Zur Versammlung zur Wolfsichtung kommen vor allem viele junge Familien

Gedankenaustausch zwischen besorgten Bürgern

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Helmut Fajen übernahm die Leitung des Treffens.

Bötersen - Von Matthias Daus. Unsicherheit macht sich in Bötersen breit. Nachdem bereits Karfreitag am Ortsrand ein Wolf entdeckt wurde – in unmittelbarer Nähe zu einem Wohnhaus – und nur zwei Tage später an dieser Stelle ein erlegtes Reh, sind die Anwohner besorgt. Helmut Fajen will daher den Bürgern ein Forum bieten, ihre Verängstigung zum Ausdruck zu bringen.

Zusammen mit einigen Gleichgesinnten organisierte er kurzfristig eine Versammlung direkt am Ort des Geschehens. Unter Verwendung der modernen Kommunikationsmedien gelang es auch binnen kurzer Zeit, eine breite Masse zu informieren. Am Donnerstag fanden sich daher auch weit mehr als 60 Personen ein, was die Initiatoren als großen Erfolg werteten.

Unter den Anwesenden waren auffallend viele junge Familien und zudem auch Vorstandsmitglieder des Hegerings Sottrum. Helmut Fajen als Hauptredner der Veranstaltung begann damit, den Sachverhalt noch einmal komprimiert darzustellen. Er ging dabei auch auf das getötete Reh ein. Dessen Verletzungen legten zwar die Vermutung nahe, dass es von einem Wolf gerissen wurde, eine Bestätigung für diese Annahme gebe es allerdings derzeit nicht, gab er zu. Denn die Beweise zu erbringen, erfordere sehr viel Zeit.

„Wir wollen hier keine Panik schüren, sondern auf unsere Gefühlslage im Bezug auf den Wolf aufmerksam machen“, sagte Fajen und brachte mehrfach zum Ausdruck, dass Sachlichkeit hierbei grundsätzlich wichtig sei. Das bekam auch Peter Drewes vom Hegering Sottrum zu spüren, als er versuchte, politische Statements einzubringen, die mit der Thematik nichts gemein hatten. Er wurde umgehend in seinem Vortrag gestoppt und gebeten, doch wieder zum eigentlichen Kern der Sache zurückzukehren.

Der Wolf als solches sollte bei der Versammlung nicht verteufelt werden, aber die Tatsache, dass sich das Tier so nahe an den Menschen heranwagt und nicht sofort bei dessen Anblick die Flucht ergreift, sei untypisch. „So etwas tun nur Wölfe, die an den Menschen gewöhnt sind und deshalb vermuten, dass dieser ihnen nicht gefährlich werden kann“, gab Friedel Lossau, ebenfalls vom Hegering Sottrum, zu bedenken.

Die meisten der Anwesenden bewegten die Fragen zum richtigen Verhalten, wenn es zum Treffen mit dem Wolf kommt. Können Spaziergänger noch angstfrei durch die freie Natur streifen? Wer ist zuständig bei einer Problemlösung? Gerade im Hinblick auf kleinere Kinder sowie Haus- und Nutztiere war eine große Verunsicherung unter den Anwohnern spürbar. Eine große konträre Diskussion entstand allerdings nicht, da die Ansichten der Beteiligten sich im Grunde ähnelten.

Was denn nun das Ergebnis der Versammlung sei, wurde abschließend in den Raum gestellt. „Der Anlass ist eigentlich auch das Ergebnis“, so Fajen. Es gehe doch darum, die Thematik öffentlich zu machen, und das sei angesichts der großen Resonanz schon ein großer Schritt in diese Richtung. Er verwies zudem noch darauf, dass mittlerweile der Landkreis vom niedersächsischen Umweltministerium zum frequentierten Wolfsgebiet erklärt wurde. Das habe zur Folge, dass ein „Problemwolf“ durch geeignete Behörden eingefangen werden könnte. Um den Nachweis erbringen zu können, dass es sich in Bötersen um ein solches Tier handelt, sei es wichtig, dass Anwohner eine Sichtung des Wolfs sofort der Jägerschaft oder Helmut Fajen mitteilen.

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