Internetversorgung: Weiße Flecken Thema im Hellweger Rat

Viel Verkehr, wenige Bits

Der zunehmende Verkehr stört die Anlieger des Viehweges. Ein Sackgassenschild soll helfen.
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Der zunehmende Verkehr stört die Anlieger des Viehweges. Ein Sackgassenschild soll helfen.

Hellwege – Darüber, wie wenig selbstverständlich eine Glasfaseranbindung ist, hatte der Hellweger Gemeinderat ebenso zu diskutieren, wie über die Frage, ob man die Durchfahrt auf dem Viehweg mit einem Verkehrsschild beschränken darf. Außerdem stand auch noch das Kalthaus auf der Agenda dieser Sitzung.

Im vorderen Bereich ist der Viehweg eine breit ausgebaute Straße, auf der sich mühelos Fahrzeuge begegnen können. Das ändert sich ab der Kreuzung zum Waldring. Dort wird die Straße erheblich schmaler und mündet schließlich im Grünland. Dieser Umstand macht den Viehweg interessant für viele Leute, die einfach einmal ins Grüne möchten, was wiederum zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen führt. Sehr zum Leidwesen der Anwohner, die einen Antrag an den Gemeinderat gestellt hatten, den hinteren Teil der Straße durch ein Verkehrsschild nur noch für Anlieger freizugeben. In der Gemeinderatssitzung zeigte man zwar Verständnis für die Situation, sah aber wenig Chancen für ein solches Schild. Bürgermeister Wolfgang Harling (SPD) betonte, dass diese Maßnahme nur vom Landkreis angeordnet werden könne, und er halte es für ausgeschlossen, dass diese Genehmigung erteilt werden kann. Ratsmitglied Jochen Intemann (CDU) betonte, dass es zudem schwierig sei, lediglich für eine Straße in der Gemeinde eine Sonderregelung zu schaffen. Ein „Sackgassenschild“, das in der Vergangenheit am Viehweg stand und ein Ende der Ausbaustrecke ankündigte, wurde als Kompromisslösung angesehen, und Hellweges Bürgermeister versprach, sich darum zu kümmern, dass es wieder aufgestellt würde.

Im Zuge der Maßnahme „Weiße Flecken“ werden in der Gemeinde Hellwege 114 Häuser und Wohnungen zukünftig eine Anbindung an schnelles Internet bekommen. Dafür sind 50 000 Euro im aktuellen Haushalt vorgesehen. Mittlerweile sind die Kosten allerdings angestiegen. Damit man trotzdem bei den veranschlagten Mitteln bleiben kann, muss die Gemeinde sich an einem einheitlichen Abrechnungssystem auf Landkreisebene beteiligen. Der Beschluss dafür war einstimmig.

Während die „Weißen Flecken“ in der Hauptsache im Bereich Bremer Straße und „Auf der Meente“ zu finden sind, gibt es am Viehweg ab Hausnummer 40 und dem angrenzenden Waldring eine ähnlich gelagerte Problematik. Dort geht es um eine fehlende Glasfaserleitung. Diese wurde lediglich bis zu der Kreuzung zum Waldring verlegt. Was zur Folge hat, dass die Anwohner in diesen Gebieten mit einer verminderten Übertragungsrate zurechtkommen müssen. In Zeiten vom Homeoffice und gestiegener Anforderungen ein leidiges Thema. Die rund 30 davon betroffenen Anlieger haben eine Unterschriftenliste eingereicht – mit der Bitte um Anbindung an das Glasfasernetz. Einer Bitte, der man nach Auffassung des Gemeinderates zurzeit nicht nachkommen kann.

„Selbst wenn man eine Firma für die Ausführung der Arbeiten finden würde, blieben immer noch unverhältnismäßig hohe Kosten, die auf die Gemeinde zukommen“, sagte Wolfgang Harling. Er verwies auf eine zukünftige Maßnahme des Landkreises, die sich mit sogenannten „Grauen Flecken“ beschäftigen werde. Zu diesen würden auch die betroffenen Hellweger am Viehweg und Waldring zählen. „Das ist ein enorm großes Projekt, was da auf uns zukommen wird“, betonte Harling. Er verwies gleichzeitig darauf, dass weder ein genauer Termin, noch eine annähernde Kostenschätzung vorhanden sei. Einen Starttermin in drei Jahren sah Ratsmitglied Jan-Christoph Otten (SPD) als unwahrscheinlich an: „Wir sollten eher von sechs oder sieben Jahren ausgehen.“

Die Eigentumsverhältnisse rund um die Gebäude, die von der Feuerwehr genutzt werden, sind momentan wenig eindeutig. Während das Feuerwehrhaus der Samtgemeinde Sottrum gehört, ist das dazugehörige Grundstück ebenso im Besitz der Gemeinde Hellwege wie auch das angrenzende ehemalige Kalthaus. Ein Umstand, der zu bürokratischen Verwicklungen führen kann, wie beispielsweise beim anstehenden Umbau des Kalthauses als Umkleidebereich für die Feuerwehrleute. Hier möchte die Samtgemeinde die Baumaßnahmen anschieben, kann das aber nur mit Zustimmung der Gemeinde Hellwege umsetzen. Um solchen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, wurde im Rat beschlossen, dass die Samtgemeinde Sottrum die kompletten Eigentumsrechte für die beiden Gebäude und das dazugehörige Grundstück erhalten wird. Diese Regelung soll aber nur solange gelten, wie die Gebäude für Zwecke der Feuerwehr genutzt werden.

Von Matthias Daus

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