Viel Zeit für Übung und Wehrführung

Björn Becker blickt auf ein arbeitsintensives Feuerwehrjahr zurück

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An einem Strang zieht Gemeindebrandmeister Björn Becker (rechts) mit den Ortsbrandmeistern – wie hier der Schleeßeler Jürgen Meyer.

Sottrum – Im vergangenen Jahr stellten die 15 Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Sottrum erneut unter Beweis, dass sie alle ihre Existenzberechtigung haben: Mindestens zwei Mal musste im vergangenen Jahr jede Feuerwehr ausrücken.

Wenn die Freiwillige Feuerwehr am Einsatzort eintrifft, gibt es ein Thema, das Gemeindebrandmeister Björn Becker so richtig aufregt. „Es sind zwar genug Leute da, aber die haben fast alle die falsche Kleidung an“, schimpft Becker und spielt damit auf die vielen Gaffer an, die die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer behindern. Im Gespräch mit der Kreiszeitung zur Bilanz des Jahres 2018 kam auch die – besonders in Sottrum sehr ausprägte – fehlende Bereitschaft vieler Bürger zur Sprache, sich als Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr anzumelden. Das spiegelt sich deutlich in den Zahlen wider. So sind in der Wiestegemeinde bei 5 350 Bürgern nur 43 Brandschützer aktiv. Zum Vergleich: Bei der Feuerwehr Höperhöfen stehen knapp 350 Einwohner aus den Ortsteilen Höperhöfen und Jeerhof 46 Aktive gegenüber. „Da wir viele verschiedene Aufgaben haben, muss nicht jeder an der vordersten Front stehen“, macht Björn Becker Werbung für diese Aufgabe.

Insgesamt ist der 42-Jährige aber mit den Zahlen sehr zufrieden. „Die Gesamtzahl der aktiven Mitglieder in den 15 Wehren stieg um 17 auf 589, von denen 68 Frauen sind, an“, freut er sich. Auch das Durchschnittsalter hat sich positiv entwickelt. Während 2017 noch 40,11 Jahre in den Büchern stand, sind es jetzt 39,36 Jahre. 117 Mal wurden die Feuerwehrleute im vergangenen Jahr alarmiert. Den größten Anteil hatten wieder einmal Sottrumer, die 72 Mal ausrücken mussten. Zu den größten Einsätzen zählten die Wohnhausexplosion im Sottrumer Feriengebiet „In der Heide“ sowie der Cäsium-Behälter, der am 12. November auf der Autobahnraststätte Grundbergsee gefunden wurde. Bei der Bergung des leicht radioaktiv strahlenden Behälters waren neben dem Gefahrgutzug mit Sottrum, Reeßum, Clüversborstel, Stuckenborstel, Hassendorf und Rotenburg gleich sechs Wehren beteiligt. Während es im Feriengebiet nichts mehr vom Gebäude zu retten gab, konnten durch schnelles Eingreifen die Brände der Wohnhäuser in Sottrum „Auf der Riege“ und „Große Straße“ gelöscht werden, bevor die Feuer größere Schäden anrichten konnten. Die Einsatzstunden summierten sich insgesamt auf 4 236. „Das sind eine ganz Menge, zumal diese komplett ehrenamtlich geleistet werden“, sagt Björn Becker. Verantwortlich dafür war auch der trockene Sommer, der mehrere Flächenbrände begünstigte. Sehr beruhigend war es für den Gemeindebrandmeister, dass in allen Gemeinden Landwirte mit Wasser gefüllte Güllefässer bereitstellten. „Vielen Dank an die 17 Landwirte“, so Becker. Gebraucht wurde das zusätzliche Wasser glücklicherweise nur beim Flächenbrand auf dem Truppenübungsplatz in Hellwege. Um für die Ernstfälle gerüstet zu sein, investierten die Mitglieder der Feuerwehren 21 124 Stunden in die Ausbildung und Übungen. Weitere 13 246 Stunden, von denen allein rund 1 200 auf das Konto von Björn Becker gingen, wurden für die Wehrführung aufgewendet. Einen erheblichen Anteil hat daran das neue Verwaltungsprogramm „FeuerOn“ des Landes Niedersachsen. „Für die Datenpflege haben wir viel Zeit investiert“, berichtet der Gemeindebrandmeister. Der Aufwand hat sich gelohnt, denn inzwischen können Einsatzberichte über das Programm abgewickelt werden. „Es funktioniert sehr gut“, lobt Becker.

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