Kandidatur von Robert Abel

Parteien über Sottrumer FDP: „In den Rücken gefallen“

Ein Schild mit der Aufschrift „Wahlraum“ und einem Pfeil nach oben hängt in einem Fenster. In der Spiegelung erkennt man eine Radfahrerin.
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Am 12. September wird bei den Kommunalwahlen auch das Amt des Sottrumer Samtgemeinde-Bürgermeisteramtes neu besetzt.

Grüne und SPD in Sottrum fühlen sich von der FDP getäuscht. Diese schickt Robert Abel ins Rennen ums Bürgermeisteramt, eigentlich wollten alle zusammenarbeiten.

Sottrum – Die Kandidatur von Robert Abel (FDP) als Samtgemeindebürgermeister hat in der Sottrumer Lokalpolitik für Wirbel gesorgt. Grüne und SPD kritisieren den Ahauser, die CDU hingegen lässt auf einmal völlig offen, wen sie im Wahlkampf unterstützt. Das klang vor einigen Wochen noch ganz anders, als sich noch alle einig waren, dass Wolf Linne, Leiter des Rechnungsprüfungsamtes des Landkreises, der am besten geeignete Nachfolger von Peter Freytag wäre. Nachdem die FDP mit einem eigenen Kandidaten dieses „Bündnis“ aufgekündigt hat, liegen die Karten auf einmal völlig anders. Ende kommender Woche deutet sich allerdings eine erste Vorentscheidung an.

Manche der Beteiligten bemühen sich nicht einmal, ihre Verärgerung über Abels Ankündigung zum Osterwochenende zu verbergen, andere üben sich in einer etwas diplomatischeren Ausdrucksweise. Wiederum andere versuchen, möglichst wenig dazu zu sagen. Dennoch: Als fair scheinen es viele nicht zu halten, was sich die FDP und Robert Abel geleistet haben. Immerhin saß Abel mit im Auswahlgremium der Parteien im Samtgemeinderat, das sich letzten Endes für Wolf Linne entschieden hatte.

Die FDP schert nun doch aus. Bei der Suche nach einem Kandidaten habe man falsche Voraussetzungen gewählt, so Abel vergangene Woche. Die ganzen Gespräche scheinen vergebens gewesen zu sein.

Grüne sorgen sich um „politischen Zustand der FDP“

Die erste Reaktion war eine prompte, sozusagen am Morgen danach. Am Gründonnerstag hat sich Abel erstmals öffentlich zu seinen Plänen bekannt, am Freitagvormittag reagierten die Sottrumer Grünen mit einer Stellungnahme, in der sie sich um „den politischen Zustand der FDP“ sorgten. Die gemeinsame Suche aller Parteien sei „historisch“ gewesen. Die Grünen und die SPD haben die Nominierung Linnes bereits offiziell vollzogen. „Jetzt ist die FDP den anderen Parteien in den Rücken gefallen und hat einen eigenen Kandidaten ,aus dem Hut gezaubert‘.“

Robert Abel (POP/FDP) kandidiert als Samtgemeinde-Bürgermeister in Sottrum.

„Die Grünen bedauern diese Rückwärtsrolle und konstatieren, dass leider mit so einem Politikverständnis der Samtgemeinde nicht gedient sein kann“, erklären die Vorstandssprecher der Grünen Sottrum, Simone Facktor und Joris Immenhauser, in der Stellungnahme. Die FDP habe sich selbst sehr geschadet. Als Partner für die kommende Wahlperiode sei sie für die Grünen nicht mehr akzeptabel. „Die FDP Sottrum sollte sich vielleicht von höherer Stelle politisch besser beraten lassen“, heißt es ein wenig bissig weiter.

Was wird aus dem Kandidaten Wolf Linne?

Nun stellt sich die Frage, was aus Wolf Linne wird. Alles hängt wohl von der Sottrumer CDU ab, die am Donnerstag, 15. April, ihre Mitglieder in einer Präsenzversammlung befragen möchte, welchen Kandidaten sie bevorzugen – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ein Gespräch zwischen Abel und dem Sottrumer CDU-Vorstand hatte es bereits vor Ostern gegeben. Man drückt die Reset-Taste: An dem Abend sollen sich alle Kandidaten noch einmal vorstellen: Abel, Linne und auch Direktkandidat Holger Bahrenburg.

Dass er mit dabei ist, ist insofern bemerkenswert, da er sich einst selbst vergebens darum bemüht hatte, über Gespräche mit den Christdemokraten in die engere Wahl des Auswahlkomitees zu kommen. Nach Rückendeckung für den einstigen CDU-Wunschkandidaten Linne klingt das nicht. Bei dessen Vorstellung Ende Januar in Sottrum klang das aus dem Mund des Ortsvereinsvorsitzenden Marvin Heinrich noch anders, der die Nominierung des Unterstedters damals nach einer ersten Befragung der Sottrumer CDU-Mitglieder als „gesichert“ ansah.

Wolf Linne will Bürgermeister der Samtgemeinde werden. Rückendeckung bekommt er von den Parteien im Rat.

Daran scheint man sich zunächst einmal nicht mehr gebunden zu fühlen. „Die Absprache mit den Parteien ist nun nicht mehr gegeben“, so Heinrich im Gespräch mit der Kreiszeitung. Die Versammlung sei der beste Weg mit der Situation umzugehen. Die FDP werde ihre guten Gründe haben, Abel aufzustellen. Nun sei eine Situation eingetreten, in der jede Partei selbst wissen müsse, wie sie damit umgehe.

Erste Vorentscheidung im Wahlkampf?

Die CDU-Versammlung kann eine erste Vorentscheidung im Wahlkampf sein. Gewinnen Abel oder Bahrenburg dort, kann man Linne nur noch geringe Chancen auf den Wahlsieg zurechnen. Gewinnt Linne aber den Mitgliederentscheid, kann er aus dieser für ihn unliebsamen Situation vielleicht sogar gestärkt hervorgehen.

Linne selbst hat die Kandidatur Abels gegenüber der Kreiszeitung übrigens nicht kommentieren wollen. Er wolle das Ganze professionell angehen, sich der CDU noch einmal intensiv vorstellen und „dann mal gucken, was passiert“.

Wolfgang Harling (SPD), der Linne einst ins Spiel gebracht hatte, sieht sein Vertrauen in Robert Abel indes völlig zerstört, fühlt sich verschaukelt, hält ihn für chancenlos. Die SPD stehe weiter hinter Linne. Harling glaubt eigener Ansicht nach aber nicht daran, dass die CDU das genau so halte. „Das würde unser Verhältnis nicht gerade befördern“, so der Fraktionsvorsitzende der SPD im Samtgemeinderat.

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