Wandlungsfähige Sara Dähn

Voice over Piano: Drei Stunden beste Unterhaltung

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Die wandlungsfähige Sängerin Sara Dähn in der unvermeidlichen Rolle aus Evita während der stimmungsvollen Aufführung vor beeindruckender Kulisse beim Sottrumer Open Air mit Voice over Piano.

Sottrum - Von Henrik Pröhl. Es bleibt das Thema des Abends beim Open Air an der Sottrumer St. Georgs Kirche: Hält das Wetter? Die Veranstalter des Freiluft-Konzerts mit Voice over Piano am Samstag sind nicht zu beneiden. Eine Stunde vor Konzertbeginn nieselt es noch.

Jetzt heißt es Nerven und den Himmel im Auge behalten. Das Gespräch mit einem Geistlichen der Gemeinde macht optimistisch, immerhin reißt der Himmel auf und lässt die Sonne durch. Hält der gute Draht nach oben? Ist doch zu verrückt, dass man ausgerechnet beim Jahrhundertsommer bei dieser Veranstaltung bangen muss.

Das Publikum kommt in Scharen herbei, bringt teilweise eigenes Gestühl mit, am Ende machen es sich etwa 300 Zuhörer vor der Bühne bequem. Zwei Musiker decken die Plane über dem Instrumentarium ab, es kann losgehen. Nach kurzem Gruß des Bürgermeisters Hans-Jürgen Krahn, der noch mal eben Pastor Adam fürs Wetter verantwortlich macht, betreten die vierköpfige Band und ein Gesangsquintett unter herzlichem Applaus die Bühne. Schnell ist man vertraulich, begrüßt die Zuschauer mit „Hallo Sottrum, moin, moin!“ Man kennt sich, Voice over Piano waren schon mal hier.

Sara Dähn, die junge Sängerin mit viel Talent für alle musikalischen Fälle, und ihr Pianist und Moderator Thomas Blaschke haben Verstärkung mitgebracht: Schlagzeug, E-Gitarre und E-Bass sorgen für professionellen Sound, drei Sängerinnen und ein Tenor stimmen freudig mit ein. Klar spricht man zunächst wieder übers Wetter und singt dann „Let me entertain you“. Das soll funktionieren, denn was die nächsten knapp drei Stunden passiert, ist beste Unterhaltung für Sottrums Publikum.

Was zuvor angekündigt wurde, kommt auf die Bühne. Musical-Songs aus Cats, Phantom der Oper, Elisabeth oder der Glöckner von Notre Dame präsentieren Sara Dähn und ihre Band, während Kollege Thomas Blaeschke zwischendurch und unentwegt moderiert.

Warum redet der Mann eigentlich so viel? Klar, er muss Überleitungen schaffen, weil Kollegin Dähn sich andauernd umzieht. Zu beinahe jedem Song gibt es ein anderes Kostüm. Dazu verschwindet sie in der Kirchen-Garderobe und macht sich schick. Die Sängerin zeigt sich also stimmlich und optisch durchaus wandlungsfähig. Weil das reichhaltige Programm auch eigene Stücke und Popsongs, wie das allzu viel gehörte Halleluja von Leonard Cohen, oder Unvermeidliches wie „Weine nicht, Argentinien“ aus Evita enthält, ist viel Klamotte gefragt.

Sara Dähn scheint ihre vielen Auftritte zu lieben, das Publikum zeigt sich dankbar. Pause. Wie gefällt‘s bisher? „Sehr gut“, sagt eine Dame unumwunden. Eine andere Zuhörerin fügt hinzu: „Die Stimme von Sara Dähn ist großartig.“

Moderator „heute noch sparsam“

Und die Moderation von Thomas Blaeschke? Immerhin erzählt er von Lauchsuppe, die es hier gab, und andauernd von Datenschutz. „Er ist heute noch sparsam“, verrät eine Frau, die Voice over Piano in Sottrum schon erlebt hat. Da darf man ja dankbar sein.

Wie geht es den Akteuren selber hier? Sänger Alexander Hohler ist ehrlich: „Ganz undiplomatisch, ich liebe es!“ Er meint vor allem die Kulisse und den engen Kontakt zum Publikum. Prima, dann kann es ja weitergehen mit Ohrwürmern aus allen Genres der Musik-Szene.

Und wieder zeigt Sara Dähn, was sie in der Stimme und vor allem im Kleiderschrank hat, wird dabei gekonnt von Band und Mitsängerinnen begleitet und in Szene gesetzt. Als es bereits dämmert und frisch wird, holt man noch Rock, Country und Queen auf die Bühne, erzählt von einer atemberaubenden Tournee von Sottrum über Helgoland bis New York und erteilt letztlich Klatsch-Unterricht fürs Publikum, das hält warm. Um 21.45 Uhr beschließt Sister Act als Zugabe den Abend. Bilanz: 18 Songs, elf Kostüme, viel Moderation und das Wetter hat gehalten.

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