Debatte nach Unfall

Naturschutzbeauftragte will Einsatz von Herbiziden auf Feldern einschränken

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Bei den konventionellen Bauern findet ein Umdenken beim Einsatz von Herbiziden statt, sagt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Vereins Sottrum-Rotenburg, Ralf Blanck.

Ahausen/Sottrum - Von Matthias Röhrs. Nachdem am vergangenen Wochenende rund 1000 Liter eines Gemischs von Wasser und Unkrautvernichtungsmittel bei einem Unfall an der Kreisstraße zwischen Ahausen und Hellwege ins Erdreich gelaufen sind, stellt die Kreisnaturschutzbeauftragte des Landkreises, Christiane Looks, die Grundsatzfrage: „Warum das Unkraut nicht mechanisch bekämpfen?“

Dabei geht es ihr nicht darum, den Landwirten vorzuschreiben, wie sie ihre Arbeit machen sollen, sondern viel mehr darum, die Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Ökolandbetriebe würden ihre Felder mit speziellen Geräten hacken. Das könne auch die konventionelle Landwirtschaft, meint sie. 

Mit rund 4000 Litern gefüllt ist am Samstag der Spritzenanhänger eines Traktors in der Nähe von Ahausen von der Straße abgekommen, umgekippt und teilweise ausgelaufen. In dem Tank befand sich nach Polizeiangaben ein Gemisch des Herbizids Laudis. Dieses könne bei Haut- oder Augenkontakt zu Verletzungen führen und weist eine hohe Toxizität für Wasserorganismen auf. 

Eine Spezialfirma musste den Bereich umgehend auskoffern, zu einer Gewässerverunreinigung sei es nicht gekommen. Nach Angaben von Kreislandwirt Jörn Ehlers werden rund 200 Liter des Gemischs für einen Hektar Maisfläche eingesetzt.

Selbst zu jäten kostet Zeit und Geld

Selbstredend, als Naturschützerin würde sie sich wünschen, dass Landwirte zunehmend die mechanische Methode nutzen, um ihre Felder zu jäten, sagte Looks. Sie wisse aber auch, dass viele dabei vor allem wirtschaftlichem Druck unterliegen. 

Mit der mechanischen Methode müssen Bauern öfters aufs Feld, um das Unkraut dem Boden zu entreißen. Das kostet Zeit und Geld. Das würde dem Bedürfnis, günstig zu produzieren, widersprechen – im Wesentlichen geprägt durch den Verbraucher.

Insbesondere durch das Pflanzenschutzmittel Glyphosat sind Unkrautvernichter in die Diskussion und Kritik geraten. Unter Bauern allerdings eher weniger, so der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Vereins Sottrum-Rotenburg, Ralf Blanck. 

Blanck: Konventionelle Landwirte beginnen, umzudenken

Konflikte zwischen ökologisch und konventionell arbeitenden Landwirten gebe es kaum, allerdings habe er ein Umdenken unter „seinesgleichen“ ausgemacht. Immer mehr konventionelle Landwirte, zu denen auch Blanck gehört, würden versuchen, den Einsatz von Unkrautvernichtern so gering wie möglich zu halten.

Zum Beispiel durch frühes Sprühen, um die Ausbreitung der unerwünschten Pflanzen einzudämmen. Er gucke immer genau, wo der Einsatz von Herbiziden überhaupt nötig ist. Bei einem zweiten Durchgang brauche er beispielsweise nicht mehr flächendeckend sprühen, so Blanck. Um die 30 Prozent der zugelassenen Menge an Herbiziden auf einem Hektar würde er eigenen Angaben zufolge nur benötigen.

Die Zeiten, als die Redewendung „Viel hilft viel“ bei der Unkrautbekämpfung galt, sind vorbei, sagt Blanck. Es sei den Landwirten bewusst, dass mit dem Einsatz von Herbiziden auch eine Beeinträchtigung der Umwelt einhergeht.

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