Viele Infos beim zweistündigen Ausflug / Weitere Wanderungen in Planung

Interesse an der Natur

+
Ein Ausflug in die Natur lockt doch mehr Wanderer an, als die Organisatoren vermutet haben.

Bötersen - Von Matthias Daus. Wie groß ist heute noch die Resonanz an einem naturkundlichen Spaziergang? Diese Frage haben sich Bodo Lüdemann und Traute Philipp bei den Planungen im Vorfeld der Wanderung gestellt und waren der Meinung, dass sie mit 20 Personen schon mehr als gut bedient wären. Gekommen sind dann knapp 50 Interessierte und das zauberte den Veranstaltern ein Lächeln ins Gesicht.

Ins Leben gerufen als Projekt der Arbeitsgruppe Kinder/Jugendliche/Senioren der Gemeinde Bötersen, waren die beiden Naturexperten Lüdemann und Philipp mit der Durchführung dieser Aktion betraut worden. Angelika Schumacher als Vertreterin der Arbeitsgruppe begrüßte die Anwesenden und übergab an die beiden Naturkundler. Diese präsentierten sogleich die ersten Fakten. „Die Natur umgibt uns überall, man sieht es oft auf den ersten Blick nur nicht“, bemerkte Traute Philipp und erklärte als Beispiel die Bedeutung von Hecken in der freien Natur. Diese seien zwar von Menschenhand angelegt, dienten aber sehr wohl auch als Lebensraum für viele Tierarten. Das beginne bei Insekten und gehe weiter bis zu größeren Tiere verschiedenster Arten. Bis zu 900 existieren in einer Hecke. Diese große Zahl sorgte vor allem bei den Kinder für große Verwunderung.

Die Route führte die Gruppe vorbei an Rapsfeldern, über die Bodo Lüdemann einiges zu berichten wusste. Ein weiterer Höhepunkt war der Versuch mit allen Beteiligten, den Umfang des Wurzeltellers einer etwa 200 Jahre alten Buche nachzustellen. Dazu orientiere man sich an der Baumkrone, die im Prinzip die gleichen Ausmaße wie die Wurzel hat. Alle Beteiligten waren erstaunt, dass 50 Personen nicht ausreichten, um einen derart großen Kreis zu bilden. So bekamen alle mit anschaulichen Mitteln die Dimensionen einer solchen Wurzel aufgezeigt.

Während der gesamten Wanderung reicherte Traute Philipp das Programm mit kleinen Versen und Gedichten an. Zielpunkt der Veranstaltung war eine stillgelegte Sandgrube. Seit ein paar Jahren wird dort kein Sand mehr abgebaut, und die Natur holt sich Stück für Stück diesen Lebensraum zurück. Unterstützung bekommt diese dabei vom ehemaligen Betreiber der Grube und dem Naturschutzbund (Nabu). Pflanzen und Tiere siedeln sich wieder an. So sind zum Beispiel die steilen Sandwände ein idealer Brutplatz für die Uferschwalbe, die in der Regionen einen sehr eingeschränkten Lebensraum hat. Von einem Aussichtspunkt, den auch der Nabu geschaffen hat, hatten die Teilnehmer einen imposanten Ausblick auf das Areal. Mit dem Fernglas ließen sich so auch manche Tiere und Pflanzen genauer betrachten.

Nach rund zwei Stunden war die Wanderung vorbei, und Bodo Lüdemann bedankte sich für die große Aufmerksamkeit. Traute Philipp wies darauf hin, dass es geplant sei, diese Art der Naturerkundung im vierteljährlichen Abstand zu wiederholen. „Sofern das Interesse vorhanden ist, gibt es dann zu jeder Jahreszeit eine neue Wanderung mit anderer Strecke“, bemerkte sie. Angesichts der großen Resonanz bei der Premiere können sich die Naturexperten wohl in die Planung stürzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Boule-Meisterschaft um den Mühlenteichpokal

Boule-Meisterschaft um den Mühlenteichpokal

Freaks and Folks, Fans and Friends - 55.000 feiern beim Deichbrand

Freaks and Folks, Fans and Friends - 55.000 feiern beim Deichbrand

"Cumhuriyet"-Prozess in Istanbul hat begonnen

"Cumhuriyet"-Prozess in Istanbul hat begonnen

Sommerpicknick in Asendorf

Sommerpicknick in Asendorf

Meistgelesene Artikel

Chester Bennington beim Hurricane: „Einer der besten Auftritte“

Chester Bennington beim Hurricane: „Einer der besten Auftritte“

Auto prallt frontal gegen Baum - Fahrerin schwer verletzt

Auto prallt frontal gegen Baum - Fahrerin schwer verletzt

Notfallpatienten werden in Zeven nicht mehr aufgenommen

Notfallpatienten werden in Zeven nicht mehr aufgenommen

Sattelzug hat 17 Tonnen Hühnerkot zu viel geladen

Sattelzug hat 17 Tonnen Hühnerkot zu viel geladen

Kommentare