Wie viel Arbeit steckt eigentlich hinter dem Bau eines Erntewagens?

Auf zum Umzug

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Einige letzte Feinheiten fehlen noch am Wagen.

Bötersen - Von Matthias Daus. Erntefeste und die dazugehörigen Erntewagen sind zu dieser Jahreszeit schwer angesagt. So auch in der Gemeinde Bötersen. Ein passender Zeitpunkt also, um einmal hinter die Kulissen der Erntewagenbauer zu blicken, steht doch Samstag der große Umzug auf dem Programm.

Wenn der Sommer sich seinem Ende entgegen neigt, wird allerorten die Ernte eingefahren. Eng damit verbunden sind auch die Erntedankfeste. Erdacht von Großgrundbesitzern als Dank an ihre Erntehelfer, haben diese Feste eine lange Tradition. Ein wichtiger Bestandteil sind die oft aufwändig geschmückten Erntewagen. Wie viel Arbeit hinter dem Bau eines solchen Gefährtes steckt, weiß jeder der einmal daran beteiligt gewesen ist.

Das Aussehen der Wagen ist häufig ebenso unterschiedlich, wie die Personengruppen, die sich für deren Erstellung zusammengefunden haben. Vereine, Fußballmannschaften, Nachbarn, Eltern mit Kindern, Jugendliche mit und ohne Eltern, egal welche Gruppierungen sich zu dem Bau eines solchen Wagens entschließen, alle eint das gleiche Ziel: die Teilnahme am Festumzug. Altersgrenzen gibt es dabei nicht.

Für das große Ziel Festumzug sind alle bereit, viel Arbeit und Freizeit zu investieren. Als Grundlage dient in der Regel ein landwirtschaftlicher Anhänger. An diesem leben meist die Herren der Schöpfung ihren Hang zum Heimwerken aus und erstellen ein Grundgerüst, das statisch betrachtet einem Wohnhaus in nichts nachsteht. Schließlich befinden sich später Personen auf dem Wagen, da wird Sicherheit groß geschrieben.

Doch die eigentliche Arbeit beginnt erst danach, der Wagen will schließlich geschmückt werden. Mit vereinten Kräften gilt es, Mais, Stroh und ähnliche Dinge zur Verkleidung an dem Holzgerüst zu befestigten. Was für manchen Mann schon das Höchstmaß an Dekoration darstellt, wird dann noch durch Kartoffel- oder Apfelketten, Kürbisse und alles, was Natur und Landwirtschaft an Dekomaterial hergeben verfeinert.

Das ist aber noch nicht alles – hätten die Erntewagen so doch alle eine gewisse Ähnlichkeit. Deshalb gibt es nicht selten ein übergeordnetes Motto, wodurch die Dekorateure ihren Fahrzeugen eine individuelle Note geben können. Diese wird durch weitere Schmück-Aktionen besonders hervorgehoben und möglichst für das Publikum an den Straßen sichtbar gemacht.

Der große Tag ist dann der Festumzug. Das Gefährt rollt durch die Straßen der Gemeinde und die Menschen, die so lange an ihren Wagen gearbeitet haben, haben die Möglichkeit, ihr Fahrzeug dem Publikum zu präsentieren. Ein Heidenspaß, wie alle Teilnehmer versichern. Auf den Erntewagen herrscht deswegen eine ausgelassene Feierstimmung, die oftmals auch bis zum anschließenden Erntefest anhält.

Doch mit dem Umzug ist die Arbeit nicht getan. Während die anderen noch in Erinnerungen an das Erntefest schwelgen, trifft sich die Mannschaft ein weiteres Mal zum Abschmücken. Eine von leichter Wehmut begleitete Aufgabe, die die Gruppendynamik aufleben lässt, die sich in den letzten Tagen vor dem Umzug gebildet hatte. Was bleibt, sind Erinnerungen an einige schöne und lustige Momente und natürlich die Vorfreude auf das kommende Erntefest.

Wer die bunt geschmückten Erntewagen sehen will, hat dazu am Samstag ab 11.45 Uhr an der Feuerwehrhalle in Höperhöfen Gelegenheit. Dort startet der Umzug durch die Gemeinde Bötersen.

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