Superintendentin spricht über Visitationen in den Kirchengemeinden

„Wahrnehmen, würdigen, weitergehen“

Die Kirchengemeinden Ahausen, Horstedt und Sottrum waren Teil der Visitation des Kirchenkreises. Foto: Röhrs

Ahausen/Horstedt/Sottrum - Die Superintendentin Susanne Briese besuchte in den letzten Wochen häufig die Kirchengemeinden in Sottrum: Sie war auf Visitation in Ahausen, Horstedt und Sottrum. Am vergangenen Samstag war bereits ein spezieller Gottesdienst in Horstedt mit der Superintendentin. Wieso der Kirchenkreis diese Visitationen macht und welche Eindrücke Briese aus den drei Kirchengemeinden mitnimmt, erklärt sie in einem Interview.

Was ist eigentlich eine Visitation und woher kommt der Begriff?

„Lasst uns aufbrechen und wieder nach unseren Gemeinden sehen, wie es um sie steht,“ heißt es in der Bibel. Schon mehr als 500 Jahre lang ist die Visitation wichtiger Brauch der evangelischen Kirche. Martin Luther bezeichnete es als heilsames Werk, die Gemeinden – Einrichtungen und Kirchenkreise – zu besuchen. Bis heute gehört es zu den Leitungsaufgaben der Kirche, um zu sehen, wie es um sie steht.

Warum machen Kirchenkreise solche Visitationen?

Beschreiben lässt sich das ganz gut mit den Worten „wahrnehmen, würdigen, weitergehen“. Die Arbeit in Kirchengemeinden soll wahrgenommen werden und es sollen Ziele für die zukünftigen Aufgaben formuliert werden, die vorhandenen Aktivitäten sollen an diesen Zielen gemessen und Planungen daran ausgerichtet, überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Außerdem geht es bei der Visitation darum, festzustellen, ob die Kirchengemeinden und sonstigen Körperschaften die in der Landeskirche geltenden Ordnungen beachten. Und zu guter Letzt ist die Visitation auch dazu da, um einen Überblick über das kirchliche Leben zu bekommen und ihnen Grundlagen für ihr Planen und Handeln zu geben.

Wie häufig machen Sie die Visitationen und welchen Stellenwert haben sie?

Eine Visitation findet in der Regel alle sechs Jahre statt. Sie ist ein wichtiges Instrument des Leitungshandelns in der Kirche und hat einen hohen Stellenwert. Sie soll wertschätzend und ermutigend sein und nimmt wahr, wie in Kirchengemeinden, Kirchenkreisen, Werken und Einrichtungen das Evangelium verkündigt und gelebt wird. Außerdem bringt sie die Zugehörigkeit der konkreten Gemeinde zur Kirche Jesu Christi zum Ausdruck und stellt die Kirchengemeinde in den regionalen und überregionalen Zusammenhang der Landeskirche.

Was genau war Teil der Visitationen in Ahausen, Horstedt und Sottrum? Können sie ´kurz das Programm vorstellen?

Es gab ein buntes Programm, um einen möglichst breiten Einblick in die Arbeit der drei Gemeinden zu bekommen. Unter anderem gab es einen Besuch im Konfirmandenunterricht, ein Besuch in Kreisen der Gemeinden, ein Treffen mit Vertretern der Gemeindegruppen und des Gemeindebeirates in der Region, Gespräche mit den Schulen in der Region, eine Rundreise zu Gesprächen mit politischen Repräsentanten, der Diakonie- und Sozialstation und regionalen Initiativen, bei der auch viele wichtige Orte besucht wurden, an denen die Gemeinden sich treffen und zu besonderen Anlässen Gottesdienste feiern oder beispielsweise ein Zeltlager errichten. Außerdem haben sich die Kirchenvorstände zu einem Visitationsgespräch getroffen. Wir haben einen wunderschönen und lebendigen Visitationsgottesdienst gefeiert, nach dem es Gelegenheit zum Gespräch gegeben hat, und es fanden verschiedene Einzelgespräche statt.

Die Visitation ist nun beendet. Können Sie schon eine Bilanz ziehen? Was nehmen sie daraus mit?

Einige Termine folgen noch. Aber besonders beeindruckt hat mich die positive Grundhaltung der Gemeindeglieder, die in Gruppen und Kreisen mitarbeiten oder sogar für sie verantwortlich sind. Und sie erfahren selbst, wie sehr sie die Gemeinschaft mit den anderen trägt. Das freut mich sehr. Wunderbar ist auch, dass es in der Region sehr viele jugendliche Teamer gibt, also Jugendliche, die eine Ausbildung gemacht haben und in unterschiedlichen Bereichen der Gemeinden aktiv sind, zum Beispiel gestalten sie den Konfirmandenunterricht mit und begleiten auch Freizeitfahrten. Das ist wirklich klasse. Zudem freue ich mich auch darüber, mit wie viel Kraft und Ausdauer die Mitglieder in den Kirchenvorständen ihre Leitungsaufgabe wahrnehmen – gerade in Zeiten wie diesen, in denen wir als Kirche vor großen Herausforderungen stehen.

Gibt es besondere Aspekte, die aufgefallen sind?

Da gibt es viel Gutes. Ich nenn nur zwei Beispiele: Die Kirchenmusik ist in der Region sehr gut aufgestellt. Es gibt ein breites Repertoire für Jung und Alt. Das macht Freude. Und das Miteinander in der Region ist gut, auch in der Zusammenarbeit mit den Kommunen.

Von Farina Witte

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