Jugendwehr, die sich jeden Montag zwischen 17.30 und 19.30 Uhr trifft, interessiert, kann sich bei Ingo Fischbach unter den Telefonnummern 0152 / 21832413 oder 04264 / 2535 melden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Eiskalt oder scharf: Rezepte mit Pflaumen und Zwetschgen

Eiskalt oder scharf: Rezepte mit Pflaumen und Zwetschgen

Kaktusfeigen richtig öffnen

Kaktusfeigen richtig öffnen

VW Tiguan Allspace im Test: Wegen des Erfolgs verlängert

VW Tiguan Allspace im Test: Wegen des Erfolgs verlängert

Beben auf Ischia: Verschüttete Kinder nach Stunden befreit

Beben auf Ischia: Verschüttete Kinder nach Stunden befreit

Meistgelesene Artikel

„La Strada“-Eröffnung: Regionale und internationale Künstler begeistern

„La Strada“-Eröffnung: Regionale und internationale Künstler begeistern

Nach dem Starkregen: Auto durch Gullydeckel beschädigt

Nach dem Starkregen: Auto durch Gullydeckel beschädigt

Richter kassieren Girl-Urteil

Richter kassieren Girl-Urteil

Verkehrssituation vor Rotenburger Schulen soll entspannt werden

Verkehrssituation vor Rotenburger Schulen soll entspannt werden

Kommentare