Hans-Richard Buthmann als Vorsitzender verabschiedet

DRK-Sottrum: Ein Vollblut-Ehrenamtler tritt kürzer

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Hans-Richard Buthmann vor seinen zahlreichen Ordnern, in denen der Hobbyhistoriker die Geschichte Sottrums und Umgebung festgehalten hat. Gestern hat er sich von einem seiner vielen Ehrenämter, dem DRK-Vorsitz, verabschiedet. 

Stuckenborstel - Von Antje Holsten-Körner. Staffelübergabe beim Ortsverein Sottrum des Deutschen Roten Kreuzes (DRK): Nach 47 Jahren Vorstandsarbeit – davon vier Jahrzehnte als Vorsitzender – übergibt Hans-Richard Buthmann die Leitung des Ortsvereins in die Hände von Heiko Döll, der am Mittwoch während der Jahreshauptversammlung der Gruppe zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde.

Auch wenn der inzwischen 80-Jährige nicht mehr an vorderster Front steht, stellt er sich weiter in den Dienst. „Wenn es gewünscht ist, werde ich weiterhin Vorträge – beispielsweise bei den Seniorennachmittagen – halten“, verspricht Buthmann. Auch bei den Blutspende-Terminen in der Wieste-Gemeinde braucht das Team nicht auf seine Unterstützung verzichten.

Seit seinem Eintritt zur Bereitschaft Sottrum vor 57 Jahren konnte das DRK auf ihn zählen: Dem Erste-Hilfe-Lehrgang folgte ein Sanitätslehrgang und anschließend Dienste bei Fußballspielen, Sandbahnrennen, Reitturnieren und anderen Veranstaltungen. Ebenfalls übernahm Buthmann schon damals Schulungen bei Erste-Hilfe-Lehrgängen, die Begleitung von Kindertransporten und Dienst bei Blutspende-Terminen. Der Umbau des DRK-Hauses zum Seniorentreff, der 1978 eingeweiht wurde, fiel in seine Amtszeit.

Das DRK ist nicht die einzige Institution, die vom Engagement und Wissen des Stuckenborstelers profitiert. So ist er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, wo er drei Jahrzehnte die Protokollführung übernahm. Bis zum Erreichen der Altersgrenze im Jahr 1999 fungierte er als Atemschutzgeräteträger. Außerdem gehör Buthmann zu den Gründungsmitgliedern des Heimatvereins. In seinen Händen lag lange Zeit das Amt des Vizevorsitzenden, ebenfalls arbeitet er aktiv in der Kalendergruppe mit.

Auszeichnungen auf Landesebene

Bis Jürgen Schlüter die Leitung des Mühlenvereins, einer Abteilung des Heimatvereins, übernahm, zählte auch dies zu seinen Aufgaben. Sehr am Herzen liegen dem 80-Jährigen auch heute noch die Führungen in der Wassermühle Stuckenborstel. Dabei kann er mit umfangreichen Kenntnissen über die Geschichte der Mühle aufwarten. Auch sonst gehören Historie und Ahnenforschung zu Buthmanns Steckenpferden.

Seine Interessen gehen in viele Richtungen. Dazu gehören umfangreiche Recherchen über den Maler Gustav Könsen genauso wie über den Autobahnbau oder die Sottrumer Judenfamilie Moses. „Meine Nachforschungen über die Familie Moses wären ohne die große Hilfe von Anni Streblow nicht so erfolgreich gewesen“, ist er dankbar. Verständlich, dass Buthmann bei so viel historischem Wissen an der Erstellung der Sottrumer Chronik beteiligt war.

Des Kaisers Pfeffermühle geerbt

Mindestens genauso interessant ist seine eigene Geschichte. So hat Hans-Richard Buthmann von seiner Mutter eine silberne Pfeffermühle geerbt, die schon beim Kaiser in Berlin auf dem Tisch gestanden hat. Nicht nur die Ahnentafel mütterlicherseits, die Verbindung zum Adelsgeschlecht hatte, konnte er weit zurückverfolgen, sondern auch die der „Buthmänner“. „Mit Genehmigung des Erbherren von Stuckenborstel hat mein Ururururgroßvater, der Schulmeister Johann-Hinrich Buthmann, 1799 die Stuckenborstelerin Margarete Elisabeth Linders geheiratet“, erzählt er. Die war nötig, weil der Urahn aus dem Ottersberger Ortsteil Benkel und damit aus einem anderen Landkreis stammte. Noch heute ist die Genehmigung in Buthmanns Besitz.

Aufzeichnungen reichen bis ins Jahr 1460

Neben vielen offiziellen Auszeichnungen wie der „Niedersächsischen Verdienstmedaille“ von der Landesregierung, der Verdienstmedaille des DRK-Landesverbandes Hannover, der Feuerwehr-Beförderung zum „Ersten Hauptfeuerwehrmann“ oder der Bürgermedaille der Samtgemeinde Sottrum gibt es Wertschätzungen, die Hans-Richard Buthmann besonders viel bedeuten. „Meine 40 Seiten Aufzeichnungen über das Herrenhaus Stuckenborstel, die bis 1460 zurückreichen, liegen auf Wunsch in Stade und Hannover.

Vom Mitarbeiter des Staatsarchives in Stade als ‚reine wissenschaftliche Arbeit‘ bezeichnet“, ist der gelernte Industriekaufmann heute noch stolz auf das Lob. Dabei wurde auch der sorgfältige Quellennachweis positiv hervorgehoben. Ein ganz anderes „Dankeschön“ für die hervorragende Arbeit brachte ihm die Recherche über das Geschlecht „von Sandbeck“ ein. Der Historiker lud ihn dafür drei Wochen nach Südafrika ein.

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