Rewe-Zusatzgebäude wächst

Im A1-Gewerbegebiet Sottrum laufen die Bauarbeiten für das Kühllager

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Die Visualisierung zeigt, wie es einmal aussehen wird.

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Seit einigen Monaten entsteht im Sottrumer Gewerbegebiet an der Autobahn 1 das neue Kühllager der Supermarkt-Kette Rewe. Es wächst und wächst. Von den rund 20 000 Quadratmetern Lagerfläche aus will das Unternehmen ab Anfang 2019 von Sottrum aus seine Märkte im Nordwesten Deutschlands mit Nahrungsmitteln beliefern.

Auch wenn es noch ein Schotterboden ist, mittlerweile ist die Grundfläche fertig. Und auf dieser steht Georg Stapp, der Oberbauleiter des Bauunternehmens Bremer, das die große Halle für die Grundstücksgesellschaft Bauwo baut. 

Er erzählt, dass die Arbeiten gut vorankommen. Das trockene Wetter der vergangenen Wochen habe seinen Anteil daran. Bald kommen die Dachdecker. „Wenn die Halle dicht ist, kann es meinetwegen so viel regnen, wie es will. Dann mache ich mir keine Sorgen mehr“, sagt Stapp. Einige Meter weiter entladen Arbeiter gerade einen Sattelzug, der einige der großen Dachträger auf der Ladefläche hat.

Tonnenschwer ist einer von ihnen, ein Kran hilft bei der Arbeit. Langsam hebt er ihn in die Höhe. Oben warten schon zwei Männer, die überwachen, dass er auch an seinen richtigen Platz kommt. Die Luft ist staubig, der Boden vibriert. Nebenan – sozusagen draußen – fährt eine Walze, die die Umfahrung, die um die komplette Halle führt, vorbereitet.

Es ist warm, knapp über 25 Grad zeigt das Thermometer an. Bei der Arbeit ist Schwitzen angesagt. Wenn die Halle im Februar 2019 „ans Netz“ geht, werden an dieser Stelle andere Temperaturen herrschen – egal zu welcher Jahreszeit. 

„Sommer wie Winter liegt die Temperatur in diesem Abschnitt dann bei sechs Grad“, sagt Stapp, während er auf den Teil der Halle zugeht. Sie sind durch eine große Betonwand voneinander getrennt, um einen Durchgang passieren zu können, muss man ein einen kleinen Graben überqueren.

Betonpfeiler und Wandelemente folgen dem Baukastenprinzip. Gegossen werden sie aber nicht in Sottrum, sondern mehr als 200 Kilometer entfernt in Paderborn. Insgesamt 6000 Tonnen Beton werden dort für das Sottrumer Lager verarbeitet. Transportiert werden die einzelnen Elemente je nach Größe und Gewicht mal einzeln, mal in geringer Stückzahl auf 280 Lkw-Fahrten aus Ostwestfalen in den Norden.

Bauherr Bernd Rathenow kann zufrieden sein mit dem Baufortschritt seines Kühllagers.

Das ist das Schwierige, sagt Bauwo-Geschäftsführer und Bauherr Bernd Rathenow, Kapazitäten im Betonwerk zu bekommen. Davon gebe es ja nicht viele. Dennoch: Es läuft. Die Erfahrung und die eingespielte Zusammenarbeit mit den verschiedenen Unternehmen sorgen dafür, dass keine Verzögerungen entstehen. Ähnliche Projekte hat Rathenow beispielsweise schon in Lehrte, Berkhof, Hodenhagen oder in Achim realisiert. Mit den beteiligten Bauunternehmen hat die Bauwo zum Teil schon mehrfach zusammengearbeitet.

Im Gegensatz zum ersten Abschnitt ist die Dachkonstruktion des zweiten bereits fertig. Hier ist etwas weniger los. Auf einem Kran in etwa elf Metern Höhe steht ein Mann, der Netze anbringt – Fallschutz für die Dachdecker. Insgesamt wird die Halle an ihren höchsten Punkten um die 13 Meter groß sein. In diesem zweiten Abschnitt ist ein weiterer Lagerraum geplant. Auf rund 2400 Quadratmeter soll darin einmal Frischfleisch lagern – bei zwei Grad. Ein ziemlich großer Kühlschrank, wenn man so will.

200 Arbeiter, so viele schätzt Stapp zu Spitzenzeiten auf der Baustelle. Aber diese Zeiten kommen erst, wenn der Rohbau fertig ist und der Innenausbau beginnt und die Anlegung der Straßen und Parkplätze um die große Halle herum anläuft. Zurzeit arbeiten sie grüppchenweise. 

An der nördlichen Seite legt eine Gruppe Männer gerade das Fundament für den Wassertank, der die Sprinkleranlage bedient. „750 Kubikmeter wird der groß“, erklärt Stapp. Genug, um die Halle im Brandfall eine Stunde lang mit Löschwasser beregnen zu lassen. Etwas entfernt, etwa auf Höhe des späteren Bürotraktes entladen Arbeiter gerade die ersten Elemente der grünen Außenverkleidung. Die Farbe sei typisch für die Hallen von Rathenow, so Stapp. „Eine Art Markenzeichen.“

Ende September soll das Richtfest sein. Ab Dezember können die Kühl-Anlagen und Regale eingebaut werden, ab Februar übernimmt dann Rewe das Lager. Der Mietvertrag läuft über zehn Jahre. Bis zu 200 Menschen werden hier ihren Arbeitsplatz haben.

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